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Titel: Second Language Acquisition of Demonstratives : A cross-linguistic, multi-directional study of L1 English, L1 German and L1 Japanese learners of L2 German, L2 English and L2 Japanese
Sonstige Titel: Zweitspracherwerb von Demonstrativpronomen : Eine sprachübegreifende, multi-direktionale Fallstudie zu L1 Englisch, L1 Deutsch und L1 Japanisch Lernenden des Deutschen, Englischen und Japanischen als L2
Sprache: Englisch
Autor*in: Lechner, Simone
Schlagwörter: Zweitspracherwerb; Psycholinguistik; Kontrastivhypothese; Sprachliche Komplexität; cross-linguistic influence; demonstratives; psycholinguistics; contrastive analysis hypothesis; linguistic complexity
GND-Schlagwörter: Fremdsprachenlernen; Linguistik; Psycholinguistik; Demonstrativpronomen; Englisch; Japanisch; Deutsch; Transfer
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-11-01
Zusammenfassung: 
The goal of this dissertation is to investigate whether typological proximity (framed in the context of Lado’s (1957) Contrastive Analysis Hypothesis) or structural complexity more accurately predict transfer outcomes in the production of L2 spatial demonstratives in spoken language. A secondary aim is to investigate the existence of a mid-way or medial distance in Japanese, which has been called into question in recent research (Levinson et al. 2018), and to re-evaluate the current classification of demonstratives in English. To this end, the use of demonstrative pronouns and locative adverbs of n = 120 L1 German, Japanese and English speakers learning L2 Japanese, English and German as well as an English control group (n = 20) was examined. The innovative bilateral and bidirectional interview design allows for more robust results. Two experiments were conducted to test participants’ use of demonstrative pronouns for different distance positions. Experiment 1 tested semi-structured, spontaneous language production, whereas Experiment 2 tested responses based on prompting questions. The elicited data was statistically evaluated for the use of distance-marking and inflectional marking. Results indicate that it is structural complexity rather than typological proximity that influences L2 spoken language production in Experiment 1 in L2 English. Furthermore, results from Experiment 2 indicate that L1 Japanese learners of English behave in a more predicted manner than L1 German learners of English do. Results further show no statistically significant observable differences between any of the other groups, i.e., no evidence in favour or against either CAH or structural complexity as more indicative of transfer effects in L2 language output. However, L2 Japanese results indicate that L1 German learners of L2 Japanese are more likely to behave in a more unpredicted manner in Experiment 1 than L1 English learners of L2 Japanese, opting to use locative constructions or using non-target-like distance marking, thus providing further evidence in favour of structural complexity as the deciding factor for transfer onto L2. Furthermore, results from an additional grammatical judgment task support structural complexity as the more deciding factor for language transfer. For the first time, the use of demonstratives was tested in both L1 and L2, and, in some cases, L3. Accordingly, results provide insights not only into the use of demonstratives in L2, but also into their use in L1. This study concludes that, contrary to recent research (Enfield 2003; Levinson 2018), a midway or medial distance exists for demonstratives in Japanese. It also demonstrates that the distinction between proximal and distal in English is not as clear-cut as suggested in the literature. Rather, English demonstrative pronouns are used interchangeably, and this is used primarily as a marker of possession or specification. The results generated in this dissertation project provide vital clues into how demonstrative systems function across languages, and valuable insights into the role of structural complexity in transfer effects, thus contributing to the field of second language research as a whole.

Die vorliegende Dissertation untersucht den Einfluss sprachlicher Distanz und struktureller Komplexität auf den Erwerb von räumlichen Demonstrativa (d.h. von lokalen Adverbien und Demonstrativpronomina) in gesprochener Sprache im Zweitspracherwerb. Ziel dieser Studie ist, zu untersuchen, ob für das untersuchte sprachliche Phänomen in dem L2-Output der Lernenden sprachliche Distanz bzw. Nähe (typological proximity) auf den Grundlagen der Vorhersagen in der Kontrastivhypothese (Lado 1957) oder strukturelle Komplexität (Miestamo 2009) den größeren Einfluss auf Transfer von der Erstsprache (L1) auf die Produktion dieser Elemente in der Zweitsprache (L2) hat.
Da das Subsystem der Demonstrativa im Englischen, Deutschen und Japanischen (zumindest laut traditioneller Klassifikation (vgl. Diessel 1999)) in gesprochener Sprache unterschiedlich realisiert wird, wurden diese drei Sprachen für die vorliegende Untersuchung ausgewählt.
Durch die Untersuchung der Effekte absoluter Komplexität in der L1-Repräsentation auf den Zweitspracherwerb leistet die vorliegende Dissertation einen neuen Forschungsbeitrag. Zusätzlich wird in der vorliegenden Studie eine multilaterale Perspektive eingenommen, indem nicht lediglich eine Zweitsprache, wie beispielsweise Englisch, untersucht wird, sondern verschiedene Zielsprachen gleicher Sprachkombinationen, das heißt also L1 Englisch L2 Deutsch Lernende, L1 Deutsch L2 Englisch Lernende, L1 Deutsch L2 Japanisch Lernende, L1 Englisch L2 Japanisch Lernende, L1 Japanisch L2 Deutsch Lernende und L1 Japanisch L2 Englisch Lernende Probanden, miteinander verglichen werden. Diese Herangehensweise erlaubt es, Transfereffekte, die lediglich auf Zufalls- oder zielsprachspezifischen Mechanismen basieren, größtenteils auszuschließen. Räumliche Demonstrativa können nur auf der Grundlage experimenteller Daten untersucht werden, weil die Entfernung der Referenten zum sprachlichen Mittelpunkt (origo) überprüfbar bleiben muss. Deswegen wurde für dieses Projekt ein experimentelles Interviewdesign gewählt. Im Rahmen der Interviews wurden Probanden zum einen dazu aufgefordert, nach drei Stiften in unterschiedlichen Entfernungsabständen (proximal, distal und entfernt (remote)) zu fragen. Zum anderen wurden sie danach gefragt, wo sich in denselben Abständen drei Gegenstände befanden. Die Ergebnisse wurden statistisch ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigten, dass strukturelle Komplexität vor typologischer Nähe den Gebrauch von Englisch als L2 in Experiment 1 beeinflusst. Aus den Ergebnissen dieser Studie folgt zudem im Gegensatz zu vorheriger Forschung, dass eine mittlere Distanzklasse für Demonstrativa des Japanischen zu existieren scheint. Weiterhin scheint die Unterscheidung zwischen distalen und proximalen Demonstrativa des Englischen nicht so klar zu sein, wie es die Literatur behauptet (wenngleich die Egozentriertheit des Demonstrativsystems bereits in vorangehender Forschung hinterfragt wurde (Enfield 2003; Levinson 2018)). Vielmehr werden Demonstrativa im Englischen austauschbar verwendet. Das proximale Demonstrativpronomen this ist hierbei vor allem ein besitzanzeigender Marker bzw. ein Marker, der der Spezifikation und Eingrenzung dient. Die aus dieser Dissertation gewonnenen Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Demonstrativsysteme sprachübergreifend funktionieren und welche Rolle sowohl typologische Nähe als auch strukturelle Komplexität beim Zweitspracherwerb spielen. Das Ergebnis, dass strukturelle Komplexität eine größere Rolle als typologische Nähe für den Transfer von Demonstrativa in den untersuchten Sprachen spielt, liefert einen wichtigen Beitrag zur Zweitspracherwerbsforschung insgesamt.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6311
URN: urn:nbn:de:gbv:18-105955
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Berg, Thomas (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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