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Titel: Neurophysiological processing of aberrant physical salience in schizotypy and schizophrenia
Sonstige Titel: Neuroyphysiologische Verarbeitung anormaler physikalischer Salienz beí Schizotypie und Schizophrenie
Sprache: Englisch
Autor*in: Kornmayer, Laura
GND-Schlagwörter: Salienz; Psychopathologie; Elektroencephalogramm; Aufmerksamkeit; Schizophrenie
Erscheinungsdatum: 2015
Tag der mündlichen Prüfung: 2016-02-17
Zusammenfassung: 
Background: Within the recent discussion on evidence-based psychiatric classifications, the salience syndrome has been proposed as a key syndrome of schizophrenia (Os, 2009). In the present thesis, aberrant salience (Kapur, 2003; 2005) is asssesed in the context of clinical as well as neuroscientific approaches on the phenomenon. Further, a new scientific objective regarding the neurophysiology of physical salience perception in the gamma frequency range is derived and implemented experimentally.
Methods: The visual evoked gamma-band response (GBR) at 40 Hz was assessed within two studies in a newly established EEG visual target-detection paradigm. The GBR was calculated for a physically salient distracter (PSD) condition and a non-salient target-only (TO) condition without any distracter. In the first study, the GBR of N = 24 healthy participants were assessed in both conditions and in relation to schizotypal personality traits (SPQ). In the second study, the GBR of N = 22 schizophrenia spectrum patients and N = 22 matched healthy controls were compared and evaluated in relation to schizophrenia symptoms (PANSS).
Results: Behavioral results in both studies show a significant effect of longer reaction times (RT) and increased error-rates (ER) in the PSD condition as compared to the TO condition. The ER in the patient group is significantly increased. GBR power is significantly increased in the PSD condition as compared to the TO condition in both studies. In the patient study, a higher GBR for schizophrenia patients in the PSD condition (t = 1.777; p = .045*) and a lower GBR for schizophrenia patients in the TO condition (t = -1.763; p = .046*) compared with matched healthy controls was observed. The GBR in the PSD condition was significantly correlated with positive SPQ scores (r = .588; p = .0.024*, Bonferroni corrected) in the first study and with positive (r = .738; p < .0001*) and disorganized (r = .690; p < .0001**) PANSS scores, significant after Bonferroni correction).
Conclusions: The aberrant neurophysiological processing of physically salient Stimuli is associated with both, positive schizotypal personality traits, as well as with positive schizophrenia symptoms, especially delusions. The observed abnormalities of sensory processing could be involved in the pathogenesis of delusions.

Hintergrund: In der aktuellen Diskussion um evidenzbasierte psychiatrische Klassifikationen psychischer Erkrankungen wurde vorgeschlagen, das Salienzsyndrom als Hauptsyndrom der Schizophrenie zu betrachten (Os 2009). In der vorliegenden Arbeit wird anormale Salienz (Kapur 2003, 2005) in den Kontext klinischer und neurowissenschaftlicher Herangehensweisen eingeordnet. Eine neue wissenschaftliche Fragestellung bzgl. der Neurophysiologie physikalischer Salienz-wahrnehmung im Gamma-Frequenzbereich wird abgeleitet und experimentell umgesetzt.
Methoden: Die frühe visuell evozierte Gamma-band Antwort (GBR) bei 40Hz wurde in zwei Studien mit einem neu etabliertem visuellem EEG Paradigma gemessen. Die GBR wurde in einer physikalisch salienten Distraktorenbedingung (PSD) und in einer nicht salienten Zielbedingung (TO) ohne Distraktor berechnet. In der ersten Studie wurde die GBR von N =24 gesunden Probanden in Relation zu schizotypischen Persönlichkeitszügen (SPQ) untersucht. In der zweiten Studie wurde die GBR von N = 22 Schizophreniespektrum Patienten und N = 22 gesunden gematchten Kontrollprobanden verglichen und in Relation zum Schizophrenie Symptomprofil (PANSS) untersucht.
Ergebnisse: Die behavioralen Ergebnisse zeigen in beiden Studien einen signifikanten Effekt längerer Reaktionszeiten (RT) und höherer Fehlerraten (ER) in der PSD Bedingung, verglichen mit der TO Bedingung. In der Patientengruppe war die ER signifikant erhöht. Die GBR in der PSD Bedingung ist in beiden Studien signifikant höher als in der TO Bedingung. In der Patientenstudie zeigte sich für die Patienten eine signifikante höhere GBR in der PSD Bedingung (t = 1,777; p = 0,045*) und eine signifikant niedrigere GBR in der TO Bedingung (t = -1,763; p = 0,046*) im Vergleich zur Kontrollgruppe. In der ersten Studie korrelierte die GBR in der PSD Bedingung signifikant mit dem positiven SPQ (r = 0,588; p = 0,024*, Bonferroni korrigiert) und in der zweiten Studie mit der positiven (r = 0,738; p < 0,0001**) und desorganisierten (r = .690; p < 0,0001**) PANSS Subskala, signifikant nach Bonferroni Korrektur.
Schlussfolgerungen: Die veränderte neurophysiologische Verarbeitung physikalisch salienter Reize ist sowohl mit positiven schizotypischen Persönlichkeitsmerkmalen, als auch mit schizophrener Positivsymptomatik, insbesondere Wahn assoziiert. Die gefundenen Anomalien der sensorischen Verarbeitung könnten an der Pathogenese von Wahn beteiligt sein.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6653
URN: urn:nbn:de:gbv:18-77893
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Mulert, Christoph (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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