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Titel: Partielle Deletion von 4p- und 4q- Material in einem Fetus mit Ringchromosom 4-Phänotyp und molekulare Kartierung der Bruchpunkte
Sprache: Deutsch
Autor*in: Kocks, Anna
Erscheinungsdatum: 2008
Tag der mündlichen Prüfung: 2009-02-25
Zusammenfassung: 
In der vorliegenden Arbeit wurde die chromosomale Veränderung bei einem Patienten mit komplexen Fehlbildungen zytogenetisch und molekulargenetisch charakterisiert. Es handelte sich um einen Feten mit einem weiblichen Karyotyp mit Mosaik für Monosomie des Chromosoms 4 bzw. Ringchromosom 4 (45, XX, -4/46, XX, r(4)). Die Bruchpunkte des Ringchromosoms konnten mit molekularen Methoden (FISH) eingegrenzt werden. Er liegt auf dem langen Arm des Chromosoms 4 in einem 23,8 Mb großen Intervall zwischen den Klonen RP11- 4D13 und RP11- 79K2, in der Bande 4q33. Auf dem kurzen Arm des Chromosoms 4 konnte er zwischen den Klonen RP11- 7A6 (4p16.2) und RP11- 81L15 (4p15.3) in einem 9,7 Mb großen Intervall lokalisiert werden. Die verwendeten PAC/BAC-Klone wurden durch Sequenzierung verifiziert, um falsch lokalisierte Klone und die Hybridisierung mit Pseudogenen auszuschließen.
Nach der molekularen Bruchpunktbestimmung wurde die Deletionsgröße mit den Ergebnissen der makroskopischen, neuropathologischen und histologischen Untersuchung korreliert und mit den Daten aus der Literatur verglichen.Die beschriebenen Geschichtsdysmorphien, Mittelliniendefekte, Herzfehler und Wachstumsretardierungen treten sowohl beim 4p- als auch beim 4q-Deletionssyndrom auf. Die neurohistopathologischen und immunhistologischen Befunde ergaben keine sichtbaren Veränderungen und zeigten allesamt altersentsprechende Normalbefunde.
Die erhobenen Befunde zeigen, dass HAND2, ein Kandidatengen für Herzfehler, welches proximal von BAC-Klon RP11- 79K2 in der Region 4q33 lokalisiert, im vorliegenden Fall deletiert ist. Das vorliegende klinische Bild passt gut zu einer Veränderung der Expression von HAND2. Aufgrund der vorliegenden Daten konnte ein weiteres potentielles Kandidatengen für Extremitätenfehlbildungen weiter eingegrenzt werden. Die Befunde sprechen dafür, dass das verantwortliche Gen in der Region 4q33 proximal von RP11- 79K2 lokalisiert ist.
In der vorliegenden Arbeit konnte durch neuropathologische und immunhistochemische Untersuchungen gezeigt werden, dass der Fet neuropathologisch keine Veränderungen aufwies. Dies deutet darauf hin, dass möglicherweise die WHS-typischen pathologischen Veränderungen des ZNS mit den von uns verwendeten Methoden nicht dargestellt werden können oder diese Veränderungen in der 21. SSW noch nicht vorhanden sind. Letzteres wäre von erheblicher Bedeutung für die Suche nach neuen Kandidategenen für diese neuronalen Veränderungen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/2520
URN: urn:nbn:de:gbv:18-40826
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Gal, Andreas (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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