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Titel: Analyse von neun verschiedenen Prognosescores bei Patientinnen mit Radiatio von Hirnmetastasen eines Mammakarzinoms
Sonstige Titel: Comparison of nine prognostic scores in patients with brain metastases of breast cancer receiving radiotherapy of the brain
Sprache: Deutsch
Autor*in: Riecke, Kerstin
Schlagwörter: Prognosescore; Prognosefaktor; prognostic score; breast cancer; brain metastases
GND-Schlagwörter: Dissertation; Strahlentherapie; Ereignisdatenanalyse; Prognose; Hirnmetastase; Brustkrebs; Score; Therapie; Gynäkologie
Erscheinungsdatum: 2016
Tag der mündlichen Prüfung: 2017-07-13
Zusammenfassung: 
Die Inzidenz von Hirnmetastasen beim Mammakarzinom ist in den letzten Jahren auf Grund einer verbesserten Kontrolle der systemischen Erkrankung, sensitiveren Bildgebungsverfahren und der alternden Population gestiegen. Immer noch stellen Hirnmetastasen einen limitierenden Faktor für das Überleben dar, denn das mediane Überleben nach Diagnosestellung beträgt nur wenige Monate. Es gibt eine Vielzahl möglicher Therapien, aber die Selektion der Patientinnen für die Anwendung bleibt uneinheitlich und wird kontrovers diskutiert. Ziel der vorliegenden Arbeit war es daher, aus neun bereits publizierten unspezifischen und brustkrebsspezifischen Prognosescores denjenigen herauszufiltern, der die beste Unterstützung bei der Therapieplanung liefern konnte. Hierfür wurden retrospektiv die Daten von 139 Patientinnen mit Hirnmetastasen eines Mammakarzinoms, die in der Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums Hamburg zwischen 2007 und 2012 behandelt wurden, erhoben und statistisch ausgewertet. Die Patientinnen lebten im Median noch 14 Monate nach Diagnosestellung der Hirnmetastasen; die 1-Jahres-Überlebensrate lag bei 37,4 %. Als ungünstige Prognosefaktoren für das Überleben mit Hirnmetastasen konnten in der multivariaten Analyse ein triple-negativer Rezeptorstatus, eine extrakranielle Metastasierung und ein hohes Alter (kategorisiert <60, ≥60 Jahre) bestätigt werden; eine HER2-Positivität korrelierte mit einer besseren Überlebensprognose. Bei der Betrachtung der Prognosescores erreichte der brustkrebsspezifische Breast-GPA zum einen den größten prognostischen Wert in der Kaplan-Meier-Analyse (p<0,001) sowie die höchste Testgüte in der ROC-Analyse (AUC=0,714; Spezifität=0,98; PPV=0,875), zum anderen konnte er eine Gruppe von Patientinnen mit schlechter Prognose (Überlebenszeit unter 3 Monaten) am besten identifizieren (Spezifität=0,98; PPV=0,875). Im Gegensatz dazu überzeugte der unspezifische GPA Score (p=0,005; AUC=0,696) mit der Fähigkeit, eine Patientinnengruppe mit einer guten Prognose (Überlebenszeit über 12 Monate) zu selektieren (Spezifität=0,934; PPV=0,962). Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit konnten zeigen, dass die vorhandenen Prognosescores bei der Therapieentscheidung nach wie vor Limitationen aufweisen. Der GPA in seiner unspezifischen und brustkrebsspezifischen Variante wurde als der aussagekräftigste Score bestätigt. Diese Erkenntnis kann bei der Auswahl von Patientinnen mit Hirnmetastasen eines Mammakarzinoms für bestimmte Therapieschritte herangezogen werden und sollte in weiteren Untersuchungen validiert werden.

The incidence of brain metastases from breast cancer has been rising in recent years due to improved control and management of systemic disease, more sensitive imaging methods and an ageing population. Brain metastases continue to be a limiting survival factor, as the median survival after diagnosis amounts to only a few months. There is an abundance of therapies; however, selecting patients continues to be incongruent and highly debated. The goal of this study therefore was to define the most helpful prognostic score for planning therapy amongst nine published unspecific and breast-specific prognostic scores. To achieve this, data of 139 breast cancer patients with brain metastases was collected and statistically analysed retrospectively. The patients were treated with cerebral radiotherapy or surgery followed by radiotherapy at the Department of Radiotherapy (University Medical Center Hamburg) between 2007 and 2012. Patients showed a median survival of 14 months after diagnosis, 1-year-survival rate was 37.4 %. The multivariate analysis confirmed triple-negative receptor status, extracranial metastases and age ≥60 years as unfavourable prognostic factors for survival with brain metastases; whereas HER2-positivity correlated with higher survival prognosis. Among prognostic scores, the breast cancer specific Breast-GPA showed both the highest prognostic value with Kaplan-Meier-Analysis (p<0.001) and the highest test quality in the ROC-Analysis (AUC=0.714; Specificity=0.98; PPV=0.875). Also, it was best in identifying patients with low survival prognosis (<3 months) (Specificity=0.98; PPV=0.875). On the other hand, the unspecific GPA Score (p=0,005; AUC=0,696) showed convincing capability of selecting a patient group with high survival prognosis (>12 months) (Specificity=0.934; PPV=0.962). This study’s results show the limitations of available prognosis scores for therapy decisions, although the breast cancer specific and the unspecific GPA were confirmed as the most significant scores. This result may prove helpful with selecting patients with brain metastases from breast cancer for certain therapies and should be validated in further studies.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/7282
URN: urn:nbn:de:gbv:18-86260
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Witzel, Isabell (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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