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Titel: Evaluation eines Therapieprogramms für Kinder mit entwicklungsbedingten räumlich-konstruktiven Störungen
Sonstige Titel: Evaluation of a Training Program for Children with Developmental Constructional Disorders
Sprache: Deutsch
Autor*in: Schroeder, Anne
Schlagwörter: räumlich-konstruktive Störung; nonverbale Lernstörung; visuo-constructional disabilites; Nonverbal Learning Disabilities
GND-Schlagwörter: Neuropsychologie; Kinderpsychotherapie
Erscheinungsdatum: 2010
Tag der mündlichen Prüfung: 2010-06-30
Zusammenfassung: 
Theoretischer Hintergrund und Fragestellung: Räumlich-konstruktive Störungen werden im Kindesalter häufig in Verbindung mit Entwicklungsstörungen beobachtet. Sie stellen ein Risikofaktor für das Ausbilden von Rechenstörungen dar. Es wurde ein Therapieprogramm für jüngere Kinder entwickelt und evaluiert. Das Therapieprogramm beinhaltet Elemente der räumlichen Wahrnehmung, Vorstellung, Konstruktion und Orientierung unter Einbezug metakognitiver Strategien.
Methode: Im Rahmen einer Pilotstudie erhielten 15 Kinder im Alter von 5-11 Jahren (IQ > 70) mit klinisch relevanten räumlich-konstruktiven Störungen, die nicht auf erworbene Schädigungen des Gehirns zurückzuführen waren, eine Einzeltherapie über durchschnittlich 20 Stunden. Sie wurden zu fünf Zeitpunkten hinsichtlich ihrer visuell-räumlichen Fähigkeiten, exekutiven Funktionen und Aufmerksamkeit sowie Rechenfertigkeiten untersucht.
Ergebnisse: Einfaktorielle Varianzanalysen mit Messwiederholungen sowie Paarvergleiche anhand von t-Test ergaben signifikante Effekte im räumlich-konstruktiven Bereich und dem visuell-räumlichen Gedächtnis mit großen Effektstärken. Der Therapieeffekt erwies sich als spezifisch und mittelfristig stabil. Es konnte ein Transfer auf eine verbesserte Vorstellung des Zahlenraumes nachgewiesen werden, nicht aber auf allgemeine Rechen- und Alltagsfertigkeiten. Die Therapiezufriedenheit der Kinder, Eltern und Therapeuten war hoch.
Diskussion: Das vorliegende Therapieprogramm hat sich als geeignet erwiesen, entwicklungsbedingte räumlich-konstruktive Störungen bei Kindern zu normalisieren.

Background: Constructional disorders are often discussed in connection with several developmental disorders. This disorder is often linked to dyscalculia. In order to improve visual constructional abilities in young children and to reduce the risk of dyscalculia, a training program was developed and evaluated. The program aims to improve spatial perception, imagery, construction and orientation with the help of individual metacognitive skills.
Methods: 15 children (5-11 years) with severe visual constructional disorders, an IQ higher than 70 and without acquired brain damage participated in the program for on average 20 hours of individual therapy. The children were assessed for their spatial abilities, attention, executive functions and arithmetic skills. Data was collected at 5 fixed time points.
Results: One-way analysis of variance with repeated measures and paired comparisons with t-tests revealed significant and specific training effects in spatial construction, and visual-spatial memory with high effect sizes. The effects remained stable. A transfer to basic mathematic skills such as placing numbers on an analogue number line could be identified. Parents reported no transfer to everyday skills. The program was overall rated well by children, parents and therapists.
Discussion: The developed program has proven successful in normalizing visual constructional disabilities in young children.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/3703
URN: urn:nbn:de:gbv:18-46828
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Probst, Paul (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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