| Titel: | Die extrakorporale Membranoxygenierung bei schwerem Acute respiratory distress syndrome (ARDS) – ein Vergleich der klinischen Charakteristika und des Outcomes bei Patienten mit COVID-19 und Influenza | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Kahn, Ahmel | Schlagwörter: | ECMO | GND-Schlagwörter: | ARDSGND Extrakorporale MembranoxygenationGND COVID-19GND InfluenzavirenGND |
Erscheinungsdatum: | 2025 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2026-04-24 | Zusammenfassung: | Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) stellt eine praktikable Therapieoption für Patienten mit einem refraktären akuten Atemnotsyndrom (ARDS) dar. Derzeit wird die veno venöse ECMO häufig bei Patienten eingesetzt, die an der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) leiden. Die vv-ECMO wurde während der Influenza-Pandemie häufig eingesetzt und die Erfahrung mit dieser komplexen und invasiven Behandlung hat seitdem weltweit zugenommen. Allerdings liegen keine Daten zum Vergleich der klinischen Merkmale von Patienten mit COVID-19- und Influenza-bedingtem schwerem ARDS vor, die mit einer vv ECMO behandelt wurden. Dies ist eine retrospektive Analyse aller konsekutiven Patienten, die zwischen Januar 2009 und Januar 2021 mit einer vv/va-ECMO am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in Deutschland behandelt wurden. Alle Patienten mit bestätigter COVID 19 oder Influenza-Infektion wurden eingeschlossen. Patientencharakteristika, Parameter im Zusammenhang mit dem Intensivaufenthalt und der vv/va-ECMO sowie die klinischen Ergebnisse wurden verglichen. Die Sterblichkeit wurde bis zu 90 Tage nach Beginn der vv/va ECMO untersucht. Insgesamt wurden 113 Patienten eingeschlossen, 52 (46 %) mit COVID-19-bedingtem und 61 (54-%) mit Influenza-bedingtem ARDS. Das mittlere Alter der Patienten mit COVID-19 und Influenza lag bei 58 (53–64) Jahren und 52 (39–58 ) Jahren (p < 0,001), 35 % bzw. 31 % (p = 0,695) waren jeweils weiblich. Der Charlson Comorbidity Index betrug 3 (1–5) und 2 (0–5) Punkte in den beiden Gruppen (p = 0,309). Der mediane SAPS-II-Score vor der ECMO betrug 27 (24–36) bzw. 32 (28–41) Punkte (p = 0,009), und der SOFA-Score lag bei 13 (11–14) bzw. 12 (8–15) Punkten (p = 0,853). Das mediane PaO2/FiO2 Verhältnis vor der ECMO betrug 64 (46–78) und 73 (56–104) (p = 0,089); der pH-Wert betrug 7,20 (7,16–7,29) und 7,26 (7,18–7,33) (p = 0,166). Die mediane vv/va-ECMO-Dauer betrug 17 (7–27) bzw. 11 (7–20) (p = 0,295). 71 % und 69 % Prozent erhielten eine Nierenersatztherapie (p = 0,790). 94 % der Patienten mit COVID-19 und 77 % mit Influenza erlebten vv/va-ECMO assoziierte Blutungsereignisse (p = 0,004). 34 % bzw. 55 % der COVID-19- bzw. Influenza Patienten wurden erfolgreich von der ECMO entwöhnt (p = 0,025). Die Neunzig-Tage Mortalität betrug 65 % bzw. 57 % bei Patienten mit COVID-19 und Influenza (p = 0,156). Die mittlere Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation betrug 24 (13–44) bzw. 28 (16–14) Tage (p = 0,470). Trotz ähnlicher Krankheitsschwere führte der Einsatz einer vv/va-ECMO bei ARDS im Zusammenhang mit COVID-19 und Influenza zu einem ähnlichen Ergebnis nach 90 Tagen. Eine signifikant höhere Rate an Blutungen, Blutungskomplikationen und Thrombosen wurde bei Patienten mit COVID-19 beobachtet. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12394 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-137735 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Kluge, Stefan |
| Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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