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Titel: Frühe postoperative MRT-Veränderungen nach selektiver Amygdalahippokampektomie und ihr Einfluss auf das Operationsergebnis
Sonstige Titel: Early postoperative MRI-findings after transsylvian selective amygdalohippocampectomy and their impact on epilepsy-outcome
Sprache: Deutsch
Autor*in: Merkel, Matthias
Schlagwörter: Epilepsiechirurgie; Epilepsy surgery; Infarction; Neuropsychology; MRI
GND-Schlagwörter: Epilepsie; Kernspintomografie; Neuropsychologie
Erscheinungsdatum: 2014
Tag der mündlichen Prüfung: 2015-05-18
Zusammenfassung: 
Epilepsiechirurgie ist ein Standardverfahren zur Behandlung der pharmakorefraktären Temporallappenepilepsie. Die selektive Amygdalahippokampektomie (SAH) und anteriore Temporallappenlobektomie (ATL) sind hierfür zwei etablierte Operationsverfahren. Wir führten eine retrospektive Analyse von Pat. durch, welche zwischen einer SAH mit transsylvischem Zugangsweg unterzogen wurden. Wir untersuchten den Einfluss perioperativ aufgetretener Infarkte auf das Epilepsie-Outcome der Patienten.
Hierfür wurden MRT-Bilder, welche innerhalb einer Woche nach dem Eingriff sowie durchschnittlich 9 Monate später angefertigt worden waren, ausgewertet.
Die Ergebnisse einer neuropsycholgischen Testung sowohl vor als auch 1 Jahr nach dem Eingriff sowie die Evaluation der Anfallssituation ebenfalls nach 1 Jahr wurden zusätzlich erhoben sowie relevante klinische Daten aus den elektronischen Patientenakten ergänzt.
Ergebnisse:
Das postoperative MRT wies temporale Infarkte in 47.9% (n=23/48) sowie frontale Infarkte in 10.4% (n=5/48) nach. Diese vasculären Ereignisse blieben in allen Fällen ohne wesentliches klinisch-neurologisches Korrelat. Von den Pat. waren nach einem Jahr 68.5% (n=37/54) frei von behindernden Anfällen (Engel Klasse I); Pat. mit temporalen Infarkten zeigten signifikant häufiger eine Klassifikation mit Engel I (p=0.046) als die Pat. ohne temporalen Infarkt.
In der neuropsychologischen Testung zeigte sich eine Verschlechterung im Bereich des verbalen Gedächtnis nach SAH bei Pat. mit temporalen Infarkten auf der sprachdominanten Seite im Vergleich zu den Pat. ohne Infarkte (p=0.011). Alle anderen gestesten neuropsychologischen Kategorien zeigten sich nicht signifikant beeinträchtigt.
Schlussfolgerung/Diskussion: Unsere Eregbnisse zeigten einen überraschend hohen Anteil an Pat. mit perioperativen Infarkten temporal und frontal nach SAH. Eine mögliche Erklärung für das bessere OP-Ergebnis bei Pat. mit temporalen Infarkten ist, dass quasi unbeabsichtigt Gewebe in einem für die Enstehung bzw. Weiterleitung epileptischer Aktivität sensiblen Areal entfernt wurde. Das Ergebnis unterstützt die Annahme, dass eine ATL im Vergleich zur SAH für die non-dominante Hemisphäre eine günstigere OP-Methode sein könnte, da dort weniger neuropsychologische Defizite zu erwarten sind.

Objective: Epilepsy surgery is a standard treatment option for medically intractable temporal lobe epilepsy. Selective amygdalohippocampectomy(SAH) and anterior temporal lobectomy (ATL) are two of the standard surgical procedures in these cases. We conducted a retrospective analysis of patients treated with SAH via amodified transsylvian approach in our epilepsy center between 2008 and 2011, and we analyzed the impact of adjacent procedure-related infarctions on seizure outcome in these patients.
Methods: Infarctionsweredetectedbymagnetic resonance imaging (MRI)within the first week postoperatively and by a second MRI 9 months after surgical intervention. Neuropsychological testing was performed preoperatively. Evaluation of seizure outcome and postoperative neuropsychological testing were conducted approximately 1 year after
epilepsy surgery.Correlative clinical datawere analyzed by retrospective chart review.
Results: The postoperative MRI revealed temporal infarctions in 47.9% (n = 23/48) and frontal infarctions in 10.4% (n = 5/48) of the patients. These vascular events were asymptomatic in terms of focal neurologic deficits. Of the patients, 68.5% (n = 37/54) were free of disabling seizures (Engel class I) 1 year after the procedure. Patients with temporal infarctions were significantly more often free of disabling seizures (Engel class I, p = 0.046) than patients without temporal infarctions. Neuropsychological testing indicated a deterioration in verbal memory after SAH in patients with infarctions on the language-lateralized hemisphere compared to patients without infarction (p = 0.011). All other tested neuropsychological categories showed no significant differences between patients with or without infarctions.
Significance: Our results indicate a surprisingly high number of procedure-related temporal infarctions after transsylvian SAH. Hence, the volume of nonfunctional “eliminated” tissue is enlarged unintentionally, which is a possible explanation for better seizure outcome in these patients. This result supports the notion that ATL is the favorable procedure for temporal lobe epilepsy compared to SAH in the nondominant hemisphere, as neuropsychological deficits are rarely to be expected.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/5885
URN: urn:nbn:de:gbv:18-73852
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Heese, Oliver (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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