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Titel: Die einmalige Bestimmung von hoch-sensitivem Troponin I zum Ausschluss eines akuten Myokardinfarktes
Sonstige Titel: single measurement of high-sensitivity troponin I for rule out of acute myocardial infarction
Sprache: Deutsch
Autor*in: Lehmacher, Jonas
Schlagwörter: Akutes Koronarsyndrom; Myokardinfarkt; hoch-sensitives Troponin I; Diagnose; acute coronary syndrome; myocardial infarction; high-sensitivity troponin I; diagnosis
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-11-12
Zusammenfassung: 
Zielsetzung: Die serielle Bestimmung von hoch-sensitivem kardialem Troponin (hs-cTn) wird von aktuellen Leitlinien zum Ausschluss eines Myokardinfarktes (MI) empfohlen. Als diagnostischer Grenzwert wird hier die 99. Perzentile angesetzt. Diese Arbeit untersucht die diagnostische Genauigkeit einer einmalig bei Vorstellung durchgeführten Messung hoch-sensitiven Troponins zum sicheren Ausschluss eines Myokardinfarktes für unterschiedliche Grenzwerte unter Hinzunahme weiterer klinischer Parameter, wie EKG, TTE und GRACE-Score.
Methodik: Die hs-cTnI-Konzentration wurde bei insgesamt 1 040 prospektiv eingeschlossenen Probanden der BACC-Studie bestimmt, welche unter dem Verdacht eines MI in der Notaufnahme vorstellig wurden. Der negativ prädiktive Wert (NPV) wurde für verschiedene hs-cTnI-Konzentrationen, in Kombination mit einem niedrig-Risiko-EKG, -TTE und einem GRACE-Score < 140, berechnet, um den optimalen Grenzwert für den sicheren Ausschluss eines MI zu ermitteln. Weiterhin wurden in einer Nachverfolgung über ein Jahr Informationen über kardiale Ereignisse gesammelt, und diese im Hinblick auf mögliche Unterschiede im kardialen Risiko der Probanden bei verschiedenen hs-cTnI-Konzentrationen und klinischen Befunden ausgewertet.
Ergebnisse: Insgesamt erhielten 184 Patienten die Diagnose eines NSTEMI. Bei einem hs-cTnI Grenzwert von 3 ng/l lag der NPV bei 99,3 % (95 % CI: 97,4 %; 99,9 %) und hätte zum Ausschluss von 35,4 % der Patienten ohne MI geführt. Die Hinzunahme eines niedrig-Risiko-EKGs führte zu einer Steigerung des NPV auf 100.0 % (95 % CI: 98,3 %; 100,0 %) und hätte bei 28,4 % der Patienten ohne MI zum korrekten Ausschluss geführt. Auch die Mortalität dieser Patienten (0,0 % vs. 7,0 %), sowie die Rate an stationären Krankenhausbehandlungen in der Folge (19,5 % vs. 37,0 %) fielen in der Nachverfolgung, verglichen mit der restlichen Stichprobe, signifikant geringer aus. Für andere untersuchte Parameter konnte kein Zusatznutzen gegenüber einer alleinigen hs-cTnI-Messung gefunden werden.
Schlussfolgerung: Die einmalige hs-cTnI-Bestimmung bei Aufnahme ermöglicht unter Hinzunahme eines niedrig-Risiko-EKGs den sicheren Ausschluss eines MI, ohne Notwendigkeit serieller Troponin-Bestimmungen und weist gleichzeitig so ausgeschlossenen Patienten eine niedrige Mortalität zu.

Aims: Serial measurement of high-sensitivity cardiac troponin (hs-cTn) is recommended in recent guidelines to rule out myocardial infarction (MI). The set cutoff is the 99th percentile. This manuscript evaluates the diagnostic performance of a single baseline hs-cTnI measurement at presentation for different cutoffs combined with other clinical parameters like ECG, TTE and GRACE-Score to safely rule out MI.
Methods: Hs-cTnI concentrations were measured in 1 040 prospectively included patients of the BACC-study, who presented at the emergency department with suspected MI. Negative predictive value (NPV) was computed for different hs-cTnI concentrations combined with low-risk ECG, -TTE and GRACE-Score < 140 to find the optimal cutoff to safely rule out MI. In addition, information about cardiac events was collected during one-year follow-up and analyzed focusing on possible differences in participants’ cardiac risk for different hs-cTnI concentrations and clinical results.
Results: A total of 184 patients were diagnosed with NSTEMI. An hs-cTnI cutoff of 3 ng/l resulted in an NPV of 99,3 % (95 % CI: 97.4 %, 99.9 %) ruling out 35,4 % of all patients without MI. Combining this cutoff with a low-risk ECG resulted in a higher NPV of 100.0 % (95 % CI 98.3 %, 100.0 %) ruling out 28.4 % of patients without MI correctly. Mortality (0.0 % vs. 7.0 %) as well as rate of rehospitalization (19.5 % vs. 37.0 %) were significantly lower during follow-up in those patients compared to the remaining sample. No additional use was found for other investigated parameters compared to a single hs-cTnI measurement.
Conclusions: Single hs-cTnI measurement at presentation combined with a low risk ECG enables to safely rule out MI without need for serial troponin testing and additionally assigns ruled out patients a low mortality.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6180
URN: urn:nbn:de:gbv:18-102729
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Westermann, Dirk (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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