| Titel: | Die zwanghafte sexuelle Verhaltensstörung: Geschlechtsunterschiede | Sonstige Titel: | Compulsive Sexual Behavior Disorder: Gender Differences | Sprache: | mehrsprachig | Autor*in: | Kürbitz, Laura I. | Schlagwörter: | Gender Differences; Geschlechtsunterschiede | Erscheinungsdatum: | 2025 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2026-04-20 | Zusammenfassung: | Zusammenfassung Symptome wie die der Compulsive Sexual Behavior Disorder (CSBD) werden seit über 100 Jahren diskutiert. In den vergangenen Jahrzehnten erfuhr die Konzeption erhebliche Veränderungen und wurde schließlich in die International Classification of Diseases 11th Edition (ICD-11) im Kapitel der Impulskontrollstörungen aufgenommen. Insbesondere Debatten über Diagnosekriterien und Ätiologie führten dazu, dass bislang verschiedene Konzepte und auf deren Grundlage unterschiedliche diagnostische Instrumente genutzt wurden, was die Vergleichbarkeit bisher erhobener Daten stark erschwert. Die Untersuchungen konzentrierten sich lange Zeit insbesondere auf Männer und erst in den letzten Jahren wurden zunehmend auch Frauen in Untersuchungen einbezogen. Dennoch ist die Erforschung geschlechtsspezifischer Unterschiede bislang vernachlässigt worden. Es existiert noch kein einheitliches Modell zur Ätiologie der CSBD, doch das Integrated Model of CSBD bietet einen vielversprechenden Ansatz zur Erklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik. Es zeigt auf, wie verschiedene biopsychosoziale Faktoren zur Entwicklung von CSBD beitragen können. Bisherige Studien deuten darauf hin, dass etwa traumatische Kindheitserfahrungen, der Bindungsstil betroffener Personen und externe Stressoren relevante Hintergrundfaktoren darstellen. Das Ziel der vorliegenden kumulativen Dissertation war es, einen Beitrag zum Erkenntnisgewinn über die Geschlechtsunterschiede der CSBD und ausgewählter Korrelate zu leisten. Zu diesem Zweck wurde eine Übersichtsarbeit zu den Geschlechtsunterschieden der CSBD erstellt, es wurden soziale Einflussfaktoren während der COVID-19 Pandemie und psychologische Hintergrundfaktoren (Bindungsstil, traumatische Kindheitserfahrungen) unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten in Bezug auf CSBD untersucht. Die Ergebnisse der Dissertation zeigen, dass sowohl Männer als auch Frauen von CSBD betroffen sein können, Männer jedoch in allen Stichprobenarten häufiger betroffen waren. Der Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und CSBD-Symptomen scheint für Männer relevanter zu sein als für Frauen. Ein unsicherer Bindungsstil (ängstlich oder vermeidend) stellt bei beiden Geschlechtern einen Risikofaktor dar. Traumatische Kindheitserfahrungen scheinen insbesondere für Frauen eine bedeutsame Rolle zu spielen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass geschlechtsspezifische Besonderheiten und relevante Hintergrundfaktoren bislang nicht ausreichend erforscht sind. Soziale Faktoren nehmen geschlechtsdifferentiell einen Einfluss auf die Entwicklung und Aufrechterhaltung von CSBDSymptomen. Abstract Symptoms resembling those of Compulsive Sexual Behavior Disorder (CSBD) have been discussed for over 100 years. In recent decades, the conceptualization of CSBD has undergone significant changes and was eventually included as an impulse control disorder in the International Classification of Diseases, 11th Edition (ICD-11). Debates about diagnostic criteria and etiology led to the use of various concepts and corresponding diagnostic instruments so far, which has greatly impacted the comparability of the available data. For a long time, research focused mainly on men and only in recent years have studies increasingly included women as well. Nevertheless, the investigation of genderspecific differences has been largely neglected. A unified etiological model for CSBD does not yet exist, but the Integrated Model of CSBD offers a promising approach to explaining the development and maintenance of the disorder. It demonstrates how various biopsychosocial factors may contribute to the onset of CSBD. Previous studies suggest that factors such as traumatic childhood experiences, attachment style, and external stressors are relevant background variables contributing to CSBD symptoms. The aim of the present cumulative dissertation was to contribute to a better understanding of gender differences in CSBD and selected correlates. To this end, a review on gender differences in CSBD was conducted and social influencing factors during the COVID-19 pandemic and psychological background factors (attachment style, traumatic childhood experiences) were examined with a focus on gender-specific associations with CSBD. The results of the dissertation show, that both men and women can be affected by CSBD, but men were more frequently affected in all types of samples. The association between psychological distress and CSBD symptoms appears to be more relevant for men. An insecure attachment style (anxious and avoidant) represents a retrospective risk factor for both genders, while traumatic childhood experiences seem to play a particularly significant role for women. Overall, the findings indicate that gender-specific characteristics and relevant background factors have not yet been sufficiently investigated. Social factors influence the development and maintenance of CSBD symptoms in gender-specific ways. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12401 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-137838 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Briken, Peer |
| Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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| Dissertation_Kuerbitz_VeroeffVersion_2026.pdf | 573dc258325a87e32af66de4e583fc7a | 2.14 MB | Adobe PDF | ![]() Öffnen/Anzeigen |
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