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Titel: Iranische Jugendliche im Kulturkontakt : eine Untersuchung über die relevanten Verhaltensformenim Kontext der Herkunftsfamilie
Sprache: Deutsch
Autor*in: Moradzadeh, Farhad
Erscheinungsdatum: 2011
Tag der mündlichen Prüfung: 2007-05-02
Zusammenfassung: 
Diese volkskundliche Arbeit befasst sich damit, die aus dem Iran stammenden jugendlichen Migranten in Hamburg im Hinblick auf ihre Verhaltensformen und Konflikte in bestimmten Familienbereichen zu untersuchen. Dabei wurden Mädchen und Jungen zwischen 15 und 22 Jahren qualitativ befragt. Dabei wurden insbesondere Geschlechterrollen, Elternautorität, Bildungsziele, sprachliche Kommunikation sowie Feste und Feierlichkeiten in der Herkunftsfamilie berücksichtigt. Abschließend befasst sich diese Untersuchung mit der Identitätsbildung dieser jungen Migrantinnen und Migranten.
Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse sind wie folgt zusammenzufassen:
Die Untersuchung kam zum Ergebnisse, dass die iranischen Migrantenfamilien in Deutschland als wertkonservativ und wertflexibel voneinander zu unterscheiden und unterschiedlich zu bezeichnen sind. Den beiden Familientypen entsprechend, variieren auch Erziehungsstille der Eltern und damit verbunden auch die Ausmaße der Konflikte. Bei der Analyse der Geschlechterrollen konnte festgestellt werde, dass Jungen generell mehr Spielraum zur Verfügung haben als Mädchen. Die meisten Konflikte in diesem Bereich beziehen sich auf die Freundschaft zwischen Mädchen mit fremden Jungen. Die Machtverteilung in der Familie hat sich durch die Zuwanderung zu Gunsten der Kinder entwickelt. Aufgrund dessen bezeichnen nur wenige Jugendliche ihre Eltern als streng. Das Alter des Kindes, die Schulleistungen, der Bildungsgrad der Eltern, die Berufstätigkeit der Mutter und die Aufenthaltsdauer der Familie im Aufnahmeland sind die wichtigsten Variablen, die eine Machtverteilung in der Familie beeinflussen.
Den meisten iranischen Eltern ist außergewöhnlich wichtig, dass ihre Kinder einen akademischen Titel erlangen, das als Prestigesymbol für die Familie in der Migration zu verstehen ist.
Den iranischen Migranteneltern fällt es leichter farsi zu sprechen, während ihre Kinder die Kommunikation auf Deutsch bevorzugen. So hat die sprachliche Kommunikation sich in der Migration zu einem Konfliktbereich entwickelt, da dabei manchmal enorme Missverständnisse auftauchen.
Im Zusammenhang mit der Festkultur konnte beobachtet werden, dass die Zielgruppe nur oberflächlich mit den altpersischen und den islamischen Festen vertraut ist. Die meisten Jugendlichen begleiten bei diesen Feierlichkeiten ihre Eltern und tendieren weniger dazu, sich mit solchen kulturellen und traditionellen Ereignissen zu identifizieren. Im Gegensatz dazu versuchen die meisten Eltern jedes Fest als eine Gelegenheit zur Identifizierung ihrer Kinder mit der iranischen Kultur zu nutzen.
Bei der Darstellung der Identitätsbildung der jungen Migranten wurde festgestellt, dass die befragten Mädchen und Jungen hauptsächlich von der deutschen Außenwelt beeinflusst werden. Allerdings ist der Ausgangspunkt des Entwicklungsprozesses bei den meisten iranischen Mädchen und Jungen eine dichotome Identität bzw. eine „deutsch-iranische Identität“. Die meisten jungen Iraner/Innen versuchen sich der Aufnahmegesellschaft anzunähern, um dort als „Mitbürger“ anerkannt zu werden. Dieser Versuch scheitert, wenn sie wahrnehmen, dass die deutsche Gesellschaft, in der sie aufgewachsen sind, sie weiterhin als „Ausländer“ bzw. als Zugehörige einer anderen Ethnie abstempelt. Die Bezeichnung „Ausländer“ trägt dazu bei, diese Adoleszenten, die von der Aufnahmegesellschaft enttäuscht sind, wieder in ihre Herkunftskultur zurückzuschicken.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/5071
URN: urn:nbn:de:gbv:18-63607
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Lehmann, Albrecht (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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