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Titel: Funktion der Somatostatinrezeptoren in der humanen Epidermis
Sprache: Deutsch
Autor*in: Vockel, Matthias
Schlagwörter: G-Protein-gekoppelter Rezeptor; Tight Junctions; Peptidhormon; Signaltransduktion; Keratinozyten
GND-Schlagwörter: Somatostatin; Wundheilung; Epidermis
Erscheinungsdatum: 2009
Tag der mündlichen Prüfung: 2009-09-18
Zusammenfassung: 
Somatostatin (SST) ist ein inhibitorisches Peptidhormon mit weit verbreiteter Expression in vielen Geweben. Die physiologischen Wirkungen von SST werden durch fünf Rezeptorsubtypen (SSTR1-5) vermittelt, die nach Aktivierung unterschiedliche Signalwege aktivieren können. In dieser Arbeit wurde der Effekt von SST auf Keratinozyten und die Funktion des Somatostatin-Ligand/Rezeptorsystems in der humanen Epidermis untersucht.
Zunächst wurde die Genexpression von SST in der humanen Haut nachgewiesen. SST-positive Einzelzellen in der humanen Epidermis konnten immunhistologisch als endokrine Merkelzellen sowie dendritische Langerhanszellen identifiziert werden. Ebenfalls konnte die Expression aller fünf Rezeptorsubtypen in der Haut und in primären Keratinozyten gezeigt werden. Exemplarisch konnte für den Subtyp SSTR3 die Expression im stratum granulosum der Epidermis und die subzelluläre Lokalisation in epithelialen Tight Junctions gezeigt werden. Durch Präzipitationsexperimente konnte eine spezifische Interaktion des SSTR3 mit dem Tight Junction-Protein MUPP1 nachgewiesen werden. Die Expression und Lokalisation des SSTR3 und MUPP1 ist dabei vom Differenzierungsstadium der Keratinozyten abhängig.
Die Funktionalität der SST-Rezeptoren wurde durch die Agonisten-vermittelte Inhibition des cAMP-Signalweges bestätigt. Die SSTR-Aktivierung moduliert ebenfalls den MAP-Kinase-Signalweg, dabei sind subtypspezifische Effekte zu beobachten. SST beeinflusst weitergehend die Barrierefunktion von Keratinozyten, in dem es nach dem Aufbau funktioneller Tight Junctions eine Reduktion der parazellulären Permeabilität bewirkt. Dies wird durch eine SST-vermittelte Änderung der Zusammensetzung von Tight Junctions verursacht, da eine Zunahme der Claudin 4-Expression nach Rezeptoraktivierung festgestellt werden konnte.
Die Aktivierung von SST-Rezeptoren reguliert zudem die epidermale Wundheilung, so bewirkt SST im ex vivo- Wundmodell eine Verzögerung der Reepithelialisierung. Zum einen hat die SST-Stimulation einen deutlichen antiproliferativen Effekt auf Keratinozyten; dies wird durch SSTR5 bzw. SSTR1 vermittelt. Zum anderen inhibiert SST die Migration der Zellen; dieser Effekt wird durch alle SSTR-Subtypen vermittelt. Die SSTR-Aktivierung ändert dabei die Aktindynamik und verringert die Lamellipodienausbreitung während der Migration. Diese Regulation des Aktin¬zytoskeletts lässt sich durch eine geringere Aktivität der Rho-GTPase Rac1 nach SST-Stimulation erklären. Zusammenfassend beeinflusst das SST/SSTR-System vielfältige Funktionen von Keratinozyten wie die Barrierefunktion, die Proliferation und die Migration. Eine Modulation von SST-abhängigen epidermalen Signalwegen durch SSTR-Agonisten oder Antagonisten könnte bei Barrierestörungen der Haut, bei der Wundheilung oder in der Tumortherapie sinnvoll sein.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/2779
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43403
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kreienkamp, Hans-Jürgen (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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