Volltextdatei(en) vorhanden
Titel: Kognitive Emotionsregulation : Reappraisal als zweiphasiger Prozess
Sprache: Deutsch
Autor*in: Brenninkmeyer, Jessica Maria
Schlagwörter: Kognitive Emotionsregulation; Reappraisal; fMRT; antizipatorische Angst; cognitive emotion regulation; reappraisal; fMRI; anticipatory anxiety
GND-Schlagwörter: Funktionelle NMR-Tomographie; Physiologische Psychologie; Angst
Erscheinungsdatum: 2013
Tag der mündlichen Prüfung: 2013-06-24
Zusammenfassung: 
Reappraisal ist eine effektive kognitive Strategie zur Emotionsregulation, die klinisch vor allem in der Therapie von Depression und Angststörungen eine Rolle spielt (Gross & John 2003; Campbell-Sills & Barlow 2007).
Diese Studie beschäftigt sich mit der neuronalen Dynamik des Reappraisalprozesses. Ziel war die empirische Testung von Kalischs Reappraisalmodell IMMO (implementation-maintenance model). IMMO postuliert, dass es sich bei Reappraisal um einen zeitlich ausgedehnten, zyklischen, im Wesentlichen aus einer Implementierungs- und einer Aufrechterhaltungsphase bestehenden Prozess handelt. Zudem wurde die Hypothese überprüft, dass die Implementierungsphase mit einer frühen Aktivierung im linken posterioren LFC assoziiert sei, die Aufrechterhaltungsphase dagegen mit einer späten Aktiverung im rechten anterioren LFC (Kalisch 2009).
Verwendet wurden ein antizipatorisches Angstparadigma und eine auf Distanzierung beruhende Reappraisalstrategie. Neben funktionellen Bildgebungsdaten wurden Hautleitfähigkeit und Angstratings ausgewertet. Insgesamt nahmen 24 Probanden an dem Versuch teil.
Bei der Auswertung zeigte sich eine frühe, durch Reappraisal hervorgerufene Anxiolyse, die im Verlauf aufrechterhalten, aber nicht weiter verstärkt wurde. Nachgewiesen wurde eine späte reappraisalspezifische Aktivierung im rechten anterioren LPFC, welche der Aufrechterhaltungsphase zugeordnet werden konnte. Gegen Ende des regulatorischen Zeitraums kam es zu einem Einbrechen des Reappraisalerfolgs, was sich durch mangelnde Anxiolyse und fehlende neuronale Aktivierung äußerte.
Durch den Nachweis der Zweiphasigkeit und der zeitlichen Ausdehnung der Reappraisalvorgänge konnte IMMO bestätigt werden. Die neuronalen Vorhersagen bewahrheiteten sich in Bezug auf die späte Aufrechterhaltungsphase. Der fehlende Nachweis der frühen, neuronalen Reappraisalaktivität konnte auf das Studiendesign zurückgeführt werden. Dadurch konnte die vorliegende Arbeit als Vorlage für eine weitere, leicht modifizierte Studie dienen, die inzwischen Kalischs neuronale Vorhersagen in ihrer Gesamtheit bestätigen konnte (Paret et al. 2011).
Zukünftig dürfte die Ausweitung von IMMO auf weitere emotionsregulatorische Strategien von Interesse sein und somit zum besseren Verständnis der neuronalen Dynamik der Emotionsregulation beitragen.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/5038
URN: urn:nbn:de:gbv:18-63213
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Büchel, Christian (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat  
Dissertation.pdf1.35 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Zur Langanzeige

Diese Publikation steht in elektronischer Form im Internet bereit und kann gelesen werden. Über den freien Zugang hinaus wurden durch die Urheberin / den Urheber keine weiteren Rechte eingeräumt. Nutzungshandlungen (wie zum Beispiel der Download, das Bearbeiten, das Weiterverbreiten) sind daher nur im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) erlaubt. Dies gilt für die Publikation sowie für ihre einzelnen Bestandteile, soweit nichts Anderes ausgewiesen ist.

Info

Seitenansichten

121
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 18.04.2021

Download(s)

26
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 18.04.2021
Werkzeuge

Google ScholarTM

Prüfe