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Titel: Nachweis der Cyclooxygenase und Untersuchung des Einflusses von selektiven und unselektiven Cyclooxygenaseinhibitoren auf Zellwachstum und Apoptoseverhalten menschlicher Gliomzellen
Sprache: Deutsch
Autor*in: Kürzel, Florian
Schlagwörter: Cyclooxygenase; COX; Migration; Proliferation; Invasion
GND-Schlagwörter: Glioblastom; Apoptosis; Zellwachstum
Erscheinungsdatum: 2006
Tag der mündlichen Prüfung: 2007-04-19
Zusammenfassung: 
Das maligne Potential der Gliome manifestiert sich in ihrer Eigenschaft zur Invasion und Proliferation. Aufgrund ihres Wachstumsverhaltens besitzen diese Tumoren trotz chirurgischer Resektion, Radiatio und Chemotherapie eine schlechte Prognose.
Gegenstand heutiger Untersuchungen in der Gliomforschung ist die Wirkung von Eicosanoiden auf das zelluläre Verhalten des Tumors. Die Metabolite der Arachidonsäure stellen Schlüsselpunkte in der Regulation vieler Zellprozesse wie Proliferation, Adhäsion, Migration und Apoptose dar. Den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt im Arachidonsäurestoffwechsel stellt die Cyclooxygenase dar. Es existieren zwei Isoformen dieses Enzyms. Die konstitutionelle Form COX 1 wird von einer Vielzahl an Zelltypen exprimiert und bestimmt die Aufrechterhaltung homöostatischer Prozesse. COX 2 hingegen stellt eine induzierbare Form dar, die auf unterschiedliche Stimuli, wie beispielsweise Entzündungen, Ischämien und Traumata, mit einer gesteigerten Prostaglandinsynthese reagiert. Erhöhte COX 2-Level ließen sich aber auch in verschiedenen Tumorentitäten zeigen.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Expression beider Isoformen in der Mehrheit von Biopsaten aus Gliomen WHO Grad I, II und IV sowie an verschiedenen Glioblastomzelllinien in Kultur nachgewiesen. Zusätzlich konnte in den meisten Glioblastomen eine Proteinexpression beider Isoformen gezeigt werden. Immunhistochemische Untersuchungen legten den Schluss nahe, dass COX 1 mit zunehmender Entdifferenzierung von Astrozytomen vermehrt synthetisiert wird. Ferner scheinen Gliome aller Malignitätsgrade zu einer Hochregulation der
COX 2-Expression zu neigen.
Die Inhibition an unterschiedlichen Stellen der Kaskade des Arachidonsäurestoffwechsels brachte neue Erkenntnisse über die Eigenschaften maligner Gliome. Es konnte gezeigt werden, dass COX-Inhibitoren zu einer reduzierten Proliferation, einer induzierten astrozytären Differenzierung sowie zur Apoptose von Gliomzellen führen.
Thromboxansynthetase-Inhibitoren sind im Gegensatz zu COX-Inhibitoren in der Lage, die Migration von Gliomzellen zu hemmen und den invasiven Phänotyp migratorischer Tumorzellen so zu verändern, dass sie einer medikamenteninduzierten Apoptose gegenüber sensibler werden.
Man ist also durch das Eingreifen in den Arachidonsäurestoffwechsel in der Lage, das maligne Potential von Gliomen in vitro zu beeinflussen und unter Umständen die Therapierbarkeit dieser Tumoren mit konventionellen Strategien wie Strahlen- oder Chemotherapie zu verbessern.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1758
URN: urn:nbn:de:gbv:18-33260
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Westphal, Manfred (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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