| Titel: | Tristan will Meer. Zur mediävistischen und modernen Identitätskonstruktion in Gottfrieds von Straßburg Tristan | Sprache: | Deutsch | Autor*in: | Blunck, Sarah Lena | Schlagwörter: | Meer; Rolle; Status; Identität; Gottfrieds Tristan | GND-Schlagwörter: | TristanepikGND Meer <Motiv>GND Identität <Motiv>GND MediävistikGND Höfisches EposGND |
Erscheinungsdatum: | 2025 | Tag der mündlichen Prüfung: | 2026-04-30 | Zusammenfassung: | In Tristan will Meer. Zur mediävistischen und modernen Identitätskonstruktion in Gottfrieds von Straßburg Tristan geht es um Identität und Meer. Es werden sowohl mediävistische als auch soziologische und somit moderne Identitätskonzepte untersucht. Damit geht eine feinere Aufteilung des großen Begriffs der Identität einher; es wird zwischen Rolle und Status unterschieden, wobei beide Bezeichnungen voneinander abhängig sind und ein fester Bestandteil von Identität sind. Nach dem theoretischen Teil, der sowohl die verschiedenen Identitätskonzepte als auch das Meer behandelt, folgt die Textanalyse des Tristanromans. Die Identitätsthematik schafft im Tristan die Verbindung zum Meer. Tristans Identität und das Meer sind eng miteinander verbunden. Das Meer ist stets der Weg, den Tristan wählt, um zurück in die Gesellschaft zu finden. Die Analyse zeigt, dass die Titelfigur nicht – wie in der Forschung häufig beschrieben – nach seiner Identität sucht, sondern nach Inklusion, nach Zugehörigkeit. Aufgrund der feinen Merkmale von Rolle, Status, In- und Exklusion und anderer Identitätsmarker aus der mediävistischen und soziologischen Identitätsforschung ist diese Unterscheidung von Identität und Inklusion wichtig. Ein weiteres Ergebnis ist, dass das Meer neben den Handlungsumschwüngen auch Rollenwechsel der Titelfigur markiert. Mit dem Rollenwechsel geht immer ein Statuswechsel einher – nur an ausgewählten Stellen findet auch ein Identitätswechsel statt. Mit den vielen Rollenwechseln gehen auch Rollenerwartungen einher, die aufgrund seiner vielen Rollen zu Rollenstress führen. Das zeigt sich insbesondere nach der Trankeinnahme: einerseits will Tristan seiner Rolle als Liebender und andererseits seiner Rolle als Markes Marschall gerecht werden. Da die beiden Rollen nicht kompatibel sind, kommt es zum Rollenstress. Tristan ist die einzige Figur, für den das Meer kein Gefahrenraum darstellt. Für ihn ist der Ozean das Gegenteil davon: er ist sein Fluchtort und suggeriert ihm Sicherheit. Anders als in mittelalterlichen Romanen üblich, sorgt das Land bei Tristan nicht für Stabilität, sondern Instabilität, wohingegen das Meer ihm Halt gibt. Ein Punkt, der in Bezug auf die Arbeit und die Einbeziehung von moderner Identität wichtig ist. Er zeigt die modernen Identitätsansätze im Tristan. Während das mediävistische Identitätskonzept Beständigkeit und Unveränderbarkeit auszeichnet, lehrt das moderne das Gegenteil: Identität ist stets im Wandel, immer in Bewegung und niemals gleich. Genau wie das Meer. Auch wenn unklar bleibt, ob Gottfried das Meer bewusst als Metapher für eine wandelbare Identität eingesetzt hat, lässt sich das Motiv des Meeres schlüssig als Sinnbild moderner Identitätskonzepte deuten. |
URL: | https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12504 | URN: | urn:nbn:de:gbv:18-ediss-139310 | Dokumenttyp: | Dissertation | Betreuer*in: | Baisch, Martin |
| Enthalten in den Sammlungen: | Elektronische Dissertationen und Habilitationen |
Dateien zu dieser Ressource:
| Datei | Beschreibung | Prüfsumme | Größe | Format | |
|---|---|---|---|---|---|
| Tristan will Meer SarahLenaBlunck.pdf | 9453611f3a7c0f247b4d2f65d7843c5d | 1.33 MB | Adobe PDF | ![]() Öffnen/Anzeigen |
Info
Seitenansichten
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am null
Download(s)
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am null
Werkzeuge
