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Titel: Herstellung von Sicherheit und Produktion von Kontrollräumen im Kontext von Großevents: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Hamburg
Sonstige Titel: Event driven security policies and spatial control: The World Cup 2006 in Hamburg
Sprache: Deutsch
Autor*in: Baasch, Stefanie
GND-Schlagwörter: Stadtentwicklung; Sicherheit und Ordnung; Großveranstaltung; Fußballweltmeisterschaft <2006>; Qualitative Sozialforschung; Diskursanalyse
Erscheinungsdatum: 2009
Tag der mündlichen Prüfung: 2009-01-21
Zusammenfassung: 
Ausgehend von der These, dass Großevents zu einer Verstärkung von Sicherheits- und Kontrollpolitiken beitragen, befasst sich die vorliegende Untersuchung mit der Analyse solcher Dynamisierungseffekte am Beispiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Hamburg.

Hierfür werden mehrere konzeptionelle Forschungsstränge miteinander verknüpft: Stadtentwicklung und Großevents (von Häußermann & Siebel 1993 unter dem Begriff „Festivalisierung von Stadtpolitik“ konzeptionell zusammengeführt) sowie das Forschungsfeld zu städtischer (Un-)Sicherheit.

Die Arbeit ist im Bereich der kritischen Stadtforschung zu verorten. Als theoretische Basis dienen die Konzepte von Disziplinar- und Kontrollgesellschaften, die sich auf Foucault (1975) bzw. Deleuze (1993) beziehen. Diese lenken den Blick auf gesellschaftlichen Entwicklungen und steigende Überwachung z.B. durch Videokameras, einer Verdrängung von so genannten Randgruppen aus Stadträumen und Effekte der (Selbst-)reglementierung von Verhalten.

Zentrales Erkenntnisinteresse der Studie ist die Identifizierung und Analyse von Festivalisierungsdynamiken im Hinblick auf Kontroll- und Sicherheitspolitiken.

Methodisch folgt die Untersuchung einem qualitativen Forschungsansatz, in dem ergänzend auch quantitative Analyseverfahren Verwendung finden. Der empirische Ansatz nähert sich den Forschungsfragen aus drei verschiedenen Blickwinkeln:
Erstens, leitfadengestützte Experteninterviews mit lokalen Akteuren, die im Kontext ihrer jeweiligen Tätigkeit mit der WM 2006 in Hamburg befasst waren, zweitens, einer Analyse der lokalen Presseberichterstattung zu Sicherheitsaspekten im Kontext des Events und drittens, einer Dokumentenanalyse einschlägiger Publikationen staatlicher Organe zu WM-Sicherheitsthemen.

Insgesamt zeigen die empirischen Ergebnisse nicht nur klar erkennbare Dynamisierungseffekte für Sicherheits- und Kontrollpolitiken im Zuge der WM 2006, sondern identifizieren auch die Produktion von Kontrollräumen als eine wichtige Strategie bei der Herstellung von Sicherheit.

Do big events have an influence on control and security politics by using the particular dynamics within the preparation of these events? This present study searches for answers to this question by analysing whether and to what extent the WC 2006 was used for legitimating security politics.

The theoretical background is based upon the ideas of disciplinary society (Foucault 1975) and control society (Deleuze 1993). This draws the attention to an increase of urban surveillance and its effects on self regulation behaviour as well as the exclusion of marginalized groups of inner cities. The study integrates interdisciplinary perspectives of urban development, big events and urban security. The own approach is built on two areas of urban research: First, it based on the idea of event driven urban policies, which refers to the work of the urban researchers Häußermann und Siebel (1993). They identified the implementation of big events as an important measure to speed up city development policies and labelled this neoliberal policy type as „the policy of the big events“. Until now, research in this field focuses mainly on economic, infrastructural and image factors but not on its effects of urban security policies. Second, the own approach considers the intensive research in the field of urban security and control in general, especially triggered by urban politics which were heavily influenced by the broken windows paradigm not only in the USA but also in Europe.

The main research question focuses on event driven security policies in the context of the WC 2006, their main actors, the legitimating processes and strategies within these policies and spatial effects on different levels.

Regarding the methodology, the study follows a qualitative approach by using methods like expert interviews and qualitative content analysis of press articles and documents, supplemented by frequency-based quantitative analysis.

The doctoral thesis discusses the discursive production of risks and security demands. Further, it identifies legitimating strategies and processes of security politics. In sum, the empirical results elucidate event driven effects on security politics and they identify the construction of areas under control as one important strategy for security production.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/2456
URN: urn:nbn:de:gbv:18-40231
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Oßenbrügge, Jürgen (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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