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Titel: Das Netzwerk der multidisziplinären Betreuung und der onkologische Patient : Nutzen oder Schaden?
Sonstige Titel: Cancer patients in the network of multidisciplinary care : harm or benefit?
Sprache: Deutsch
Autor*in: Ewert, Jo Nikolas
Schlagwörter: Interdisziplinäres Team; multidisziplinär; interprofessionell; Selbstwahrnehmung im Behandlungsteam; Multidisciplinary Team; interdisciplinary; interprofessional; self-perception; patients perspective
GND-Schlagwörter: Gruppe; Onkologie; Psychoonkologie; Fragebogen; Patient
Erscheinungsdatum: 2013
Tag der mündlichen Prüfung: 2013-07-05
Zusammenfassung: 
In der modernen Tumortherapie begegnen Patienten einer Vielzahl von Ärzten verschiedener Disziplinen, Pflegern, Physiotherapeuten und weiteren Gesundheitsarbeitern. Über die psychischen Auswirkungen der multidisziplinären Behandlung auf den Patienten ist wenig bekannt. Um die Patientenperspektive besser zu verstehen, wurde in der vorliegenden Arbeit
die Selbstwahrnehmung der Integration von Tumorpatienten ins multidisziplinären Behandlungsteam untersucht. Hauptziele der Studie waren Identifizierung der Faktoren, die für die Selbstwahrnehmung ausschlaggebend sind sowie Feststellung der Zusammenhänge
zwischen Selbstwahrnehmung im Team und psychischer Morbidität sowie Zufriedenheit mit der Behandlung.
Zu diesem Zweck wurde eine explorative Fragebogenstudie an N = 118 Tumorpatienten des Klinikum Neukölln in Berlin durchgeführt. Der Fragebogen wurde anforderungsbezogen konstruiert und durch etablierte Fragebogenelemente, wie die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS), das Distress Thermometer (DT) sowie die FAMCARE Patient
Satisfaction Scale vervollständigt. Mit Hilfe eines Pretests an 23 Patienten wurde der Fragebogen validiert und im Erhebungszeitraum durch Karnofsky Index, Tumorstadium und soziodemografische Daten ergänzt. Das Patientenkollektiv wurde, entsprechend der Selbstwahrnehmung im Behandlungsteam, in folgende zwei Gruppen geteilt: Gruppe 1
zugeordnete Patienten empfinden sich als „Teil des Teams” oder „im Zentrum des Teams” stehend. Patienten der Gruppe 2 geben an, „außerhalb des Teams“ zu stehen oder „kein Team zu sehen“.
Neben der deskriptiven Analyse steht der Vergleich dieser Gruppen im Zentrum der Arbeit. Hierzu wurden Korrelationsanalysen, Homogenitätstests und explorative Faktorenanalyse eingesetzt.

Als statistische Prädiktoren für eine gute Selbstwahrnehmung im Team, also die Zugehörigkeit zu Gruppe 1 konnten folgende Faktoren ausgemacht werden: Die Existenz eines festen Ansprechpartners, Einbeziehung der Angehörigen des Patienten, Direktheit und Ehrlichkeit in der Kommunikation, ein positiver Eindruck von der Führung und Organisation
des Teams, angemessene Einbeziehung des Patienten in die Entscheidungsfindung sowie vollständige Aufklärung über die Erkrankung. Patienten der Gruppe 1 hatten statistisch signifikant niedrigere Angst-Level und eine höhere Zufriedenheit mit der Behandlung als Patienten der Gruppe 2.
Die Befunde werden in Hinblick auf die theoretische und praktische Relevanz sowie methodische Einschränkungen diskutiert. Zum Abschluss werden einige Anregungen für die weitere Forschung und Verbesserungsmöglichkeiten für die Arbeit in multidisziplinären Teams gegeben.

Background: The multidisciplinary approach to cancer treatment generates multiple contacts between patients, nurses, physiotherapists and doctors from different disciplines. The psychological impact on patients treated by many different health professionals is not known. Our concern was to better understand the patients’ perspective on multidisciplinary treatment, its impact on psychological morbidity and patients’ role perception within the multidisciplinary team (MDT).
Methods: This hypothesis-generating study was performed at the oncology ward of the Vivantes Klinikum Neukölln using the German version of the Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS), the NCCN distress thermometer and an author generated
questionnaire. The questionnaire was piloted in 23 patients and, after revisions, 118 patients were interviewed. Tumor stage, Karnofsky score and demographics were collected. Patients were separated into two groups based upon their role perception within the MDT: “I feel a part of the MDT” (n=92) and “I do not feel a part of the MDT” (n=24). Non-parametric statistical hypothesis tests and factor analysis were performed.
Results: The 118 patients (57% male, median age 64 years) had mixed tumor diagnoses (65.5% oncological, 25.1% hematological). The group was relatively uncommon for psychosocial studies in oncology
because only 3.4% had a breast cancer diagnosis. 66.7% of the patients had received palliative therapy at the time of the interview. There was a statistically significant difference in anxiety scores (HADS) between the two
groups. Patients who felt integrated in the team also reported better communication and inclusion of their perspective in the management of their disease and indicated to have one constant contact person in the
MDT significantly more often than patients who did not. Neither group was concerned about the number of specialists involved in their care. Conclusions: This exploratory study showed these cancer patients felt they
were valued members of their MDT. A constant contact person could improve the integration of patients with the MDT and reduce anxiety. More research is required regarding the integration of patients in the MDT. The
questionnaire will be further validated in other settings.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4998
URN: urn:nbn:de:gbv:18-62766
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: de Wit, Maike (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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