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Titel: Bedeutung der Magenentleerungsgeschwindigkeit für das Ausmaß von saurem und nicht-saurem gastroösophagealem Reflux in Abhängigkeit von Morphologie und Kontraktilität des gastroösophagealen Übergangs
Sonstige Titel: Esophageal and gastric motility are related in patients with reflux symptoms
Sprache: Deutsch
Autor*in: Theophil, Friederike
Schlagwörter: Hochauflösende Manometrie; Reflux
GND-Schlagwörter: Gastroösophagealer Reflux; Druckmessung; Magenentleerung
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-06-22
Zusammenfassung: 
Die Beeinträchtigung der Barrierefunktion des gastroösophagealen Übergangs stellt die grundlegende pathophysiologische Veränderung bei GERD dar. Weitere pathogenetische Faktoren sind eine ineffektive Peristaltik und eine verlängerte Magenentleerung, jedoch wird der Zusammenhang zwischen den motorischen Funktionen von Tubulus, gastroöso-phagealem Übergang und Magen bisher nur ungenügend verstanden.
Die vorliegende Studie untersucht bei Patienten mit Refluxsymptomen den Zusammen-hang zwischen Parametern der ösophagealen und gastralen Motilität, deren Bedeutung für den Grad des Säure- und Volumenrefluxes sowie die Auswirkungen, die eine Fundoplikatio auf diese Parameter hat. Eingeschlossen wurden Patienten mit Refluxbeschwerden, bei denen im Zeitraum 2012 bis 2016 sowohl eine hochauflösende Ösophagusmanometrie (HRM), als auch eine pH-Metrie und Impedanzmessung (pH+I) und ein 13C-Oktansäure-Atemtest (13C -OAT) innerhalb von 3 Monaten durchgeführt wurden. Total esophagogastric junction contractile integral (total-EGJ-CI) wurde für als Maß für die EGJ-Kontraktilität verwendet und das distale kontraktile Integral (DCI) für die peristaltische Kraft. Die Magenentlee-rungshalbwertszeit (T ½) wurde für die Beurteilung der Magenentleerung genutzt, die Ge-samtzahl an Refluxepisoden für den Volumenreflux.
133 Patienten hatten auswertbare Daten für alle Untersuchungen, von diesen hatten 32 Pa¬tien¬ten eine Fundoplicatio. Total-EGJ-CI und DCI waren direkt miteinander korreliert (R= 0,534, P < 0,001) und korrelierten indirekt mit T ½ (R= - 0,201 P= 0,01 und R= -0,317, P= 0,0001). Hoher Volumenreflux korrelierte mit einem niedrigen total-EGJ-CI (r= -0,311, P=0,0002) und einer langen T ½ (R= 0,155, P= 0,040). Im Hinblick auf die Subgruppeana-lysen war der Zusammenhang zwischen ösophagealer Kontraktilität und Refluxparametern ebenso wie zwischen ösophagealer Kontraktilität und Magenentleerungshalbwertszeit bei Patienten ohne Fundoplicatio stärker ausgeprägt.
Bei Patienten mit GERD ist eine verringerte ösophageale Kontraktilität also mit einer ver-langsamten Magenentleerung korreliert. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass Patien-ten mit GERD mit einer schwachen ösophagealen Peristaltik ein erhöhtes Risiko für eine verlangsamte Magenentleerung haben und dies zu einem gesteigerten Reflux beiträgt. Obwohl die Beeinträchtigung der gastroösophagealen Barrierefunktion den hauptsächli-chen Pathomechanismus darstellt, weisen die Resultate darauf hin, dass die zugrunde lie-genden Motilitätsstörungen bei Refluxkrankheit Ösophagus und Magen betreffen können, und nicht nur den Ösophagus allein.

Impaired EGJ-barrier function is a crucial pathomechanism, but only partly explains the degree of reflux in GERD. Among other mechanisms, reflux may also be influenced by gastric emptying velocity. This study tested the association of esophageal and gastric mo-tility parameters in patients with reflux symptoms, their relative importance for the degree of reflux and the effects of fundoplication on putative associations.
Patients with reflux symptoms underwent standard high resolution manometry (HRM),
24-hour pH+impedance measurement and 13C-octanoic acid gastric emptying breath test-ing. Total EGJ-contractile integral (total-EGJ-CI) was used for assessment of EGJ-contractility, distal contractile integral (DCI) for peristaltic vigor. Half time (T½) was used for evaluation of gastric emptying velocity, number of reflux events for volume reflux.
133 patients had evaluable data for all investigations, of these, 32 had undergone fundopli-cation. Total-EGJ-CI and DCI were associated with each other (R=0.534, P<.0001) and were inversely correlated with T½ (R=-0.201, P=.010 and R=-0.317, P=.0001, resp.). High volume reflux correlated with low total-EGJ-CI (r=-0.311, P=.0002) and long T½ (R=0.155, P=.040). According to subgroup analysis, the association between esophageal contractility and reflux parameters as well as T½ were stronger in patients without fundoplication.
Accordingly, decreased esophageal contractility is correlated with slow gastric emptying in patients with GERD. Thus, although incompetence of EGJ barrier function remains the leading pathomechanism, GERD could generally be associated with gastroesophageal dysmotility, rather than esophageal dysmotility alone.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6297
URN: urn:nbn:de:gbv:18-105413
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Keller, Jutta (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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