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Titel: Prävalenz entwicklungsbedingter Schmelzstruktur-Anomalien im bleibenden Gebiss bei Kindern und Jugendlichen
Sonstige Titel: Prevalence of Developmental Tooth Defects in the Permanent Dentition of Schoolchildren
Sprache: Deutsch
Autor*in: Benning-Chalari, Paola
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-04-08
Zusammenfassung: 
Ziel der vorliegenden Studie war es, die Prävalenz von Strukturanomalien an permanenten Zähnen von Hamburger Schülerinnen und Schülern im Alter von 6 bis 15 Jahren zu untersuchen. Ferner sollten die Zusammenhänge zwischen diesen Schmelzstrukturdefekten und den soziodemografischen Faktoren Alter, Geschlecht, Sozialschichtzugehörigkeit und Nationalität untersucht werden.
Das Vorkommen und die Häufigkeit der Anomalien wurden im Rahmen einer kariesstatischen Erhebung durch zwei kalibrierte Untersucher in einer Stichprobe von Schülerinnen und Schülern aus Hamburger Schulen erfasst. Durch einen Elternfragebogen wurden relevante Informationen zur Kariesprävention, aber auch anhand des höchsten Bildungsabschlusses zur Sozialschichtzugehörigkeit erfasst. Am Tag der Untersuchung wurden die Schulkinder ebenfalls mittels eines Fragebogens zu Mundhygienemaßnahmen und Ernährungsgewohnheiten befragt.
Die klinische Befunderhebung umfasste das Feststellen von Fluorosen, Molaren-Inzisiven- Hypomineralisationen, Milchzahntraumen, Turner-Zähnen, von Amelogenesis imperfecta und von idiopathischen Schmelzdefekten. Die Auswertung erfolgte deskriptiv bezüglich der Prävalenzen und analytisch in Bezug auf Fluoridierungsmaßnahmen und Kariesprävalenz.
Insgesamt wurden 1580 Kinder untersucht. Von ihnen wiesen 36% mindestens eine Schmelzstrukturanomalie auf. Statistisch konnte kein Zusammenhang zum Geschlecht nachgewiesen werden.
Am häufigsten wurden Fluorosen (bei 24,6% der Kinder) oder eine Molaren-Inzisiven- Hypomineralisation (bei 13,5%) festgestellt. Die übrigen Veränderungen wurden nur selten beobachtet (Milchzahntraumen 0,5%, Turner-Zähne 1,5%, idiopathische Schmelzdefekte 1,1%, kein Fall von Amelogenesis imperfecta).
Es konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Sozialschichtzugehörigkeit und der Prävalenz eines Schmelzstrukturdefektes nachgewiesen werden. Kinder von Eltern mit niedriger Sozialschichtzugehörigkeit sind häufiger von einem Schmelzstrukturdefekt betroffen. Kinder aus Familien mit einem Migrationshintergrund sind hingegen signifikant seltener von Schmelzstrukturdefekten betroffen als Kinder ohne Migrationshintergrund.
Es konnten signifikante Zusammenhänge zwischen dem Vorhandensein von Karies und Schmelzstrukturanomalien nachgewiesen werden.
Die vorliegenden Ergebnisse weisen eine hohe Prävalenz von Schmelzstrukturanomalien nach. Auch wenn hieraus nicht in gleichem Maße eine klinische Relevanz entspringen dürfte, verdienen diese Kenntnisse hohe Aufmerksamkeit, nicht zuletzt wegen des mit dem Vorliegen von Schmelzstrukturanomalien verbundenen erhöhten Vorkommens von Karies.

The aim of this study was to investigate the prevalence of developmental enamel defects in permanent teeth of Hamburg students aged 6 to 15 years. Furthermore, the relationships between these enamel defects and the sociodemographic factors age, gender, social class and nationality were to be investigated.
The occurrence and frequency of the anomalies were recorded in a caries epidemiological survey by two calibrated investigators in a sample of pupils from Hamburg schools. A parental questionnaire was used to collect relevant information on caries prevention as well as on the highest educational level which was used to allocate the children to socio economic status. On the day of the study, the school children were also interviewed using a questionnaire on oral hygiene measures and eating habits.
The clinical findings included the detection of fluorosis, molar incision hypomineralisation, symptoms due to mechanical trauma of the teeth’s primary predecessors, Turner teeth, Amelogenesis imperfecta and idiopathic enamel defects. The evaluation was descriptive with regard to prevalence and analytical with regard to fluoridation measures and caries prevalence.
A total of 1580 children were examined. Of these, 36% showed at least one tooth exhibiting developmental enamel defects. Statistically, no relationship to gender could be demonstrated.
Fluorosis (24.6% of the children) or molar incision hypomineralisation (13.5%) were the most common types of enamel defects. The remaining defect types were rarely observed (mechanical trauma of the primary predecessor 0.5%, Turner teeth 1.5%, idiopathic enamel defects 1.1%, no case of Amelogenesis imperfecta).
A significant relationship between socio economic status and the prevalence of developmental enamel defects could be demonstrated, as children of parents with low social class affiliation were more often affected by a defect of the enamel structure. On the other hand, children from families with a migrant background were significantly less
frequently affected by enamel structure defects than children without a migrant background.
Significant correlations between the presence of caries and developmental enamel defects could be demonstrated.
The results show a high prevalence of developmental enamel defects. Even if clinical relevance may not arise from this to the same extent, this knowledge deserves high attention, not least because of the increased occurrence of caries associated with the presence of developmental enamel structure defects.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6269
URN: urn:nbn:de:gbv:18-104390
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Schiffner, Ulrich (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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