Volltextdatei(en) vorhanden
Titel: Phänotypische Charakterisierung des Immunzellinfiltrates in der experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis
Sprache: Deutsch
Autor*in: Neumann, Johannes
Schlagwörter: EAE; Multiple Sklerose; Immunologie; Infiltrat; T-Zellen; NK-Zellen
Erscheinungsdatum: 2011
Tag der mündlichen Prüfung: 2012-02-03
Zusammenfassung: 
Multiple Sklerose (MS) ist eine autoimmun-vermittelte Entzündung von Gehirn und Rückenmark die initial meist schubförmig verläuft und im späteren Krankheitsverlauf in eine chronisch progrediente Phase (SPMS) übergeht. Bislang ist unklar, ob und in welcher Form entzündliche Faktoren an dieser Krankheitsphase beteiligt sind. In einem tierexperimentellen Modell der MS, der durch MOG35-55 Peptid induzierten experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) in der C57BL/6 Mauslinie, folgt auf eine initiale akute Krankheitsphase eine durch nur inkomplette Remission gekennzeichnete chronische, stabile Krankheitsphase, welche durch sporadische Schübe unterbrochen sein kann. Anhand dieses Modells einer chronischen autoimmunen Entzündungsreaktion des ZNS wurde untersucht, welche Immunzellen an der Initiierung, der akuten Reaktion sowie an der verbleibenden chronischen autoimmunen Entzündungsreaktion beteiligt sind. Dazu wurde der zeitliche Verlauf der Entzündungsreaktion im ZNS von C57BL/6 Mäusen nach Immunisierung durchflusszytometrisch charakterisiert und später mittels histopathologischer Untersuchungen verifiziert.
Die Entzündungsreaktion im ZNS folgte dabei einer monomodalen Dynamik, welche zeitlich mit dem akuten klinischen Krankheitsverlauf korrelierte. Dabei ließ sich bereits zwei Tage vor Krankheitsbeginn eine geringe Infiltration von CD45+ Immunzellen ins ZNS nachweisen. Zu diesem Zeitpunkt infiltrieren vor allem Makrophagen (21%). In der akuten Entzündungsreaktion infiltrierten neben CD4+ T-Zellen (8%) massiv Makrophagen (25%) und myeloide dendritische Zellen (DZ, 20%), die damit den größten Anteil des Infiltrates ausmachten. Auf diesen Zellen wurden zu diesem Zeitpunkt auch die Reifungsmarker CD80 und MHCII maximal exprimiert. Etwa sieben Tage nach dem Krankheitsmaximum sank die Anzahl der infiltrierenden Zellen von über 2 Millionen auf etwa 200.000 CD45+ Zellen ab, jedoch setzte sich dieses verbliebende chronische Infiltrat vor allem aus noch stark aktivierten myeloiden DZ und CD25-exprimierenden CD4+ T-Zellen zusammen. Dies weist darauf hin, dass nach einer entzündlichen Reaktion noch für einen längeren Zeitraum aktivierte Immunzellen im ZNS verbleiben und somit auch noch zu einer weiteren Schädigung des Gewebes beitragen könnten. Zur bildmorphologischen Korrelation der Ergebnisse wurden histologische und immunhistochemische Färbungen des ZNS durchgeführt. Diese zeigten vor allem im cervikalen Rückenmark demyelinisierte Läsionen mit massiver T-Zell- und Makrophagen-Infiltration. In der chronischen Phase war das Immunzellinfiltrat nur noch schwach nachweisbar, die Demyelinisierung war jedoch konstant. Diese Ergebnisse korrelierten somit gut mit jenen der Durchflusszytometrie.
In der Zukunft könnten funktionelle Experimente mit den chronisch im ZNS verbleibenden Immunzellen durchgeführt werden, um zu klären, inwiefern diese Zellen zur Auslösung weiterer Krankheitsschübe oder zur Entstehung eines chronischen Schadens beitragen können. Solche Experimente könnten zum besseren Verständnis der chronischen Entzündungsprozesse führen und eine Evaluierung neuer Therapiestrategien ermöglichen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4373
URN: urn:nbn:de:gbv:18-55470
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Martin, Roland (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat  
Dissertation.pdf11.26 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Zur Langanzeige

Diese Publikation steht in elektronischer Form im Internet bereit und kann gelesen werden. Über den freien Zugang hinaus wurden durch die Urheberin / den Urheber keine weiteren Rechte eingeräumt. Nutzungshandlungen (wie zum Beispiel der Download, das Bearbeiten, das Weiterverbreiten) sind daher nur im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) erlaubt. Dies gilt für die Publikation sowie für ihre einzelnen Bestandteile, soweit nichts Anderes ausgewiesen ist.

Info

Seitenansichten

27
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 13.04.2021

Download(s)

8
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 13.04.2021
Werkzeuge

Google ScholarTM

Prüfe