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Titel: 42 Monate nach EHEC O104:H4 - Outcome und klinische Verläufe einer monozentrischen Kohorte
Sonstige Titel: Outcome and clinical course of EHEC O104 infection in hospitalized patients - a prospective single center study
Sprache: mehrsprachig
Autor*in: Albersmeier, Jan Philipp
GND-Schlagwörter: EHEC; Infektion; HUS
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-02-06
Zusammenfassung: 
Im Frühjahr 2011 kam es in Nordeuropa zur bisher größten Epidemie EAHEC (Entero-Aggregativer-Hämorrhagischer Escherichia coli) O104:H4 assoziierter Gastroenteritis. Insgesamt 855 Fälle des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) und 2987 Fälle von akuter Gastroenteritis wurden gemeldet. Der Akutverlauf der Erkrankung wurde in mehreren Publikationen beschrieben, Daten zu den Langzeitverläufen von Patienten existieren kaum. Hier wird erstmalig der Krankheitsverlauf einer Patientengruppe über einen solchen längeren Zeitraum berichtet. Bei dieser Follow-up Studie handelt es sich um eine monozentrische, prospektive Beobachtungsstudie. 61 Patienten mit einer nachgewiesenen EAHEC O104:H4 Infektion wurden in der Asklepios Klinik Altona stationär behandelt, 59% (n = 36) der Patienten entwickelten ein HUS, die Langzeitverläufe dieser Kohorte wurden über 42 Monate verfolgt. Chronische Folgen der Erkrankung wurden ermittelt und statistisch ausgewertet. Die Verlaufsuntersuchungen fanden vier Monate, 14 Monate, 24 Monate und 42 Monate nach Entlassung statt. Als gesund entlassene Patienten wurden auch in den Kontrolluntersuchungen weiterhin als gesund eingestuft. Die Patienten, welche mit eingeschränkter Nierenfunktion und/oder weiterhin erhöhtem Blutdruck entlassen wurden, konnten in den Nachkontrollen ihren Gesundheitszustand halten bzw. verbessern und es kam in keinem Fall zu einer Verschlechterung. Verbesserungen des Gesundheitszustandes wurden nur in den ersten vier Monaten der Nachbeobachtung beobachtet. Während den nachfolgenden Kontrollzeitpunkten blieb der Gesundheitszustand konstant. Laborchemisch zeigte sich ein signifikanter Abfall der Kreatininkonzentration im ersten Follow-up, vier Monate nach der Entlassung. Bei der Entlassung betrug die durchschnittliche Kreatininkonzentration 1,3 ± 0,1 mg/dl, nach vier Monaten fand sich ein durchschnittlicher Serumkreatininspiegel von 0,7 ± 0,1 mg/dl. Die statistische Analyse der Anzahl der antihypertensiven Medikamente des Gesamtkollektivs zeigte zum Zeitpunkt des ersten Follow-ups nach vier Monaten eine signifikante (p = 0,005) Reduktion der Antihypertensiva gegenüber der Entlassung bei insgesamt unverändertem Blutdruck. In den darauffolgenden Follow-ups konnten keine signifikanten Veränderungen der laborchemischen Untersuchungsbefunde gezeigt werden. In der Behandlung von EAHEC-Infektion sollte die interdisziplinäre Versorgung der Patienten während der akuten Phase der Erkrankung im Vordergrund stehen. Patienten, die gesund entlassen werden, brauchen kein spezielles Follow-up. Bei Patienten mit Organschäden bei Entlassung sind die ersten vier Monate wesentlich für die Wahrscheinlichkeit dauerhafter Schädigungen. Bei Erkrankten mit einem komplikationsreichen stationären Verlauf ist ein individuell verlängertes Beobachtungsintervall sinnvoll.

Shiga-toxin producing O157:H7 Entero Haemorrhagic E. coli [STEC/EHEC] are the most common cause of Haemolytic Uraemic Syndrome [HUS] related to infectious haemorrhagic colitis. Nearly all recommendations on long term treatment of EHEC infections refer to this strain. The 2011 outbreak in Northern Europe was the first of this dimension to be caused by the serotype O104:H4. We report on the 3.5 year follow up of 61 patients diagnosed with symptomatic EHEC O104:H4 infection in spring 2011. Patients with EHEC O104 infection were followed in a monocentric, prospective observational study at four time points: 4, 12, 24 and 36 months. These data include the patients’ histories, clinical findings, and complications. Sixty-one patients suffering from EHEC O104:H4 associated enterocolitis participated in the study at the time of hospital discharge. The mean age of patients was 43 ± 2 years, 37 females and 24 males. 48 patients participated in follow up 1 [FU 1], 34 patients in follow up 2 [FU 2], 23 patients in follow up 3 [FU 3] and 18 patients in follow up 4 [FU 4]. Out of 61 patients discharged from the hospital and included in the study, 54 [84%] were examined at least at one additional follow up. Serum creatinine decreased significantly between discharge and FU 1 from 1.3 ± 0.1 mg/dl to 0.7 ± 0.1 mg/dl [p = 0.0045]. From FU 1 until FU 4, no further change in creatinine levels could be observed. The patients need of antihypertensive medications decreased significantly [p = 0.0005] between discharge and FU 1 after four months. From FU 1 until FU 3, 24 months later, no further significant change in antihypertensive treatment was observed. Our findings suggest that patients free of pathological findings at time of discharge do not need a specific follow up. Patients with persistent health problems at hospital discharge should be clinically monitored over four months to evaluate chronic organ damage. Progressive or new emerging renal damage could not be observed over time in any patient.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6183
URN: urn:nbn:de:gbv:18-102754
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Ullrich, Sebastian (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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