Volltextdatei(en) vorhanden
Titel: Modulation der TRPV1-vermittelten Hyperalgesie im trigeminalen System bei Insufflation von Kohlenstoffdioxid
Sonstige Titel: Modulation of TRPV1-mediated hyperalgesia in the trigeminal system with insufflation of carbon dioxide
Sprache: Deutsch
Autor*in: Reetz, Romy Sarina
Erscheinungsdatum: 2015
Tag der mündlichen Prüfung: 2016-04-20
Zusammenfassung: 
In dieser Studie wurde zum ersten Mal die Wirkung von intranasal insuffliertem CO2 nach Aktivierung trigeminaler TRPV1-Rezeptoren durch intranasal appliziertes Capsaicin in einem humanen Schmerzmodell mit 48 gesunden Probanden untersucht. Die Studie umfasste eine Pilotstudie (kontinuierliche CO2-Insufflation), das Experiment 1 (wechselnde CO2- und Luftinsufflation nach intranasaler Capsaicingabe) und das Experiment 2 (kontinuierliche CO2-Insufflation oder Placebo nach intranasaler Capsaicingabe). Es wurde Folgendes festgestellt:
1. Eine kontinuierliche intranasale CO2-Insufflation mit einem Fluss von 1 l/min ergab einen minimal algetischen Effekt mit einer Schmerzhaftigkeit von 0,8 (± 0,21) auf der numerischen Ratingskala.
2. Die kapillären Messungen von pH-Wert und pCO2 im Blut zeigten zwar signifikante Veränderungen, diese präsentierten sich jedoch innerhalb des Referenzbereiches, so dass die Anwendung als sicher eingestuft wird. Einige Probanden beschrieben CO2 als unangenehm stechend. Daher war eine Verblindung größtenteils ausgeschlossen.
3. Es stellte sich bei einem CO2-Fluss von 1 l/min ein gering modulierender Effekt dar. Signifikante Effekte einer Schmerzreduktion von CO2 wurden nur beim alternierenden Wechseln zwischen CO2 und Luft erreicht, jedoch nicht bei kontinuierlicher CO2-Insufflation.
Aufgrund der geringen schmerzlindernden Effekte und des negativen Ergebnisses bei der kontinuierlichen CO2-Insufflation, halten wir einen klinischen Nutzen in diesem Modell für gering. Das verwendete Capsaicinmodell ist nur bedingt als Kopfschmerzmodell geeignet. Es wäre im Rahmen weiterer Studien interessant, bei Patienten mit kraniofazialen Schmerzen zu überprüfen, ob eine CO2-Insufflation einen modulierenden Effekt im trigeminalen System hat. Dabei sollte überlegt werden, ob man anstelle des Capsaicins einen anderen TRPV1-Aktivator (z.B. Hitze > 43 °C) verwendet. Zudem könnte man andere Messmethoden anwenden, die den Schmerz objektivierbar machen wie z.B. nozizeptiv evozierte Potentiale mit dem EEG (Elektroenzephalogramm) zu messen.

In this study, the effect of intranasally insufflated CO2 was investigated after the activation of the trigeminal TRPV1 receptors by intranasally applied capsaicin in a human pain model with 48 healthy subjects for the first time.
The study included a pilot study (continuous insufflation of CO2), the experiment 1 (alternating insufflation of CO2 and air after nociceptive stimulation with intranasal capsaicin) and Experiment 2 (continuous insufflation of CO2 or placebo after nociceptive stimulation with intranasal capsaicin).
It was found out:
1. A continuous intranasal insufflation of CO2 with a flow of 1 l / min showed a minimally algetic effect with painfulness of 0.8 (± 0.21) on the numeric rating scale.
2. The capillary measurements of pH and pCO2 in the blood showed significant changes but no relevant alterations beyond the reference range so that the application of CO2 is estimated to be safe. Some subjects described an unpleasant or painful perception. Therefore, true blinding was mostly not feasible.
3. An insufflation of CO2 with a flow rate of 1 l /min showed mild modulatory effects. Significant effects of a pain reduction of CO2 were only reached in alternating insufflation of CO2 and air but not in a continuous insufflation of CO2.
Due to the marginal antihyperalgetic effects and the negative result in the continuous insufflation of CO2, we estimate a clinical benefit in this model for small. The used pain model with capsaicin is suitable to only a limited extent for a headache model. It would be interesting in the context of further studies to check in patients with craniofacial pain whether an insufflation of CO2 has a modulating effect in the trigeminal system. It should be considered whether another TRPV1 activator (for example, heat> 43 ° C) is used instead of capsaicin. In addition, it could be used other methods of measurement which make the pain objectively such as nociceptive evoked potentials with the EEG (electroencephalogram).
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/6723
URN: urn:nbn:de:gbv:18-78792
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: May, Arne (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat  
Dissertation.pdf703.88 kBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Zur Langanzeige

Diese Publikation steht in elektronischer Form im Internet bereit und kann gelesen werden. Über den freien Zugang hinaus wurden durch die Urheberin / den Urheber keine weiteren Rechte eingeräumt. Nutzungshandlungen (wie zum Beispiel der Download, das Bearbeiten, das Weiterverbreiten) sind daher nur im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) erlaubt. Dies gilt für die Publikation sowie für ihre einzelnen Bestandteile, soweit nichts Anderes ausgewiesen ist.

Info

Seitenansichten

35
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 11.04.2021

Download(s)

32
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 11.04.2021
Werkzeuge

Google ScholarTM

Prüfe