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Titel: Vergleich der Verträglichkeit von Irinotecan und Oxaliplatin zwischen älteren und jüngeren Patienten mit kolorektalem Karzinom
Sonstige Titel: Comparison of the tolerability of Irinotecan and Oxaliplatin between elder and younger patients with colorectal cancer
Sprache: Deutsch
Autor*in: Marquardt, Goentje-Gesine
GND-Schlagwörter: Onkologie; Chemotherapie; Klinische Pharmazie; Geriatrie; Arzneimittelnebenwirkung; Lebensqualitt; Neurotoxizitt
Erscheinungsdatum: 2011
Tag der mündlichen Prüfung: 2011-11-04
Zusammenfassung: 
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Verträglichkeit der Zytostatika Irinotecan und Oxaliplatin bei älteren Darmkrebspatienten. Als ältere Patienten wurden jene über 65 J. betrachtet. Zur Bestimmung der Verträglichkeit wurden Häufigkeiten und Schweregrade des Auftretens typischer Nebenwirkungen von Irinotecan und Oxaliplatin im Verlauf der Chemotherapie bei älteren und jüngeren Patienten prospektiv erhoben und miteinander verglichen. Sämtliche applizierten Dosen wurden dokumentiert. Ebenso wurde die Lebensqualität als Parameter der Verträglichkeit im Therapieverlauf regelmäßig bestimmt. Zur besseren Bewertung des biologischen Alters, wurde bei den älteren Patienten vor Beginn und am Ende der Chemotherapie oder nach 12 Zyklen ein Geriatrisches Assessment durchgeführt.
Die Ergebnisse aus der Irinotecangruppe zeigten zum Einen, dass eine Langzeittherapie unter Erhaltung einer akzeptablen Lebensqualität möglich ist. Zum anderen zeigte diese Arbeit, dass innerhalb einer kleinen Kohorte älterer Patienten die Verträglichkeit interindividuell stark variiert. Das geriatrische Assessment lieferte wichtige Zusatzinformationen über die physische und mentale Fitness der Patienten und ermöglichte eine Einschätzung der Belastbarkeit der Patienten.
Die Ergebnisse aus der Oxaliplatingruppe zeigten, dass sich die insgesamt applizierte Oxaliplatin-Dosis nicht zwischen den Altersgruppen unterschied. Jeder Patient erhielt im Therapieverlauf mindestens einmal eine Dosisreduktion. Diese wurden bei den Älteren bereits von Beginn der Therapie an verordnet, bei den jüngeren Patienten erst im weiteren Verlauf der Therapie, dann jedoch in größerem Ausmaß.
Ältere Patienten verzeichneten einen stärkeren Anstieg der Schweregrade der Thrombopenie und eine Zunahme der Stärke des Haarausfalls. Jüngere litten stärker unter Übelkeit und Erbrechen und erreichten früher als Ältere höhere Schweregrade der Neurotoxizität.
Die Lebensqualität variierte in beiden Altersgruppen im Therapieverlauf. Jüngere Patienten wiesen gegenüber den Älteren eine stärkere negative Beeinflussung der Sozialen, Emotionalen und der Kognitiven Funktionalität durch die Chemotherapie auf. Ebenso gaben sie mehr Einschränkungen in ihrer Rollenfunktion an und empfanden mehr finanzielle Belastung. Die älteren Patienten wiesen eine stärkere Belastung durch Dyspnoe auf. Die Lebensqualität der Älteren wurde insgesamt durch die Chemotherapie nicht negativ beeinflusst. Ebenso blieb das Ergebnis des geriatrischen Assessments unverändert.
Diese Arbeit hat somit gezeigt, dass qualitative und quantitative Unterschiede bezüglich der Verträglichkeit von Oxaliplatin zwischen Älteren und Jüngeren bestehen. Diese Unterschiede bedeuten jedoch nicht, dass ältere Patienten durch ihre Chemotherapie stets eine stärkere Beeinträchtigung als jüngere Patienten aufweisen. Das chronologische Alter alleine scheint keine Kontraindikation gegen eine Chemotherapie mit Irinotecan oder Oxaliplatin zu sein.

The present work focused on the tolerability of irinotecan and oxaliplatin in elderly patients with colorectal cancer. Patients aged 65 years or older were defined as „elderly“. In order to compare tolerability of irinotecan and oxaliplatin between elderly and younger patients frequency and severity of certain adverse drug events were assessed prospectively during chemotherapy. Also, all applied dosages of chemotherapy were documented. Patients filled a quality of life questionnaire at defined time points during chemotherapy and elderly patients had geriatric assessment before starting and at the end of their therapy or before the 12th course.
Data of the patients treated with Irinotecan showed on the one hand, that long-time therapy is feasible with an acceptable quality of life even in elderly patients. On the other hand, results revealed a high interindividual variability in tolerance of chemotherapy in this small patient cohort. The geriatric assessment gave helpful additional information about the mental and physical fitness of the patients and allowed to measure the capacity oft he patients.
The results from patients treated with oxaliplatin showed no differences in administered oxaliplatin doses between elderly and younger patients. Every patient received at least one course with reduced dose. Elderly patients had minor dose reductions right from the beginning of therapy, whereas younger patients were treated with full doses until course 6 before receiving major reductions towards the end of their chemotherapy.
Elderly patients had more pronounced thrombopenia and alopecia while younger patients suffered higher grades of nausea and vomiting and reached higher grades of neurotoxicity at earlier CTx courses.
Quality of life varied during chemotherapy but, on average, was not different between both patient groups. Elderly patients reported better social, emotional, role and cognitive functioning. Younger patients were more afflicted with financial problems, elderly people with dyspnoea. Chemotherapy did not influence the results oft the geriatric assessment.

The present study reveals, qualitative and quantitative differences in the tolerability of elderly and younger patients with colorectal cancer towards oxaliplatin. However, quality of life of elderly people is not necessarily more impaired during chemotherapy than quality of life of younger patients. Chronologic age per se seems to be no contraindication against chemotherapy with irinotecan or oxaliplatin.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4247
URN: urn:nbn:de:gbv:18-53957
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Dartsch, Dorothee (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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