Titel: Risikofaktoren der Osteoradionekrose bei Patienten mit Kopf-Hals-Malignomen – eine retrospektive Analyse
Sonstige Titel: Risk factors for osteoradionecrosis in patients with head and neck malignancies – a retrospective analysis
Sprache: Deutsch
Autor*in: Kusian, Kristina
Schlagwörter: Kopf-Hals-Tumor; Osteoradionekrose des Kiefers; Head and neck cancer; Osteoradionecrosis of the jaw; Risk factors; Retrospective case-control study
GND-Schlagwörter: OsteoradionekroseGND
RisikofaktorGND
StrahlentherapieGND
PlattenepithelcarcinomGND
Mund-Kiefer-Gesichts-ChirurgieGND
Erscheinungsdatum: 2026-05-19
Tag der mündlichen Prüfung: 2026-07-16
Zusammenfassung: 
Die Osteoradionekrose (ORN) des Kiefers ist eine schwerwiegende Komplikation nach Strahlentherapie bei Patienten mit Kopf-Hals-Malignomen, deren Therapie häufig komplex und für die Betroffenen mit erheblichen Belastungen verbunden ist.
Ziel dieser retrospektiven Fall-Kontroll-Studie war die Identifikation von Risikofaktoren für die Entwicklung einer ORN. Hierfür wurden 48 Patienten mit ORN, die zwischen 2013 und 2022 in der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Asklepios Klinik Nord behandelt wurden, mit 48 Patienten ohne ORN, die im Hermann-Holthusen-Institut für Strahlentherapie der Asklepios Klinik St. Georg eine Strahlentherapie erhalten haben, verglichen. Untersucht wurden patienten-, tumor- und therapiebezogene Faktoren mittels deskriptiver, univariater und multivariabler logistischer Regressionsanalyse. Zusätzlich wurde die Fallgruppe deskriptiv hinsichtlich klinischer Charakteristika der ORN analysiert.
In der multivariablen Analyse waren fortgeführtes Rauchen, Hyperlipidämie, Primärtumoren der Mundhöhle sowie multiple Tumorlokalisationen signifikant mit der Entwicklung einer ORN assoziiert. Die deskriptive Analyse der Fallgruppe zeigte, dass überwiegend der Seitenzahnbereich des Unterkiefers betroffen war, die Mehrzahl der Läsionen innerhalb der ersten drei Jahre nach Strahlentherapie auftrat und Zahnextraktionen nach Strahlentherapie die häufigsten Auslöser waren. In den meisten Fällen war eine chirurgische Resektion des betroffenen Kieferabschnitts erforderlich.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer konsequenten Rauchentwöhnung und engmaschigen Nachsorge, insbesondere bei Patienten mit Mundhöhlenkarzinomen und multiplen Tumorlokalisationen. Der Zusammenhang mit Hyperlipidämie sollte aufgrund methodischer Limitationen vorsichtig interpretiert werden. Das ORN-Risiko wird wahrscheinlich durch ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren beeinflusst, wobei das Vorliegen mehrerer Risikofaktoren das individuelle Risiko erheblich steigern kann. Da die bisherige Evidenz überwiegend auf retrospektiven Studien mit begrenzten Fallzahlen basiert, sind größere prospektive, kontrollierte Studien erforderlich, um Risikofaktoren eindeutig zu identifizieren und gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/12572
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-140204
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Hanken, Henning
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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