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Titel: Einfluss des Nocebo-Effektes auf das subjektive Erleben von Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei therapienaiven Patienten mit gastrointestinalem Tumor
Sonstige Titel: Influence of educating patients about the nocebo-effect on subjective burden of side-effects with therapy naive gastrointestinal cancer patients undergoing chemotherapy
Sprache: Deutsch
Autor*in: Hendi, Armin
Schlagwörter: Oncology; Nocebo; side effects; chemotherapy; cancer
GND-Schlagwörter: Onkologie; Nocebo-Effekt; Nebenwirkung; Gastrointestinaler Tumor
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-01-07
Zusammenfassung: 
Die vorliegende, prospektive, randomisiert kontrollierte Studie hat untersucht, ob eine Aufklärung über den Nocebo-Effekt bei therapienaiven Patienten mit gastrointestinalem Tumor, die chemotherapeutisch behandelt werden, das Nebenwirkungserleben, die Zahl an Dosisanpassungen, Supportivaeinnahme, nebenwirkungsbezogene Erwartungen und die Attributionsneigung der Symptome verringern kann. Es wurde beobachtet, ob die neue Form an edukativem Gesprächsansatz das wahrgenommene Coping und die Patientenadhärenz stärken kann. Es wurde untersucht, ob die Erwartungshaltung einen Einflussfaktor auf diese Variablen darstellt. Dazu wurden von den 124 weitergeleiteten Patienten aus dem UKE und 2 Kooperationspraxen 100 Patienten eingeschlossen und in EG und KG anhand ihres Distress-Erlebens stratifiziert und randomisiert. Der EG wurde der Nocebo-Effekt vermittelt, während bei der KG ein halb-strukturiertes Interview über Lebensqualität durchgeführt wurde. Es wurden mittels Fragebögen postalische Nacherhebungen 10 Tage und 3 Monate nach Einschluss durchgeführt. Insgesamt schlossen 71 Patienten die Studie nach 3 Monaten ab. Bezüglich unspezifischer Nebenwirkungen konnte eine signifikante Reduktion der Nebenwirkungen in der EG um 0,62 Punkte auf der NRS gezeigt werden. Einen signifikanten Unterschied bezüglich Supportivaeinnahme und Dosisanpassungen konnte nicht beobachtet werden. Ein erhöhtes wahrgenommenes Coping, Patientenadhärenz und eine Reduktion von nebenwirkungsbezogenen Erwartungen konnte nicht bestätigt werden. Es konnte gezeigt werden, dass die Aufklärung über den Nocebo-Effekt vor allem eine Misattribution von unspezifischen Symptomen verringern kann. Bei Diesen sind die nebenwirkungsbezogenen Erwartungen statistisch signifikante Einflussgrößen die angegebene Intensität, sowie Kontrollerwartungen auf das wahrgenommene Coping. Es bleibt fraglich, ob die Reduktion der Intensität von unspezifischen Nebenwirkungen ausreichend ist, um in den Klinikalltag implementiert zu werden. Nocebo-Effekte sind nur ein Teil von Wirkfaktoren, die Nebenwirkungen verursachen können. Die Reduktion der Misattribution von unspezifischen Beschwerden ist ein großer Schritt, um die Ressourcen von Patienten zu aktivieren und auf diesem Wege ihre Adhärenz zu stärken. In zukünftigen Studien können andere Einflussgrößen, neben nebenwirkungsbezogenen Erwartungen, identifiziert und untersucht werden, um andere Gesprächsansätze an einer größeren Kohorte zu testen.

The following prospective randomized controlled trial investigated whether an information session about the nocebo effect with patients who had chemotherapy- naïve gastrointestinal tumors could reduce the intensity of patient-reported side effects, the number of dose adjustments, supportive drug uses, change of side effect related expectations and misattribution of symptoms. We also wanted to observe if this form of education could strengthen patient coping and adherence. Finally, it was evaluated if patient expectations had an impact on these selected variables. In order to study this, 124 patients were referred from the University Medical Center and two cooperating practices, 100 of which were included in the study. These patients were then stratified by their distress values, randomized and put into an EG and a KG. While the EG was educated about the nocebo effect, a semi- structured interview about the quality of life was conducted in the KG. Questionnaires were sent by mail at ten days and at three months after trial-inclusion to assess the intervention. 71 patients completed the study. A statistically significant reduction of unspecific side effects, by 0.62 points (p = 0,003), was shown in the EG. A significant difference regarding supportive drug use and dose adjustment could not be revealed. A greater patient perceived coping, adherence and reduced side effect related expectation could not be proven. An information session about the nocebo effected was demonstrated to cause a significant decline in the misattribution of unspecific symptoms (p = 0,001). Statistically significant factors that attributed to this were side effect related expectations and the expected control in relation to the experienced coping. It still remains questionable whether a reduction of the size of the stated intensity of unspecific side effects could be implemented in a clinical setting. Nocebo effects are a sole part of the factors that influence the origin and perception of side effects. The reduction of unspecific symptoms misattributed to chemotherapy marks a big step towards activating patient resources and strengthening their adherence. Further clinical trials could identify and investigate other influencing factors, next to side effect related expectations, and test these with different patient-oriented information sessions and larger sample sizes.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6197
URN: urn:nbn:de:gbv:18-102923
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Stein, Alexander (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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