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Titel: Mikroglia unter angeborener Immunsuppression : Eine Studie an rag2-knockout, pfp-knockout und pfp/rag2-doppelknockout Mäusen
Sprache: Deutsch
Autor*in: Zylmann, Christine
Schlagwörter: rag2-knockout Maus; pfp-knockout Maus; pfp/rag2-doppelknockout Maus
GND-Schlagwörter: Immunsuppression; Mikroglia; SCID-Maus; Enzymhistochemie; Zentralnervensystem; Hirnzelle
Erscheinungsdatum: 2005
Tag der mündlichen Prüfung: 2007-02-01
Zusammenfassung: 
Um die Wirkung von Immunsuppression auf Mikroglia zu analysieren, wurden drei Tier-Modelle mit einer angeborenen Immunschwäche untersucht: (1) die rag2 (recombination activating gene 2)-knockout (-/-) Maus, die unfähig ist, reife T- und B-Lymphozyten zu bilden, (2) die pfp-knockout (-/-) Maus, der das Perforin-Gen fehlt, so dass die Zytotoxizität der NK-Zellen und zytotoxischen T-Lymphozyten herabgesetzt ist, und (3) die pfp/rag2-doppelknockout (-/-) Maus, die keine funktionellen B- noch T-Lymphozyten besitzt und deren NK-Zellen eine eingeschränkte Funktion haben. Es sollte die Hypothese getestet werden, ob ein Mangel an reifen T- und B-Lymphozyten zu einer Erhöhung der Mikroglia-Dichte führt. 7 rag2-, 7 pfp- und 7 pfp/rag2-Mäuse wurden zusammen mit 7 C57BL/6-Kontrolltieren morphologisch und morphometrisch untersucht.
Keines der drei immundefizienten Maus-Modelle zeigte pathologische Veränderungen der Hirnstruktur. Neurone, Astrozyten und Oligodendrozyten zeigten die gleiche Morphologie wie bei der Kontrolle. Sowohl bei rag2-, pfp- und pfp/rag2- (-/-) Mäusen als auch bei den Kontrolltieren ließen sich drei Arten der Mikroglia erkennen: (1) die ramifizierten Mikroglia in der grauen Substanz, (2) die longitudinalen Mikroglia in der weißen Substanz (Fimbria hippocampi) und (3) die extrem selten auftretende, kompakt aussehende Mikroglia. Bei keiner der immundefizienten Mäuse ließen sich Anzeichen einer Mikroglia-Aktivierung erkennen. Weiterhin konnte eine regionale Variation der Mikroglia-Dichte beobachtet werden. In Motocortex, Striatum und Hippocampus (CA1/CA3) fand sich bei allen 4 Genotypen eine signifikant höhere Mikroglia-Zellzahl als in Fimbria hippocampi, Cerebellum und Ncl. nervi facialis (p < 0,0001). Weder bei der rag2 (-/-) -, noch bei der pfp (-/-) - oder der pfp/rag2 (-/-) - Maus fand sich eine signifikante Veränderung der Mikroglia-Dichte im Vergleich zur C57BL/6-Kontrollmaus. Unsere Untersuchungen an der rag2 (-/-) - Maus sprechen gegen die Annahme, dass ein Fehlen reifer T- und B-Lymphozyten zu einer Erhöhung der Mikroglia-Dichte führt. Diese Hypothese war aufgrund morphometrischer Analysen der Microglia an scid-Mäusen aufgestellt worden, die ebenfalls einen Mangel an B- und T-Lymphozyten aufweisen. Da der Defekt der scid-Maus als pleiotroph beschrieben wird - sie besitzt einen gestörten DNA-Reparaturmechanismus und weist daher eine erhöhte Strahlensensibilität auf – könnte die beschriebene signifikante Dichteerhöhung der Mikroglia bei scid-Mäusen auf diesem pleiotrophen Effekt beruhen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1644
URN: urn:nbn:de:gbv:18-32131
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Lorke, Dietrich (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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