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Titel: Die endosonographisch gesteuerte Drainage von Pankreaspseudozysten und -abszessen sowie intraperitonealen Empyemen
Sonstige Titel: EUS-guided drainage of pancreatic pseudocysts, abscesses and intraperitoneal empyemas
Sprache: Deutsch
Autor*in: Thöm, Sebastian
GND-Schlagwörter: Endosonographie; Drainage
Erscheinungsdatum: 2008
Tag der mündlichen Prüfung: 2005-05-30
Zusammenfassung: 
Pankreaspseudozysten, peripankreatische Abszesse und Empyeme sind häufige Komplikationen nach Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. Standardtherapie ist bislang die konventionelle oder minimalinvasive operative chirurgische Versorgung. Schon seit fast 20 Jahren stehen auch endoskopische interventionelle Therapieverfahren zu Verfügung, die sich im Zuge ihrer stetigen technischen Weiterentwicklung durch ein breites Indikationsspektrum, eine hohe Erfolgsquote sowie eine geringe Komplikationsdichte auszeichnen.
Die vorliegende retrospektive Studie stellt die Ergebnisse der endosonographisch gesteuerten endoskopischen Behandlung von Patienten mit Pankreaspseudozysten sowie peripankreatischen Abszessen und Empyemen in der Klinik und Poliklinik für interdisziplinäre Endoskopie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vor.
Zur Beurteilung des Leistungs- und Sicherheitsprofils wurden die Behandlungsdaten von 80 konsekutiven Patienten ausgewertet, die seit dem Jahr 2000 wegen zystischer Läsionen des Pankreas und des peripankreatischen Raumes behandelt wurden, davon 54 Pseudozysten mit und ohne Nekrose sowie 20 Abszesse und 6 infizierte Nekrosen.
Die Patientenstichprobe umfasst 49 Männer und 31 Frauen im Alter von 12 bis 89 Jahren (Median 56 Jahre). Erfasst und analysiert wurden klinische, diagnostische und therapeutische Merkmale wie die Ätiologie, Anzahl, Größe und Morphologie der Läsionen, Therapiedauer, spezifische Therapiemodalitäten sowie der Behandlungserfolg und die verfahrensbedingten Komplikationen.
Eine erfolgreiche initiale endoskopische Punktion und Drainage war bei 67 der 80 Patienten (83,8 %) möglich, eine langfristig erfolgreiche endoskopische Therapie in 58 Fällen (72,5 %). 22 Patienten (27,5 %) mussten aufgrund von Rezidiven oder einer Ruptur der Läsion mit retro- oder intraperitonealer Ausbreitung operativ versorgt werden. Als verfahrensbedingte Komplikationen waren bei 12 Patienten (15 %) milde Blutungen zu beobachten, die spontan sistierten oder endoskopisch kontrolliert werden konnten. Schwerwiegende Komplikationen oder verfahrensbedingte Todesfälle waren nicht zu beobachten. Es konnte keine signifikante Abhängigkeit des Behandlungserfolges oder der Rezidivhäufigkeit von Alter oder Geschlecht der Patienten sowie Größe oder Morphologie der Läsionen nachgewiesen werden. Die Behandlungsdauer insgesamt korrelierte mit der Größe der Pseudozysten, Abszesse und Empyeme.
Somit konnten die formulierten Prüfhypothesen als brauchbar bestätigt und für die endoskopische Therapie eine universelle Einsetzbarkeit, eine hohe Effektivität unabhängig von wesentlichen Patienten- oder Krankheitsmerkmalen bei günstigem Sicherheitsprofil nachgewiesen werden. Unter Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten wie endosonographischer Steuerung, multipler Führungsdrahteinlagen sowie aggressiver Debridements konnten nahezu alle Läsionen initial erfolgreich drainiert und reduziert werden, so dass auch im Falle langfristig endoskopisch nicht beherrschbarer Situationen ein chirurgischer Eingriff in der Akutsituation und die damit verbundenen Risiken regelmäßig vermieden wurden.
Im Vergleich zu den bisher vorliegenden Studien deuten die hier präsentierten Ergebnisse darauf hin, dass sich die Indikation zur endoskopischen Therapie von Pseudozysten mit günstigem Ergebnis- und Sicherheitsprofil ausweiten lässt.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/2393
URN: urn:nbn:de:gbv:18-39621
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Soehendra, Nib (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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