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Titel: Vorkommen und Verteilung von GJB2-Mutationen als Ursache angeborener Gehörlosigkeit in Ghana
Sonstige Titel: Pattern of GJB2-Mutations Causing Sensoneural Hearing Imparing in Ghana
Sprache: Deutsch
Autor*in: Albrecht, Katrin
Schlagwörter: GJB2; Connexin26; Cx26; Ghana; GJB2; Cx26; Connexin 26
GND-Schlagwörter: Gehörlosigkeit
Erscheinungsdatum: 2006
Tag der mündlichen Prüfung: 2006-07-12
Zusammenfassung: 
Seit der Kartierung des ersten Krankheitslocus für nichtsyndromische rezessive Gehörlosigkeit DFNB1 auf 13q12 wurden mehr als 60 Loci für rezessive nichtsyndromische Schwerhörigkeit identifiziert, und über 30 der betroffenen Gene wurden kloniert. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass Mutationen in einem dieser Gene, dem für Cx26 kodierenden GJB2, die Ursache für die häufigste Form dieser Art von Gehörlosigkeit sind.
In einem Dorf in Ghana, in dem auffällig viele Gehörlose leben, war bei allen Betroffenen die rezessiv vererbte Cx26-Mutation R143W gefunden worden.

In der vorliegenden Studie wurden 365 anscheinend nicht verwandte Personen mit prälingualer nicht-syndromischer neurosensorischer Gehörlosigkeit rekrutiert. Sie stammten aus neun Gehörlosenschulen, die über ganz Ghana verteilt in neun der zehn Regionen Ghanas lagen. Von allen wurde die medizinische Anamnese aufgenommen, eine ohrenärztliche Untersuchung einschließlich Audiometrie durchgeführt und das kodierende Exon 2 von GJB2 untersucht.
Aus den Untersuchungen ließ sich folgern, dass 17,5% der Fälle von neurosensorischer Gehörlosigkeit durch Mutationen in GJB2 verursacht waren. 90% der davon betroffenen Personen waren homozygot für R143W. Unter den 121 mutierten Chromosomen fanden sich die sechs neu identifizierten Mutationen L97P, V178A, R184Q, A197S, I203K und L214P, wobei I203K auf einem Dinukleotidaustausch beruht und R184Q dominant zu sein scheint. Keine der sechs neu identifizierten Mutationen bewirkt einen Abbruch der Aminosäurenkette. In nur einem Fall wurde eine früher beschriebene Mutation gefunden. Dabei handelte es sich um 35insG in doppelter (compound) Heterozygotie mit R143W.
Innerhalb Ghanas zeigte sich eine klare Abnahme der Prävalenz von GJB2-Mutationen von Süden nach Norden. In der Central Region an der Küste wurden über 30% der Fälle von nichtsyndromischer neurosensorischer Gehörlosigkeit durch Mutationen in GJB2 verursacht, während sie in den nördlichen Regionen gar nicht gefunden wurden. Die deutliche regionale Häufung von Mutationen könnte auf Gründereffekte hinweisen.
Art und Verteilung der GJB2-Mutationen lassen auch Spekulationen über balancierende Evolution zu, die generell zum Verständnis monogener Erbkrankheiten von Bedeutung sein könnten.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1469
URN: urn:nbn:de:gbv:18-30315
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Horstmann, Rolf (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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