| Titel: | Externer Sinuslift mit intraoperativ gewonnenem autologem Knochen und A-PRF, eine prospektive Studie | Sonstige Titel: | Maxillary Sinus Floor Elevation Using Autologous Bone and A-PRF: A Prospective Study | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Nixdorf, Isabel | Schlagwörter: | Externer Sinuslift; Autologer Knochen; Platelet Rich Fibrin | GND-Schlagwörter: | ImplantatGND OralchirurgieGND KnochenGND Mund-Kiefer-Gesichts-ChirurgieGND AugmentationsplastikGND |
Erscheinungsdatum: | 2025 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2026-06-15 | Zusammenfassung: | Einleitung Zur Wiederherstellung atrophierter Kieferkämme gilt die Augmentation des Sinusbodens als verlässliches Verfahren. In dieser Studie wurde die Verwendung von autologem Knochen mit A-PRF als alleiniges Augmentationsmaterial bei simultaner Implantation untersucht. Die Ergebnisse wurden sowohl auf patienten- als auch auf implantatbezogene Einflüsse untersucht, sowie ein Beobachtungszeitraum von 1 Jahr nach prothetischer Versorgung gewählt, um Implantatüberleben und periimplantäres knöchernes Remodelling zu beobachten und mit den Ergebnissen anderer Studien zu vergleichen, Material und Methoden Insgesamt wurden 28 Implantate an 20 Patienten im Rahmen eines externen Sinuslift mit Eigenknochen und Verwendung von A-PRF gesetzt und danach prospektiv untersucht. Im Zeitraum von April 2022 bis Oktober 2024 wurden die Patienten in einer niedergelassenen Praxis operiert, versorgt und nachuntersucht. Alle Implantate wurden in einem einzeitigen Operationverfahren unter Verwendung von mit Bone Scrapern gesammelten Eigenknochen und A-PRF simultan zum externen Sinuslift inseriert. Der Nachbeobachtungszeitraum nach prothetischer Versorgung betrug 1 Jahr. Zur Beurteilung der apikalen und krestalen Knochenverhältnisse wurden Röntgenaufnahmen zum Zeitpunkt der Implantation und zum Zeitpunkt der 1-Jahreskontrolle durchgeführt. Zur Beurteilung der klinischen Stabilität wurde intraoperativ der Insertions-Torque bestimmt und mittels Resonanzfrequenzaufnahme (RFA) der Implant-Stability-Quotient (ISQ) zum Zeitpunkt der Implantation und zum Zeitpunkt der Einheilung bestimmt. Weiterhin wurden zum Zeitpunkt der prothetischen Versorgung und zur 1- Jahreskontrolle Hygieneindices (API, PBI, PSI), sowie Blutung auf Sondierung (BOP) und der Pink Esthetic Score (PES) bestimmt. Zur Untersuchung der Patientenzufriedenheit, wurden Fragebögen nach der Operation und zum Zeitpunkt der 1-Jahreskontrolle erhoben. Die deskriptive Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mit SPSS (IBM, Armonk, New York, USA). Es wurden Regressionsanalysen zur Untersuchung möglicher Beeinflussung des apikalen und krestalen Knochens, des ISQ, des Insertions-Torques durch Implantatart, Region, Alter, Geschlecht durchgeführt. Bezüglich des apikalen Knochenzugewinns wurde zusätzliche eine mögliche Abhängigkeit der bukkopalatinalen Distanz und der Anwesenheit von Nachbarzähnen untersucht. Bezüglich des krestalen Knochens wurde eine mögliche Abhängigkeit durch die Hygieneparameter und die Art und Befestigung der prothetischen Versorgung untersucht. Weiterhin erfolgte Bestimmung der Überlebenswahrscheinlichkeit nach Kaplan und Meier, sowie die Intra- und Interobserver-Reliabilität bei der Auswertung der Röntgenbilder und der PES. Die Fragebögen wurden ausgewertet und mittels Spearman-Analyse auf Korrelationen zwischen den Items und dem PES überprüft. Ergebnisse Nach einem Jahr Beobachtungszeit zeigte sich eine Überlebenswahrscheinlichkeit und Erfolgsrate von 96,4 %. Ein Implantat ging vor prothetischer Versorgung verloren. Die mittlere Einheilzeit betrug 4 ± 1,1 Monate und die Beobachtungszeit zwischen prothetischer Versorgung und 1-Jahreskontrolle betrug im Mittel 11,8 ± 0,8 Monate. Ausgehend von einer mittleren Residualknochenhöhe von 4,4 ± 1,7 mm konnte ein mittlerer apikaler Knochengewinn von 5,1 ± 2,1 mm erzielt werden. Der ISQ zum Zeitpunkt der Implantation betrug im Mittel 53,1 ± 16,8 und zum Zeitpunkt der Einheilung 66,9 ± 9,6. Der Insertions-Torque betrug im Mittel 22,6 ± 7,3 