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Titel: Polymorphismus Phe/Tyr 2561 im Von-Willebrand-Faktor-Gen als Risikofaktor für Myokardinfarkt und koronare Herzkrankheit
Sonstige Titel: Polymorphism Phe/Tyr 2561 in the Von Willebrand Factor Gene as Risk Factor for Myocardial Infarction and Coronary Heart Disease
Sprache: Deutsch
Autor*in: Treder, Natalie
GND-Schlagwörter: Blutgerinnung; Herzinfarkt; Willebrand-Faktor; Koronare Herzkrankheit; Polymorphismus; Risikofaktor
Erscheinungsdatum: 2006
Tag der mündlichen Prüfung: 2005-10-25
Zusammenfassung: 
Die Interaktion zwischen dem Gp-IIb/IIIa-Rezeptor der Thrombozytenmembran und seinem Liganden Von-Willebrand-Faktor (VWF) ist für die Thrombozytenaggregation essentiell und begründet somit die mögliche Einflussnahme durch Polymorphismen, die diese Interaktion betreffen, auf die Pathogenese von koronarer Herzkrankheit (KHK) und Myokardinfarkt (MI).
Nach einer Vielzahl von Studien, die den Einfluss des Pl A1/A2-Polymorphismus des Gp-IIb/IIIa-Rezeptors auf KHK und MI erforschten, untersuchte diese Studie mit dem Polymorphismus Phe/Tyr 2561 (F/Y 2561-Polymorphismus) in dem Von-Willebrand- Faktor-Gen eine Mutation, die sich in der Nähe der RGD-Domäne und damit der Bindungsstelle des Von-Willebrand-Faktors für den Gp-IIb/IIIa-Rezeptor befindet. In einem Gesamtkollektiv von 2070 angiographierten Personen, das sich aus 789 MI-Patienten, 865 KHK-Patienten und 416 Kontrollpatienten zusammensetzte, wurde das Tyrosin-Allel (Tyr-Allel) des Polymorphismus Phe/Tyr 2561 in dem Von-Willebrand-Faktor-Gen auf eine Assoziation zu KHK und MI getestet.
Es konnte eine statistisch signifikante Assoziation zwischen dem Tyr-Allel und dem Auftreten von zwei oder mehr Myokardinfarkten bei Frauen in einem Alter von unter 55 Jahren nachgewiesen werden. Zudem stellte sich das Tyr-Allel in der multivariaten Analyse als unabhängiger Risikofaktor für das Erleiden von zwei oder mehr Myokardinfarkten dar. Es fand sich in dem gesamten Kollektiv eine statistisch nicht signifikante Häufung von Tyr-Allel-Trägern in den jüngeren Patientengruppen, die besonders in den weiblichen Subgruppen ausgeprägt war. Eine generelle Assoziation zwischen dem Tyr-Allel und KHK oder MI konnte trotz dieser Tendenzen statistisch nicht nachgewiesen werden. Diese Diskrepanz weist auf das Vorhandensein weiterer Faktoren hin, die in der Studie nicht erfasst wurden und die einen Einfluss auf die Pathogenese von KHK und MI und das Gewicht, das der F/Y 2561-Polymorphismus für diese hat, ausüben. Neben den klassischen Risikofaktoren scheint das hier beleuchtete Tyr-Allel des Polymorphismus Phe/Tyr 2561 meist eine untergeordnete Rolle zu spielen und nur im Rahmen besonderen Bedingungen, wie sie offenbar bei Frauen unter 55 Jahren mit Myokardinfarkt vorherrschen, in den Vordergrund zu treten.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1464
URN: urn:nbn:de:gbv:18-30270
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Schneppenheim, Reinhard (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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