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Titel: Restenosierung nach Behandlung chronischer Koronarverschlüsse und nicht okkludierter Koronarstenosen durch Stentimplantation : Eine Analyse nach computerisierter Paarbildung
Sonstige Titel: Restenosis after treatment of chronic coronary artery occlusions and non occluded stenoses after stent placement : A matched pair analysis
Sprache: Deutsch
Autor*in: Rau, Thomas
Schlagwörter: Restenosis; chronic total occlusion; stent
GND-Schlagwörter: Stent; Restenose; Kardiologie; Gefäßverschluss
Erscheinungsdatum: 2007
Tag der mündlichen Prüfung: 2007-12-17
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Die interventionelle Behandlung von Koronarverschlüssen allein mittels Ballonangioplastie war durch eine hohe Restenosierungsneigung geprägt. Diese konnte zwar durch Stentimplantation vermindert werden, dennoch war unklar, ob das Vorliegen eines chronischen Koronarverschlusses einen unabhängigen Risikofaktor für das Auftreten einer Restenose nach Stentimplantation darstellt.
Fragestellung: In der vorliegenden Untersuchung wurde geprüft, ob das Vorliegen eines chronischen Verschlusses einen unabhängigen Risikofaktor für das Auftreten einer Restenosierung nach Stentimplantation darstellt.
Patienten, Methoden und Ergebnisse: Untersucht wurden die Ausgangs- und Follow-Up-Angiographien von 1276 Patienten, bei denen insgesamt 274 Okklusionen und 1442 nicht okkludierte Stenosen vorlagen. In univariater Analyse des Gesamtkollektivs war das Vorliegen einer Okklusion mit einem 1,4-fachen Risiko für das Auftreten einer Restenose verbunden (Stenosen: 27,0 %; Okklusionen 37,6 %; p < 0,0001). Allerdings unterschieden sich Okklusionen und Stenosen wesentlich in anderen Parametern, die maßgeblichen Einfluss auf die Restenosierung nehmen, wie z.B. die Länge des mit Stents versorgten Gefäßsegments. Somit ließ dieser Vergleich keine validen Schlüsse hinsichtlich der eigentlichen Fragestellung zu. Um die Störfaktoren auszubalancieren, wurde eine Paarbildung mittels eines Algorithmus vorgenommen. Durch das computerisierte Vorgehen konnten aus den 1716 Läsionen der 1276 Patienten 144 Läsionspaare identifiziert werden, die hinsichtlich des Geschlechts und Diabetesstatus der Patienten, der Läsionslokalisation und dem Typ des Stents übereinstimmten; darüber wichen die Referenzgefäßdurchmesser nur um maximal 0,3 mm, die Längen der Stent-versorgten Gefäßabschnitte nur um maximal 8 mm voneinander ab. Die Läsionen unterschieden sich jedoch darin, ob sie chronische Totalverschlüsse oder nicht okkludierte Stenosen waren. Sowohl die Restenoseraten (Stenosen: 27 %; Okklusionen: 33 %; p = 0,44) als auch die mittlere Durchmesserstenosen (Stenosen: 37 %; Okklusionen: 40 %; p = 0,35) waren nach der Paarbildung nicht signifikant verschieden voneinander. Um die Validität dieser Analyse zu überprüfen, wurde am Gesamtkollektiv eine multivariate logistische Regression auf eine Restenosierung beim Follow-Up vorgenommen. In dieser Analyse erwiesen sich das Vorliegen eines Diabetes mellitus, die minimalen Lumendurchmesser vor und nach der Intervention sowie die Länge des Stent-versorgten Segments als unabhängige Prädiktoren der Restenosierung. Diese Chance für eine Restenosierung stieg bei Vorliegen eines Diabetes um den Faktor 1,97 (p < 0,0001) und mit 10 mm Längenzunahme des Stent-versorgten Segments um den Faktor 1,36 (p < 0,0001). Größere Lumendurchmesser vor und nach der Intervention waren mit einer signifikant niedrigeren Restenosierung verbunden. Das Vorliegen einer Okklusion war nicht mit einer Erhöhung der Restenosierungswahrscheinlichkeit verknüpft. Beide Analysen zeigen übereinstimmend, dass die in univariater Analyse beobachtete erhöhte Restenosierungsrate von Okklusionen nicht auf das Vorliegen eines Gefäßverschlusses per se zurückgeführt werden kann, sondern dass diese durch assoziierte Störvariablen (confounding factors) hervorgerufen wird.
Schlussfolgerungen: Während die Langzeitergebnisse nach Behandlung von Koronarverschlüssen durch Ballonangioplastie mit einer erhöhten Restenoserate verbunden ist, stellt das Vorliegen eines Verschlusses nach Stentimplantation keinen unabhängigen Risikofaktor für eine Restenosierung dar.

Rationale: The interventional treatment of chronic total occlusions by balloon angioplasty was complicated by a markedly elevated restenosis rate. The propensity for the development of a restenosis was lowered by stent implantation. However, it was unknown whether a total occlusion remains an independent factor associated with an increased restenosis propensity after stent implantation.
The present study investigated whether the presence of a chronic total occlusion constitutes an independent risk factor for the occurrence of a restenosis after implantation of bare metal stents.
Patients, Methods and Results: The study was based on the interventional and follow-up coronary angiograms of 1276 patients, who were treated for a total of 274 chronic total occlusions and 1442 non occluded stenoses. In univariate analysis of the entire cohort, the presence of an occlusion was associated with a 1.4-fold elevated risk for the occurrence of a restenosis => 50% at Follow-Up (27.0% vs. 37.6%; p < 0.0001). However, there were marked differences between occlusions and non occluded stenoses in other parameters which are known to markedly affect the restenosis rate e.g. the length of the vessel segment subtended by stents. Thus this analysis did not allow for a valid conclusion with respect to the question of interest. A matching algorithm was developed to balance confounding factors. By this approach 144 lesion pairs were identified in the total set of 1716. These lesion pairs matched with respect to the gender and the diabetes status of the patients, the localization of the lesion und the stent-type used. The algorithm allowed for a maximal difference of 0.3 mm of the reference vessel diameter and of 8 mm in the stented vessel segment length between occlusions and non-occluded stenoses. Thus, a lesion pair of a chronic total occlusion and a non-occluded stenosis matched with respect to proven or suspected factors affecting the restenosis rate. Both, the binary restenosis rate (stenoses: 27 %; occlusions: 33 %; p = 0.44) and the mean diameter stenoses (stenoses: 37 %; occlusions: 40 %; p = 0.44) were not different in the matched lesions. To further validate this analysis, a multivariate logistic regression on the occurrence of a binary restenosis was performed in the entire cohort. In this analysis, diabetes mellitus, the diameter before and after stent-implantation, and the length of the vessel segment subtended by stents were independent predictors of restenosis. The odds risk for restenosis was 1.97 in diabetics (p < 0.0001) and increased with 10 mm stented vessel segment length by 1.36 (p < 0.0001). Larger vessel diameter before and after the intervention were associated with lower odds for the development of a restenosis. The presence of an occlusion was not independently associated with an increased risk for the development of a restenosis. Thus, both analyses concordantly demonstrate that the increased risk for a restenosis associated with the presence of a total occlusion in univariate analyses is not caused by the presence of an occlusion per se but are attributable to associated confounding factors.
Conclusions: Whereas the treatment of total occlusions by balloon angioplasty is associated with an increased restenosis rate, after stent implantation a chronic total occlusion does not constitute an independent risk factor for the development of an restenosis.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/1954
URN: urn:nbn:de:gbv:18-35237
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Schofer, Joachim (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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