Ncm bei der Implantation. Es zeigten sich statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen apikalen Knochengewinn und Residualknochen (p=0,030), je geringer der Residualknochen, desto größer war der apikale Knochenzugewinn. Weiterhin zeigten sich ein Zusammenhang zwischen Insertions-Torque und Geschlecht (p=0,043), bei männlichen Patienten war der Insertions-Torque höher. Der initiale ISQ und der Residualknochen (p=0,019) zeigten ebenfalls einen statischen Zusammenhang, der zeigte, dass bei geringerer Residualknochenhöhe ein niedriger ISQ vorhanden war. Der finale ISQ und das Alter der Patienten standen ebenfalls im signifikanten Zusammenhang, ältere Patienten wiesen einen geringeren ISQ nach Einheilung auf (p=0,034). Die Perforation der Schneiderschen Membran hatte keinen signifikanten Einfluss auf den apikalen Knochengewinn (p=0,975). Der krestale Knochenverlust betrug im Mittel 0,3 ± 0,4 mm zum Zeitpunkt der 1-Jahreskontrolle nach prothetischer Versorgung. Ein statistisch signifikanter Zusammenhang wurde zwischen dem Approximalen Plaque Index und dem krestalen Knochenverlust festgestellt, der auf einen negativen Einfluss eines erhöhten API auf den krestalen Knochenverlust hinweist (p=0,011). Weiterhin zeigte sich ein signifikanter Anstieg des BOP zwischen prothetischer Versorgung und 1-Jahreskontrolle (p<0,001). Für den PES zeigten sich mittlere Werte von 8,1 ± 2,9 zum Zeitpunkt der prothetischen Versorgung und von 8,9 ± 2,9 zum Zeitpunkt der 1-Jahreskontrolle. Schlussfolgerungen Die hohe Überlebens- und Erfolgsrate über einen Zeitraum von 1 Jahr zeigen, dass der externe Sinuslift mit autologem Knochen und A-PRF ein zuverlässiges und klinisch erfolgreiches Verfahren darstellt, um Implantatversorgungen in der posterioren Maxilla bei geringem Residualknochen durchzuführen zu können. Die Ergebnisse der RFA zeigten, dass eine signifikante Zunahme der Osseointegration der Implantate über die Zeit zu beobachten war. Weiterhin wurden durch die röntgenologischen Untersuchungen eine Zunahme des apikalen Knochens, insbesondere bei geringen Residualknochenhöhe deutlich. Membranperforationen hatten keinen negativen Einfluss auf Implantatüberleben und apikalen Knochengewinn. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass der simultan zur Implantation durchgeführte externe Sinuslift mit Eigenknochen und A-PRF auch bei geringen Residualknochenhöhen erfolgreich sein kann. Introduction and purpose Sinus floor augmentation is a reliable procedure for reconstructing atrophic alveolar ridges in the maxilla. This study investigated the use of autologous bone with A-PRF as the sole augmentation material with simultaneous implant placement. The results were analyzed for both patient- and implant-related factors, and an observation period of 1 year after prosthetic restoration was chosen to observe implant survival and peri-implant bone remodeling and to compare these results with other studies, Materials and Methods A total of 28 implants in 20 patients were placed with external sinus floor augmentation in a one-stage surgery. The treatments were conducted in a private practice in Hamburg, Germany between April 2022 and October 2024, including the one-year follow up. All implants were placed during a one-stage surgical procedure, using autologous bone harvested with bone scrapers and A-PRF. A follow-up period after prosthetic rehabilitation was determined for one year. Radiographs were taken to evaluate changes of crestal and apical bone at the time of implant placement and at one-year follow-up. To assess clinical stability the insertion torque was determined at the time of implant placement. Implant Stability Quotient (ISQ) using resonance frequency analysis (RFA) was also measured at implant placement and at the end of the healing period. Furthermore, hygiene indices (API, PBI, PSI), bleeding on probing (BOP) and the Pink Esthetic Score (PES) were determined at the time of prosthetic restoration and at the 1-year follow-up. To investigate patient satisfaction, questionnaires were collected after the operation and at