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Titel: Religious Pluralism in Indonesia : Muslim-Christian Discourse
Sonstige Titel: Religiöser Pluralismus in Indonesien : muslimisch-christliches Gespräch
Sprache: Englisch
Autor*in: Fuad, Zainul
Schlagwörter: Religiöser Pluralismus; Religious Pluralism
GND-Schlagwörter: Religious Pluralism
Erscheinungsdatum: 2007
Tag der mündlichen Prüfung: 2005-06-29
Zusammenfassung: 
In dieser Studie habe ich versucht, die von den muslimischen so wie christlichen religiösen Gelehrten entwickelten Ideen Pluralismus und religiöser Toleranz, zu erforschen. Von christlicher Seite habe ich die Gedanken von Eka Darmaputera, Franz Magnis-Suseno und B.J. Banawiratma diskutiert, und von muslimischer Seite Nurcholish Madjid, Abdurrahman Wahid und Quraish Shihab.

Nurcholish Madjid, von der islamischen Seite, betont seine Diskussion auf der Perspektive islamischen Universalismus. Dabei versteht er Islam als eine mentale religiöse Haltung oder Spiritualität. Diese ist nicht auf den Islam begrenzt, sondern ist auch in anderen Religionen zu finden. Er vertritt einen Inklusivismus, d.h. die Einheit Gottes ist die absolute Wahrheit, die durch alle Religionen erreicht werden kann. Wichtig ist dabei die Befolgung der religiösen Gebote („Islam“). Abdurrahman Wahid geht das Problem des Pluralismus in konkreten Kontexten an. Dabei geht es ihm nicht so sehr um eine theologische Elaboration seiner Ideen, sondern vielmehr um eine Diskussion des Themas in Bezug auf die Demokratie. Doch in vielem ähnelt er Madjid, weil er einen analytischen und kontextualen Ansatz anwendet, um den Islam im indonesischen Kontext zu verstehen und zu implementieren. Quraish Shihab behandelt das Thema von einer theologischen Perspektive. Wie Madjid bezieht er sich auf Verse des Qur’an und die Hadiths ins einer Verteidigung des. Auch wenn er nicht die „liberale“ Position von Madjid teilt, ist sein Verständnis der Verse des Qur’an, die Pluralismus nahelegen, diesem sehr ähnlich. Was die Sharia (Islamisches Gesetz) angeht, insbesondere interreligiöse Eheschließungen, ist er jedoch recht streng. Aus seiner Sicht ist eine interreligiöse Ehe für Muslime verboten.

Auf christlicher Seite gibt es drei Vertreter der Konzepte von Pluralismus und interreligiösen Beziehungen. Der Protestant Eka Darmaputera geht die Idee des Pluralismus direkt vom Herzen der christlichen Lehre an: von der Inkarnation Jesu. In seiner Interpretationsmethode hat Darmaputera anscheinend jedoch keine Schwierigkeiten im Umgang mit dem Pluralismus. Das kann man sehen in seiner Erklärung des „funktionalen Religionsansatzes“. Er sieht Religionen nicht in ihrer Formalität, sondern vielmehr in ihrer Funktion. Der katholische Theologe Banawiratma entwickelt in seiner Disksusion des religiösen Pluralismus einen “dialogisch-kritischen kontextualen Ansatz”. Im Prinzip entwickelt er die inklusiven Lehren des zweiten Vatikanischen Konzils weiter. Für die katholischen Theologen in Indonesien war das zweite Vatikanische Konzil sehr bestimmend für das Thema des religiösen Pluralismus. Die offizielle Lehre beginnt, eine inklusive Haltung gegenüber anderen Religionen zu entwickeln. Zuvor war die exklusive Haltung in der katholischen Kirche vorherrschend, man glaubte an „extra ecclesiam nulla salus“ (keine Erlösung außerhalb der Kirche). Für Magnis-Suseno ist das Zweite Vatikanische Konzil eine vitale Grundlage für den Diskurs des Pluralismus. Aber wenn es um Pluralismus und interreligiöse Beziehungen in Indonesien geht, betont MS mehr die moralischen Werte. Er ist der Meinung, dass Ethik eine direkte Beziehung zum täglichen Leben haben sollte, sogar auch zum allgemeinen politischen Leben.
Aus den Annäherungen und Aspekten des Denkens der genannten Persönlichkeiten wird deutlich, dass ihre Perspektiven mit neuen Nuancen auf die Wichtigkeit einer dialogischen Beziehung zwischen den Religionen hinweisen. Doch hinsichtlich ihrer Relevanz im Kontext des muslimisch-christlischen Dialogs müssen einige Aspekte der genannten Ideen und Konzepte notiert werden. Muslime und Christen müssen noch einmal ihre jeweiligen religiösen Lehren zu den zwischenmenschlichen Beziehungen überdenken, die starr erscheinen, und sollten versuchen, sie in Übereinstimmung mit dem Geist von Toleranz und Menschlichkeit zu kontextualisieren. Im Kontext des soziopolitischen Lebens sollte die Pancasila als gemeinsame Basis bestätigt werden. Nur auf dieser Grundlage können die Differenzen zwischen religiösen Gruppen verhindert werden. Dies liegt an der Neutralität der Pancasila in Sachen der Religion. Dieses Prinzip sollte bewahrt werden. Jeder Versuch, ein Wertesystem, das im Widerspruch zum Neutralitätsprinzip der Pancasila steht, einzusetzen, sollte verhindert werden.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1650
URN: urn:nbn:de:gbv:18-32194
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Conrad, Lawrence I. (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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