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Titel: Bedeutung der Intensivierung der Pharmazeutischen Betreuung von Stomapatienten
Sonstige Titel: The importance of intensifying the pharmaceutical support for patients with ostomy
Sprache: Deutsch
Autor*in: van der Linde, Annika
Schlagwörter: Stoma; Ileostoma; Medikationsanalyse; Arzneimitteltherapiesicherheit; Pharmazeutische Intervention; ostomy; ileostomy; drug; absorption; malabsorption
GND-Schlagwörter: Arzneimittel; Resorption; Problem; Pharmazie; Darm; Arzneiverordnung; Intervention
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-02-25
Zusammenfassung: 
In der vorliegenden Arbeit wurden erstmals die Besonderheiten der medikamentösen Therapie von Stomaträgern herausgearbeitet und Möglichkeiten zur Intensivierung der Pharmazeutischen Betreuung analysiert. Durch den Einfluss des Klinikapothekers konnten relevante Maßnahmen zur Optimierung der Arzneimitteltherapie von Stomapatienten ergriffen werden. Diese wurden mit einem erheblichen Nutzen für den Patienten in Zusammenhang gebracht. Die Bedeutung der getroffenen Maßnahmen spiegelt sich darüber hinaus in der stark positiven Resonanz auf die durchgeführten Projekte wider.

Der Aufbau der Arbeit und auch die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Aspekte der Arzneimitteltherapie von Stomapatienten von verschiedenen Seiten betrachtet werden müssen. In der Befragung aller an der Betreuung von Stomapatienten beteiligten Berufsgruppen wurde deutlich, dass mögliche Probleme bei der Arzneistoffresorption bekannt sind, allerdings kein strukturiertes Vorgehen zur Vermeidung bzw. Lösung dieser Probleme besteht. Teilweise konnten Wissenslücken identifiziert werden, die zur Erstellung eines E-Learning und weiterer Maßnahmen geführt haben. Die Pflege, Pflegeexperten und Ärzte befürworten die gezielte Unterstützung seitens der Klinikapotheke und die Apotheker sehen bei der Gruppe der Stomapatienten Möglichkeiten zur Intensivierung der pharmazeutischen Betreuung.

Ein Großteil der Stomaträger berichtet von Problemen bei der Medikamenteneinnahme, nicht selten bleiben Versuche diese zu lösen ohne Erfolg. Diese Erfahrungen sind stark negativ besetzt und den Betroffenen fehlt oftmals der (richtige) Ansprechpartner. Auch hier kann sich der Apotheker mit seinem Wissen und seiner Qualifikation als „Arzneimittelexperte“ einbringen.
Es scheint dringend erforderlich zu sein, den interdisziplinären Austausch zwischen Ärzten, Apothekern, Pflegeexperten und den Pflegekräften zu fördern, um gemeinsam (wirksame) Lösungen im Sinne des Patienten zu finden. In der Interventionsphase zur gezielten Durchführung Pharmazeutischer Interventionen (PI) bei Stomapatienten wurde deutlich, welches Potential in diesem Vorgehen liegt. Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Bewertung der Arzneimittel-bezogenen Probleme (AbP) zeigt größtenteils eine ernsthafte bis bedeutende Schwere der PI, welche seitens der Ärzte noch höher eingeschätzt wird. Der Nutzen dieser PI für den Stomapatienten selbst wurde ebenfalls als bedeutend bis hin zu äußerst bedeutend bewertet.

Voraussetzung dafür, dass der dargestellte Nutzen in die Praxis übertragen werden kann, ist das Erkennen der Stomapatienten, die Erfassung der aktuellen Situation und die Analyse der Medikation auf „Stoma-spezifische“ AbP. Um der jeweils individuellen Situation gerecht zu werden, bedarf es einer genauen Analyse unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Angaben. Im Austausch mit allen Berufsgruppen können (effektive) Lösungen gefunden werden. Dazu müssen alle Beteiligten für mögliche Probleme sensibilisiert und über mögliche Lösungen informiert werden.

SUMMARY
This paper is the first of its kind that analyzes the peculiarities of the medical treatment of patients with ostomy and it is the first study where possibilities for the intensification of the pharmaceutical care were shown. Due to the influence of the hospital pharmacist, relevant measures could be taken to optimize the drug therapy of stoma patients. These have been associated with a significant benefit to the patient. The importance of the measures is, in particular, reflected in the strong positive response to the projects from different organizations.

The structure of the work, as well as the results have shown that the aspects of drug therapy for ostomy patients must be considered from different angles. The survey of all professional groups which are involved in the care of stoma patients, has shown that possible problems with drug absorption are known, but there is no structured approach to avoid or solve these problems. In parts knowledge gaps that exist between the mentioned groups could be identified. Mostly, simply a contact person or support were missing. Enterostomal therapists (WOC nurses), nurses and physicians indicated their wish to get pharmaceutical support and the pharmacists themselves also see opportunities to intensify pharmaceutical care when it comes to the group of ostomy patients. A large part of the ostomy patients reported problems with the drug intake. Frequently these problems cannot be solved successfully. For the patients concerned, this experience can have a strong negative connotation, and they were missing a contact person.

It seems crucial to promote the interdisciplinary exchange between doctors, pharmacists, WOC nurses and nursing to find effective solutions to the benefit of the patient. In the intervention phase for the targeted implementation of pharmaceutical interventions (PI) in ostomy patients, it became clear what potential this approach has. The severity of drug- related problems (AbP) and the value for the patient are not clearly established. However, the assessment of AbP in the context of an ostomy procedure shows a serious to significant severity of AbP, which is even more significant from a physician ́s point of view. The benefit of this PI for the ostomy patients themselves was also rated as significant to very significant.

In order to transfer this benefit into practice, the ostomy patient would have to be identified as such initially and the medication would have to be analyzed specifically with regard to AbP in connection with the ostomy. Only then, appropriate measures can be taken. In order to meet each individual situation, a precise analysis of the medication and the current situation has to be done, taken into account all available information. Therefore all stakeholders must be sensitized to possible problems and have been informed about these issues. Solutions can only be found if all professional groups work together and share information.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6241
URN: urn:nbn:de:gbv:18-103682
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Langebrake, Claudia (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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