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Titel: Der Einfluss krankheitsbezogener Faktoren auf die Dauer der unbehandelten Anorexia nervosa
Sonstige Titel: The impact of illness-related factors on the duration of untreated anorexia nervosa
Sprache: Deutsch
Autor*in: Wong, Katharina
Schlagwörter: Essstörungspsychopathologie; unbehandelte Erkrankungsdauer; Komorbidität; psychische Störung; duration of untreated illness; eating disorder psychopathology; comorbidity
GND-Schlagwörter: Depression; Angst; Essstörung; Psychopathologie; Anorexia nervosa; Sekundärkrankheit; Psychosomatische Störung
Erscheinungsdatum: 2017
Tag der mündlichen Prüfung: 2017-09-26
Zusammenfassung: 
Anorexia nervosa (AN) zeichnet sich durch besonders lange Krankheitsverläufe aus. Da mit zunehmender Erkrankungsdauer die Prognose schlechter wird und oft Jahre vergehen, bis sich die Betroffenen in Behandlung begeben, ist es Ziel der vorliegenden Arbeit, Faktoren zu identifizieren, die die unbehandelte Erkrankungsdauer (DUI) beeinflussen. Methoden: Anhand standardisierter Fragebögen und eines strukturierten klinischen Interviews wurde die Ausprägung selbstberichteter Essstörungspsychopathologie, Subtyp, Gewichtsentwicklung, Begleitsymptome und-erkrankungen (depressive Symptome, ängstliche Symptome, somatische Beschwerden) und die Anorexiediagnose erhoben. Ergebnisse: 68 Frauen (beurteilt nach DSM-IV) bzw. 69 Frauen (DSM-V) wurden in die Untersuchung eingeschlossen. Die durchschnittliche DUI beträgt
34,1 Monate (DSM-IV) bzw. 33,6 Monate (DSM-V). Bei schweren depressiven Symptomen ist die DUI im Vergleich zu kaum vorhandenen depressiven Symptomen mehr als siebenfach erhöht. Weitere Prädiktoren sind Figursorgen und Essenssorgen im Rahmen der Essstörungspsychopathologie. Bei Betrachtung nach DSM-V haben die AN Patientinnen eine signifikant längere DUI als ATAN-Patientinnen. Conclusio: Zwischen der unbehandelten Erkrankungsdauer von durchschnittlich fast drei Jahren und depressiven Symptomen, der Essstörungspsychopathologie und der Anorexiediagnose besteht ein Zusammenhang. Behandler können dieses Wissen nutzen, um Patienten, die besonders für lange Verläufe gefährdet sind, besser zu identifizieren und schneller einer krankheitsspezifischen Therapie zuzuführen.

Objective: Anorexia nervosa (AN) is a mental disorder with a rather long course of disease. Very often it takes years before patients start treatment for their eating disorder. Since prognosis negatively deteriorates with increasing duration of untreated illness (DUI) this study aims to identify factors that have an impact on DUI. Method: Standardized questionnaires and a structured clinical interview were used to obtain information on eating disorder psychopathology, subtype, weight change, comorbidity, and diagnosis (AN vs. ATAN). A negative binomial regression was applied to identify significant predictors of long DUI. Results: Data of 69 or 68 female patients (evaluated by DSM-IV and DSM-V-criteria, respectively) were analyzed, respectively. Mean DUI was 34.1 months (DSM-IV) respectively 33.6 months (DSM-V). Severe depressive symptoms were associated with a
7-times increased DUI. Further significant predictors included shape concern and eating concern. Considering DSM-V evaluation, AN-patients had a significantly longer DUI than ATAN-patients. Conclusion: Results suggest an association between DUI, depressive symptoms, eating disorder psychopathology, and eating disorder diagnosis. Awareness of comorbid depressive symptoms among others predicting DUI should be increased. This knowledge can then be used to screen for patients especially at risk of long DUI, so time until treatment initiation can be shortened and prognosis improved.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/7388
URN: urn:nbn:de:gbv:18-87713
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Löwe, Bernd (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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