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Titel: Analyse der Polyomavirusinfektion nach Nierentransplantation im Kindesalter
Sprache: Deutsch
Autor*in: Guenther-Lübbers, Arletta-Viktoria
Schlagwörter: BK-Virus; JC-Virus; Virämie; Virurie; BKV assoziierte Nephropathie; Kidney; Transplantation; Pediatric; Polyomavirus
GND-Schlagwörter: Polyoma-Virus; Nierentransplantation; Kinderheilkunde; Viren
Erscheinungsdatum: 2015
Tag der mündlichen Prüfung: 2015-02-10
Zusammenfassung: 
Fragestellung:
Die Polyomaviren BKV und JCV haben schon im Kindesalter eine hohe Seroprävalenz und können unter anderem im Urothel persistieren. Nach Nierentransplantation (NTx) kann es BKV-assoziiert zu Nephropathien und nachfolgendem Transplantatverlust kommen, über die Relevanz von JCV ist wenig bekannt. Die Diagnostik erfolgt über direkten Virusnachweis mittels Polymeraseketten-reaktionen (PCR). Es gibt bisher keine einheitlichen Empfehlungen zur Methodik und Dauer der Diagnostik von BKV und JCV im Kindesalter. Wir haben in einer retrospektiven longitudinalen Analyse BKV und JCV-PCR Untersuchungen aus Blut und Urin von pädiatrischen NTx-Patienten untersucht, die am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf im Zeitraum von 1996 bis 2011 nierentransplantiert und ambulant weiter betreut wurden.

Patienten und Methoden:
50 Patienten im Alter von 1-18 Jahren wurden eingeschlossen. Beobachtungszeitraum im Median 4,9 (1,5-16,2) Jahre. Insgesamt wurden 1764 BKV-Messungen und 1689 JCV Messungen mit positivem Virusnachweis mittels PCR analysiert. Es erfolgte die Erstellung von individuellen Verläufen und Einteilung nach Zeitpunkt des erstmaligen Virusnachweises sowie Korrelation von Urin- und Blut-Viruslasten.

Ergebnisse
Bei n=28 (56%) Patienten konnte Polyomavirusreplikation nachgewiesen werden.
• Innerhalb der ersten 3 Monate nach NTx 10/28 (35,7%)
BKV n=4, BKV und JCV n=5, JCV n=1 à BK-Virämie 6/10
• >3 Monate < 2 Jahre nach NTx 8/28 (28,6%)
BKV n=6, BKV und JCV n=1, JCV n=1  BV- Virämie 6/8
• > 2 Jahre nach NTx 10/28 (35,7%)
BKV n=6, BKV und JCV n=3, JCV n=1 à BK-Virämie 2/10
Virämien mit >100Kopien/ml zeigten sich nur bei BKV. Nur einer der Patienten mit BKV Virämie entwickelte eine BKV-assoziierte Nephropathie. Wir konnten BKV >125.000 Kopien/ml Urin als für Entwicklung einer Virämie prognostisch signifikanten cut-off Wert definieren (100% Sensitivität, 93% Spezifität). 9 Patienten (32,1 %) erhielten als immunsuppressive Therapie die Kombination aus Tacrolimus und MMF, nicht häufiger als Patienten in der Kontrollgruppe. Bei Virusnachweis erfolgte regelmäßig die Reduktion der Immunsuppression, 12 Patienten erhielten zusätzlich 1-4 Gaben Cidofovir (0,5mg/kg KG). Im Langzeitverlauf nach NTx zeigte sich keine signifikant schlechtere Transplantatfunktion im Vergleich zur Gruppe ohne Polyomavirusnachweis.

Schlussfolgerung:
Polyomavirus-Monitoring sollte auch im Langzeitverlauf nach pädiatrischer NTx durchgeführt werden. BKV-Monitoring aus Urin nach Festlegung eines Zentrums-spezifischen cut-off Wertes ermöglicht die frühzeitige Identifizierung von Patienten mit Risiko einer BK-Virämie.

Background: BK virus and John Cunningham virus (BKV an JCV) are viruses from the family of polyomaviridae. BKV-associated nephropathy is a severe complication after kidney transplantation. So far only little is known about relevance of JCV infections. We retrospectively analysed infections with BKV and JCV in a cohort of patients after pediatric kidney transplantation (pKTx).
Patients and Methods: 50 patients after pKTx in the age of 1-18 years were included, mean follow up was 4.9 years. In total 1764 BKV and 1689 JCV polymerase chain reaction (PCR)-measurements from urine and blood were analysed. Data on renal function, immunosuppressive and cidofovir treatment were recorded.
Results: 28/50 (56%) patients had evidence of polyomavirus infection. BKV-infections were more frequent than JCV-infections (BKV n=16; BKV+JCV n=9; JCV n=3). Relevant viremia was only seen with BKV (14/25, 56%). Highest incidence of infections (n=10) was during the first three months post transplant. Late infections (>3 months - ≤ 2 years after PKTX) were observed in eight and very late (>2years) in ten patients. BKV copy number of >125.000 copies/ml urine was identified as prognostically relevant cut-off value for the development of a viremia (100% sensitivity, 93% specificity). Early reduction of immunosuppression was the main treatment approach, 12 patients received an additional 1- 4 doses of cidofovir (0,5mg/kg), which were well tolerated. Only one patient in our cohort developed BKV-associated nephropathy. Polyomavirus infection could not be identified as an independent risk factor worsening renal function. Treatment with tacrolimus and mycophenolate was not associated with a greater risk for BKV or JCV infection.
Conclusion: Polyomavirus-monitoring should be performed after pKTx, also during long-term follow up. We established a center-specific cut-off value for BKV copies from urine, which allows us to identify patients in which immunosuppression should possibly be reduced before viremia is developed.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6352
URN: urn:nbn:de:gbv:18-72080
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kemper, Markus (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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