Volltextdatei(en) vorhanden
Titel: Behandlung und Prognose sehr alter Patienten (≥ 90 Jahre) auf der Intensivstation
Sonstige Titel: Clinical characteristics and outcome of very eldely patients ≥ 90 years in intensive care : a retrospective observational study
Sprache: Deutsch
Autor*in: Becker, Sophie
GND-Schlagwörter: Intensivmedizin; Prognose
Erscheinungsdatum: 2016
Tag der mündlichen Prüfung: 2017-05-04
Zusammenfassung: 
Einleitung: Da die Prognose sehr alter Patienten generell limitiert ist, erfolgt die Aufnahme solcher Patienten auf die Intensivstation sehr zurückhaltend. Daher sind nur wenige Informationen über die Prognose von Patienten ≥ 90 Jahren auf der Intensivstation verfügbar. Ziel der Arbeit ist es, Erfolgsraten und Charakteristika der Intensivbehandlung sehr alter Menschen (≥ 90 Jahre) darzulegen.
Methodik: Monozentrische, retrospektive Analyse konsekutiver Patienten mit einem Alter ≥ 90 Jahre auf den Intensivstationen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im Zeitraum zwischen 01.01.2008 und 30.06.2013.
Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum wurden 372 Patienten mit einem Alter ≥ 90 Jahre auf den Intensivstationen behandelt. Der Großteil (66,7 %) wurde notfallmäßig auf die Intensivstation aufgenommen, davon knapp die Hälfte aufgrund einer notfallmäßig durchgeführten Operation. 39,8 % wurden während des Intensivaufenthalts beatmet, bei ebenso vielen war eine Therapie mit Katecholaminen notwendig. 1,9 % erhielten ein Nierenersatzverfahren. Die Intensiv- und Krankenhausmortalität betrug 18,3 % und 30,9 %. Das Gesamtüberleben ein Jahr nach Krankenhausentlassung betrug 34,9 %. Die multivariate Cox-Regressionsanalyse identifizierte Kreatinin, Bilirubin, Alter und die Notwendigkeit einer Therapie mit Katecholaminen als unabhängige Risikofaktoren und die Aufnahme nach einer geplanten Operation als einen protektiven Faktor für das 28-Tage-Ergebnis.
Schlussfolgerung: Knapp 70 % der Patienten ≥ 90 Jahre konnte lebend aus dem Krankenhaus entlassen werden, von denen mehr als die Hälfte nach einem Jahr noch am Leben waren. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die 1-Jahres-Prognose sehr alter Patienten nach einer Behandlung auf der Intensivstation nicht so limitiert ist, wie oft vermutet. Alter allein sollte kein Ausschluss für eine Intensivaufnahme darstellen.

Background: Since the overall prognosis of very elderly patients is generally limited, admissions to intensive care in these patients are often restricted. Therefore only very few information is available on the prognosis of nonagenarians after intensive care treatment. The aim of this study was to analyze the clinical characteristics and outcomes of very elderly patients (≥ 90 years) admitted to an intensive care unit (ICU).
Methods: Monocentric, retrospective observational study of all patients aged ≥ 90 years admitted to the Department of Intensive Care Medicine with a total capacity of 132 ICU beds at the University Medical Center Hamburg in Germany between January 2008 and June 2013. A multivariate regression analysis was used to identify risk factors for 28-day outcome.
Results: A total of 372 patients ≥ 90 years of age were admitted to one of the departments ICUs. The majority of patients (66.7 %) were admitted as an emergency admission, of which half underwent unscheduled surgery. 39.8 % of patients required support by mechanical ventilation and vasoactive drugs and 1.9 % of patients received renal replacement. ICU and hospital mortality rates were 18.3 % and 30.9 %, respectively. Overall survival at one year after hospital discharge was 34.9 %. Multivariate Cox regression analysis revealed creatinine, bilirubin, age and necessity of catecholamines as independent risk factors and scheduled surgery as protective factor for 28-day outcome.
Conclusion: Nearly 70 % of patients aged ≥ 90 years were discharged alive from hospital following treatment at the ICU and more than half of them were still alive one year after their discharge. The results suggest that 1-year survival prognosis of very old ICU patients is not as poor as often perceived and that age per se should not be an exclusion criterion for ICU admission.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/7200
URN: urn:nbn:de:gbv:18-85170
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kluge, Stefan (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat  
Dissertation.pdf2.44 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Zur Langanzeige

Diese Publikation steht in elektronischer Form im Internet bereit und kann gelesen werden. Über den freien Zugang hinaus wurden durch die Urheberin / den Urheber keine weiteren Rechte eingeräumt. Nutzungshandlungen (wie zum Beispiel der Download, das Bearbeiten, das Weiterverbreiten) sind daher nur im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) erlaubt. Dies gilt für die Publikation sowie für ihre einzelnen Bestandteile, soweit nichts Anderes ausgewiesen ist.

Info

Seitenansichten

122
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 09.05.2021

Download(s)

18
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 09.05.2021
Werkzeuge

Google ScholarTM

Prüfe