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Titel: Untersuchungen zum Distalbiss von einer Prämolarenbreite unter besonderer Betrachtung von Therapiebeginn, Therapieform und Compliance
Sprache: Deutsch
Autor*in: Lücke-Siebrasse, Katrin
Schlagwörter: Behandlungsbeginn; Behandlungserfolg
GND-Schlagwörter: Distalbiss; Kieferorthopädie
Erscheinungsdatum: 2009
Tag der mündlichen Prüfung: 2009-09-02
Zusammenfassung: 
In der vorliegenden Arbeit wurden Behandlungsunterlagen von Patienten mit einem ausgeprägten Distalbiss vom Typ Angle Klasse II (Klasse II/1 und Klasse II/2) mit mindestens einer Prämolarenbreite untersucht. Bei der schwierig zu therapierenden Anomalie handelt es sich um eine besonders ausgeprägte und somit eher seltene Fehlstellung mit stark erhöhter Komplexität. Dabei war der ANB-Winkel als Parameter für die sagittale Lagebeziehung von Oberkiefer zu Unterkiefer vor Behandlungsbeginn stark vergrößert. Ferner zeigte sich gemäß des Index of Treatment Need (IOTN) bei allen untersuchten Patienten ein moderater bis eindeutiger Behandlungsbedarf. Des Weiteren lag der vor Behandlungsbeginn ermittelte PAR-Wert, als Parameter für den Behandlungserfolg, im oberen Bereich. Die kieferorthopädische Behandlung erfolgte in der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und wurde zwischen Oktober 1981 und August 1995 begonnen. Der Behandlungsabschluss lag zwischen Oktober 1989 und Februar 1998. Die Patienten der vorliegenden Studie wurden entsprechend ihres Gebissentwicklungsalters in drei Dentitionsgruppen (Ds2-Ds4) eingeteilt. Diese drei Altersgruppen wurden in Hinblick auf Behandlungsbeginn, Behandlungsdauer, Behandlungsform, Behandlungserfolg sowie Patientenmitarbeit verglichen. Die Untersuchung der Behandlungsunterlagen erfolgte unter Verwendung klinischer, modell- und röntgenanalytischer Methoden.

Die Behandlung der Ds2-Patienten erfolgte zu 64,3% unter Einsatz einer Kombination aus festsitzenden Geräten, FKO- und Plattenapparaturen, während die Patienten der Ds4-Gruppe zu 57,1% ausschließlich mit festsitzenden Apparaturen behandelt wurden. Als mögliche Folge der überwiegend in mehreren Phasen durchgeführten Behandlung wiesen die frühbehandelten Patienten (Ds2) mit durchschnittlich 63,1 Monaten die signifikant längste Behandlungsdauer auf (p < 0,001). Häufig relativierte sich jedoch die lange Behandlungsdauer durch eine Behandlungspause zwischen erster und zweiter Phase.
Der längeren Behandlungszeit in der Ds2-Gruppe stand eine im Vergleich zur Ds4-Gruppe deutlich geringere Extraktionsrate gegenüber (Ds2: 37,7%, Ds4: 76,2%). Zudem gelang es bei den Ds2-Patienten die sagittale Lagebeziehung von Ober- zu Unterkiefer durch Vorverlagerung des Unterkiefers während der Therapiephase zu verbessern. In der Gruppe der spätbehandelten Patienten fand sich hingegen keine Veränderung der rückverlagerten Unterkieferposition. Berücksichtigt werden sollte in diesem Zusammenhang, dass während einer längeren Behandlung auch ausgeprägtere Wachstumseffekte zu erwarten sind. Ferner konnte in der Ds2-Gruppe ein günstigerer IOTN sowie eine höhere PAR-Wert-Reduktion als Maß für den Behandlungserfolg erzielt werden. Im Vergleich zu den männlichen Patienten fiel bei den weiblichen - vor allem in der Ds2-Gruppe - eine bessere Mitarbeit und eine größere PAR-Reduktion auf. Eine gute Mitarbeit führte zu einer kürzeren Behandlungsdauer (p < 0,05); eine Kombination aus festsitzenden Geräten, FKO- und Plattenapparaturen zu einem gutem Behandlungserfolg, gemäß der Ergebnisse der PAR-Reduktion.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/2789
URN: urn:nbn:de:gbv:18-43500
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kahl-Nieke, Bärbel (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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