the 1-year follow-up. The descriptive analysis of the collected data was performed with SPSS (IBM, Armonk, New York, USA). Regression analyses were performed to investigate the possible influence of implant type, region, age and sex on apical and crestal bone, ISQ and insertion torque. Regarding apical bone gain, a possible dependence of the buccopalatal distance and the presence of neighbouring teeth was also investigated. Regarding the crestal bone, a possible dependency on the hygiene parameters and the type and attachment of the prosthetic restoration was investigated. Furthermore, the probability of survival according to Kaplan and Meier was determined, as well as the intra- and interobserver reliability in the evaluation of the radiographs and the PES. The questionnaires were evaluated and checked for correlations between the items and the PES using Spearman analysis. Results After one-year follow up, a survival rate and success rate of 96,4 % was observed. One implant failed before prosthetic rehabilitation. The mean healing period was 4 ± 1,1 months, and the mean observation period between placement of prosthetic restauration and one-year follow-up was 11,8 ± 0,8 months. Based on a mean residual bone height of 4,4 ± 1,7 mm, a mean apical bone gain of 5,1 ± 2,1 mm was achieved. The mean ISQ value at the time of implantat placement was 53,1 ± 16,8, increasing to 66,9 ± 9,6 after healing. The mean insertion torque was 22,6 ± 7,3 Ncm. A statistically significant correlation was found between apical bone formation and residual bone height (p=0,030), the lower the residual bone height, the greater the apical bone gain. A correlation was also found between insertion torque and sex (p=0,043), with male patients showing higher insertion torque values. Initial ISQ and residual bone height also demonstrated a statistical correlation (p=0,019), meaning that lower residual bone height was associated with lower initial ISQ values. Final ISQ and patient age were also significantly correlated, as older patients showed lower ISQ values after the healing period (p=0,034). The perforation of the Schneiderian membrane had no significant effect on apical bone gain (p=0,975). The mean crestal bone loss was 0,3 ± 0,4 mm at the 1-year follow-up after prosthetic restoration. A statistically significant correlation was identified between approximal plaque index (API) and crestal bone loss, indicating a negative impact of increased API on crestal bone loss (p=0,011). In addition, a significant increase in BOP was found between prosthetic rehabilitation and the one-year follow-up (p < 0,001). The mean PES was 8,1 ± 2,9 at the time of prosthetic rehabilitation, increasing to 8,9 ± 2,9 at the one-year follow-up. Conclusions The high survival and success rates over a period of one year indicate that the external sinus floor augmentation with autologous bone and A-PRF is a reliable and clinically successful procedure to perform implant restoration in the posterior maxilla with limited residual bone height. The results of the RFA showed that a significant increase in osseointegration of the implants was observed over time. Furthermore, the radiographic evaluations revealed an increase in apical bone height, particularly in cases with low residual bone height. Membrane perforations had no negative influence on implant survival or apical bone gain. Overall, the results illustrate that the external sinus floor augmentation with autologous bone and A-PRF performed simultaneously with implantat placement can be a successful approach even in cases with low residual bone heights. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12452 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-138608 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Henningsen, Anders |
| Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
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| Nixdorf_Isabel_20260616.pdf | Dissertation | ef764ec4e2be4203efad35a74b050de6 | 37.44 MB | Adobe PDF | ![]() Öffnen/Anzeigen |
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