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Titel: Syphilis im Hamburg der Nachkriegszeit
Sonstige Titel: Syphilis in the postwar-period in Hamburg
Sprache: Deutsch
Autor*in: Lahn, Anna Valentina
Schlagwörter: Syphilis; Hamburg; Nachkriegszeit; Meldepflicht
Erscheinungsdatum: 2009
Tag der mündlichen Prüfung: 2010-09-15
Zusammenfassung: 
Die Arbeit stellt die historische Entwicklung der Therapie, der Meldepflicht und der Gesetzgebung zum Thema Syphilis im Hamburg der Nachkriegszeit dar. Anhand dieser drei Themenbereiche wird herausgearbeitet werden, wie sich Moralvorstellungen und medizinische Argumente bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten ergänzten oder auch widersprachen. Der hier untersuchte Komplex schließt an die Frage an, ob strenge Reglementierung oder Aufklärung sinnvoller bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sind, was auch heute wieder oder immer noch zu erörtern ist.
Vor allem der Zeitraum der Nachkriegszeit bis 1970 wird bearbeitet, da sich in dieser Zeit bei der Therapie der Syphilis, in der Gesetzgebung und auch bei der Meldepflicht große Veränderungen ergaben. Das Hamburg der Nachkriegszeit war geprägt durch die Einflüsse der britischen Besatzung, durch die Besonderheiten als Hafenstadt und Zentrum des Handels, sowie durch zahlreiche Vergnügungslokale, aber auch durch heftige Diskussionen innerhalb der Ärzteschaft, was den Umgang mit Geschlechtskranken betraf. Ein herausragender Verfechter eines liberaleren Umgangs mit diesen Patienten war der Hamburger Arzt Gustav Hopf. Wie in der Untersuchung ersichtlich wird, hatte er die Ärzteschaft immer wieder dazu aufgerufen die Geschlechtskrankheiten mit Menschlichkeit und nicht mit Härte zu bekämpfen. Es wird einleitend ein kurzer Vergleich mit dem Umgang Geschlechtskranker in Großbritannien aufgestellt, um die Lage im Heimatland der Besatzer vor Augen zu haben, bevor dann die Konflikte zwischen Hamburgern und Briten dargelegt werden. Dabei wird besonders auf die Gesetzgebung in der Hansestadt eingegangen.
Im Bereich der Therapie der Syphilis war schon recht früh klar, dass Penicillin das beste Medikament war. Aber die Therapie war im Vergleich mit dem Salvarsankurschema so einfach geworden, dass man befürchtete, damit unmoralischen Lebenswandel zu unterstützen. In dieser Arbeit wird Schritt für Schritt und Jahr für Jahr, der lange Weg von 1945 bis 1970 wiedergegeben, der beschritten werden musste, damit sich in Deutschland die Monotherapie mit Penicillin bei Syphilis durchsetzte. Es werden die sich verändernden Meinungsbilder in der deutschen Ärzteschaft von dem Beginn der Penicillinproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg und der Medikamentenknappheit über die verschiedenen Kombinationsschemata bis hin zur alleinigen Penicillintherapie dargestellt. Des Weiteren wird die Hamburger Geschlechtskrankenstatistik thematisiert. Auch wird ein Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland aufgestellt.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/3065
URN: urn:nbn:de:gbv:18-47898
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Schmiedebach, Heinz-Peter (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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