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Titel: Erregbarkeitsveränderungen und Funktionsverbesserungen bei Multipler Sklerose und Fatigue unter Modafinil Medikation
Sprache: Deutsch
Autor*in: Volkmer, Marek
Schlagwörter: D2 Test; Nine Hole Peg Test
GND-Schlagwörter: Multiple Sklerose; Multiple-Sklerose-Kranker; Modafinil; Chronisches Ermüdungssyndrom
Erscheinungsdatum: 2006
Tag der mündlichen Prüfung: 2007-01-08
Zusammenfassung: 
In Deutschland gibt es zurzeit etwa 120.000- 150.000 Patienten, die an der Erkrankung Multiple Sklerose leiden, weltweit sind etwa 1 Million Menschen betroffen. Die Lebensqualität ist oft eingeschränkt, Symptome wie Sehstörungen, motorische Störungen oder Tagesmüdigkeit und vorzeitige Erschöpfung, auch Fatigue genannt, erschweren den Tagesablauf erheblich.
Obwohl die Multiple Sklerose schon seit langer Zeit bekannt ist, sind fundierte Erkenntnisse über die Auslöser der Krankheit noch nicht vorhanden, ebenso wenig gibt es eine medikamentöse Therapie, die zur Heilung führt. Momentan ist die immunmodulatorische Therapie die Behandlung der Wahl.
Fatigue nimmt aufgrund der besonderen Beeinträchtigung sowohl des familiären als auch des beruflichen Lebens einen besonderen Stellenwert ein, zumal fast 80% aller von MS Betroffenen dieses Symptom aufweisen. Die Therapie gestaltet sind zurzeit noch schwierig, möglicherweise ergeben sich neue Perspektiven durch den Wirkstoff Modafinil.
Modafinil ist ein gut verträgliches, psychostimulierendes Medikament mit geringem Abhängigkeitspotential. Es ist in Deutschland seit 2003 gegen Narkolepsie und das Schlafapnoe- Syndrom zugelassen. Bei diesen Patientengruppen hat es zum größten Teil andere traditionelle Stimulantien wie Beispielsweise Methylphenidate und D-Amphetamine ersetzt, vor allem wegen seiner guten Effizienz und den deutlich geringeren Nebenwirkungen (Billiard et al., 1994). Dabei ist die Wirkungsweise von Modafinil noch nicht ganz verstanden. Man vermutet eine Beeinflussung der Transmitterausschüttung im zentralen Nervensystem, hier insbesondere Serotonin und Noradrenalin (Ferraro et al., 2000; Gallopin et al., 2004).
Da Medikamente wie Methylphenidate Effekte auf die Aufmerksamkeit, Konzentration sowie verschiedene andere kognitive Leistungen haben, sind Aussagen zu diesen möglicherweise auch bei Modafinil vorhandenen Effekten momentan nicht eindeutig. Bisherige Studien zeigen hier keine einheitlichen Ergebnisse.
So zeigten drei Veröffentlichungen aus UK (Turner et al., 2003; Turner et al., 2004, Turner et al., 2004), dass Modafinil zu einer signifikanten Verbesserung der Kognition führt. Hierfür wurden gesunde Probanden sowie Patienten mit Schizophrenie und ADHS untersucht. In diesen Studien zeigten sich signifikante Verbesserungen vor allem in den Bereichen Reaktionszeit, Merkfähigkeit und räumliches Denken.
Zwei andere Studien aus UK (Randall et al., 2003; Randall et al., 2004) zeigen dagegen bei gesunden Probanden keinerlei Effekte auf die Kognition.

Für Patienten mit MS und Fatigue stellt die Behandlung mit Modafinil möglicherweise eine neue Möglichkeit dar, die Lebensqualität entscheidend zu verbessern (zurzeit noch keine Zulassung in Deutschland für diese Indikation). Eine wie in anderen Studien nachgewiesene Verbesserung der Reaktionszeit würde sich zusammen mit der Reduktion der Müdigkeit besonders positiv auswirken.

Die möglicherweise vorhandenen Effekte von Modafinil auf die Erregbarkeit können klinisch durch die Transkranielle Magnetstimulation untersucht werden. Über magnetisch evozierte Potentiale lassen sich Aussagen treffen über die motorischen Bahnen und die Exzitabilität des motorischen Systems. Bereits in zahlreichen anderen Studien konnten so Wirkungen von Medikamenten aufgezeigt werden, die ebenfalls in die Transmitterausschüttung eingreifen (z.B. Plewnia et al., 2002; Ilic et al., 2002; Übersicht bei Ziemann, 2003).

Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, ob das Medikament Modafinil (Vigil®) im Vergleich zu einem Placebo bei Patienten mit Multipler Sklerose und Fatigue zu Veränderungen der motorischen Erregbarkeit, der Feinmotorik und der Aufmerksamkeit führt. Ein weiteres Ziel bestand darin herauszufinden, falls es diese Effekte gibt, ob diese sich bereits nach einmaliger Einnahme nachweisen lassen, oder erst nach 8 wöchiger regelmäßiger Gabe.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1613
URN: urn:nbn:de:gbv:18-31826
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Gerloff, Christian (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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