| Titel: | Die Prävalenz von entwicklungsbedingten Hypomineralisationen an Milchzähnen | Sonstige Titel: | The prevalence of developmental hypomineralisations in primary teeth | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Tzortzini, Vasiliki | Schlagwörter: | Milchmolaren-Hypomineralisation (MMH); Hamburg; Vorschulkinder; Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) | GND-Schlagwörter: | HypomineralisationGND MilchzahnGND KinderzahnheilkundeGND EpidemiologieGND PrävalenzGND |
Erscheinungsdatum: | 2025 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2026-06-09 | Zusammenfassung: | Zu dem seit gut zwei Jahrzehnten bei bleibenden Zähnen bekannten Krankheitsbild der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) finden sich analoge Veränderungen auch an Milchzähnen (Milch-Molaren-Hypomineralisation, MMH). Diese können als Opazitäten imponieren oder Schmelzverluste umfassen. Zur MMH sind bislang allerdings nur wenige Kenntnisse einschließlich der Häufigkeit ihres Vorkommens vorhanden. Das Ziel der Studie war es daher, die Prävalenz von umschriebenen Opazitäten und entwicklungsbedingten Schmelzdefekten des gesamten Milchgebisses bei 3- bis 6-jährigen Vorschulkindern in Hamburg zu ermitteln. Dabei sollten Bezüge zu sozioökonomischen Parametern (Bildungslevel der Eltern, Migrationshintergrund) hergestellt und die Befunde zur Kariesprävalenz und -erfahrung in Beziehung gesetzt werden. Die Erhebung wurde als Querschnitts-Beobachtungsstudie in Hamburger Kindertagesstätten im Zeitraum von Juli bis Dezember 2016 durchgeführt. Die Stichprobenziehung erfolgte in Absprache mit der Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege in Hamburg (LAJH). Die klinischen Untersuchungen wurden von zwei kalibrierten Untersucherinnen durchgeführt. Es wurden neben Daten zur Kariesprävalenz und -erfahrung (dmft- und dmfs-Index) MMH-Befunde auf Zahnflächenebene dokumentiert. Der Schweregrad der Hypomineralisationen aller Milchzähne wurde anhand modifizierter Kriterien nach Wetzel und Reckel (1991) erfasst. Zusätzlich wurden die Eltern mittels Fragebögen zu soziodemografischen und kariesrelevanten Inhalten befragt. In der statistischen Auswertung wurden die Prävalenz der verschiedenen Ausprägungen der Hypomineralisationen an unterschiedlichen Zahngruppen sowie Zusammenhänge zu soziodemografischen Daten und zur Karieslast bestimmt. Die Stichprobe umfasste 398 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. Die Gesamtprävalenz von umschriebenen Schmelzhypomineralisationen betrug 29,4%. Die Prävalenz bei zweiten Milchmolaren (HSPM) lag bei 24,9%, bei allen Milchmolaren (MMH) bei 28,6% und bei Inzisiven und Eckzähnen bei 8,3%. Der Schweregrad der Defekte war bei 60,7% der betroffenen Kinder auf Opazitäten beschränkt. Die zweiten Milchmolaren waren am häufigsten betroffen. Mit zunehmendem Alter der Kinder ist deutliche Veränderung der Defektausprägung von Opazitäten hin zu schwereren Schmelzdefekten zu erkennen. Kinder aus Familien mit geringerem sozioökonomischen Status und mit Migrationshintergrund wiesen seltener Schmelzhypomineralisationen auf, es konnte hierfür jedoch kein statistisch signifikanter Zusammenhang festgestellt werden. Ebenso zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Karieslast und dem Vorliegen von Schmelzhypomineralisationen. Die der Studiendurchführung zugrunde gelegten Hypothesen, dass die Häufigkeit von MMH-Befunden den aus anderen Studien aufgezeigten Prävalenzraten entspricht, dass ein niedriger Bildungslevel der Eltern sowie ein Migrationshintergrund mit höherer MIH-Prävalenz korrelieren und dass Kariesprävalenz und Karieserfahrung mit dem Vorliegen von MMH-Befunden assoziiert sind, werden daher zurückgewiesen. Die Studie liefert einen Beitrag zum epidemiologischen Erfassen der Verbreitung und Schwere der MMH. Die Prävalenz von 29,4% ist im internationalen Vergleich als hoch einzuordnen. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, zahnärztliches Fachpersonal frühzeitig für das Vorkommen von MMH-Veränderungen zu sensibilisieren und Eltern über präventive Maßnahmen zu informieren. Angesichts der Einschränkungen des Studiendesigns, insbesondere in Bezug auf die Stichprobenzusammensetzung, wird die Ausweitung der Studie auf größere, repräsentativere Stichproben mit standardisierten Erhebungsverfahren und Bewertungskriterien empfohlen. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12451 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-138593 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Schiffner, Ulrich |
| Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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| Tzortzini Vasiliki 20251127 .pdf | dd205e6de78b511b7dad7781682f6835 | 1.54 MB | Adobe PDF | ![]() Öffnen/Anzeigen |
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