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Titel: Unterstützung der kardiopulmonalen Reanimation durch das interaktive Kombinationsgerät CPR.com
Sonstige Titel: Supporting cardiopulmonary resuscitation with the interactive Feedbackdevice CPR.com
Sprache: Deutsch
Autor*in: Blanz, Julian
Schlagwörter: Feedback; CPR; Reanimation; ALS; Feedback; CPR; Reanimation; ALS
GND-Schlagwörter: Wiederbelebung
Erscheinungsdatum: 2017
Tag der mündlichen Prüfung: 2018-03-20
Zusammenfassung: 
Ziel dieser Studie war zu evaluieren, ob zusätzliche audiovisuelle Anweisungen und die elektronische Kopplung eines kombinierten Beatmungs- und Defibrillationsgerätes professionelles Rettungsdienstpersonal in der praktischen Umsetzung der Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation unterstützen.
Professionelle Reanimationsteams durchliefen dazu im Rahmen einer randomisierten, cross-over Simulationsstudie zwei Reanimationsszenarien mit einem herkömmlichen Standard- oder mit dem Studiengerät. Neben der Hands-Off-Zeit wurden weitere Nebenparameter, die als Indikatoren für die Umsetzung der aktuellen Reanimationsleitlinien gelten, untersucht. Anhand der erhobenen Daten sollte die Nullhypothese, die Umsetzung der Reanimationsleitlinien des ERC 2010 wird durch das Studiengerät nicht begünstigt, überprüft werden.
Die als primärer Endpunkt festgelegte kompressionsfreie Zeit lag auf hohem Niveau, unterschied sich zwischen Studien- und Kontrollgruppe jedoch nicht signifikant. Bei Verwendung des Studiengerätes wurden die Medikamente Adrenalin und Amiodaron früher verabreicht, Amiodaron häufiger zum korrekten Zeitpunkt gegeben, häufiger ein Helferwechsel durchgeführt und bei limitierter Vorerfahrung die dritte Defibrillation im Algorithmus schneller erreicht. Die Anzahl der Herzdruckmassagen glich sich dem vorgegebenen Metronom an, während die Anzahl der Beatmungen pro Minute bei Verwendung der Studienausrüstung geringer ausfiel. Mit zunehmender Reanimationserfahrung der Probanden verringerte sich, unabhängig vom verwendeten Gerät, die Hands-Off-Zeit.
Während unerfahrenere Probanden von dem Studiengerät profitierten, wurden geübte Probanden im Durchlaufen des vom ERC empfohlenen Reanimationsalgorithmus ausgebremst. Trotz statistischer Signifikanz muss kritisch hinterfragt und in folgenden Studien klinisch evaluiert werden, ob die geringen Differenzen zwischen Studien- und Kontrollgruppe tatsächlich Auswirkungen auf das klinische Outcome eines Patienten hätten. Zur Verwendung kommen könnte das Studiengerät zur Unterstützung von Rettungsdienstpersonal mit wenig Routine in der kardiopulmonalen Reanimation, beispielsweise in ländlichen Regionen oder im Krankentransport. Von einer ausführlicheren Einweisung und mehr Übung in der Verwendung des Gerätes könnten die Anwender profitieren und das Potential des Gerätes besser genutzt werden. Zu detaillierte Handlungsanweisungen können sich jedoch kontraproduktiv auswirken und sollten daher auf ein sinnvolles Maß begrenzt werden. Die Integration einer Feedbackfunktion zur Beurteilung der Qualität der Herzdruckmassage in Echtzeit wäre wünschenswert.
Trotz technischem Fortschritt und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten stellen Ausbildung und Training in der kardiopulmonalen Reanimation sowie ein flächendeckendes Ersthelfernetzwerk weiterhin die Grundpfeiler einer erfolgreichen Herz-Lungen-Wiederbelebung dar.

The present study evaluates whether the quality of cardiopulmonary resuscitation (CPR) performed by experienced emergency medical staff (EMS) could be improved with audiovisual assistance by a new interactive prototype device. This device is based on a ventilator linked to an automated external defibrillator (AED).
In this prospective, controlled, randomised cross-over simulation study resuscitation using the prototype device (study group) was compared to standard equipment (control group). Primary outcome parameter was the hands-off time, secondary outcome parameter was the compliance with the resuscitation guidelines in respect of drug administration (epinephrine/amiodarone). In a mixed model, outcome parameters, equipment and experience in resuscitation were analyzed.
The primary outcome parameter, the hands-off time, did not differ significantly between the study- and the control group. Using the prototype, medication such as adrenaline and amiodarone was administered earlier and more often at the right time. Furthermore, rescuers switched more often between cardiac compression- and ventilator roles but performed less ventilations per Minute. EMS with little experience in CPR had an increased compliance with resuscitation guidelines and they performed the third defibrillation earlier when supported by the audiovisual assistance of the prototype. Independent of the device, hands-off time decreased with increasing experience in CPR.
The study device improved the CPR performance of inexperienced rescuers while slowing down the experienced rescuers. The prototype may be used to support EMS with poor experience in CPR for example in rural areas or during ambulance transport. On the other hand too detailed audiovisual assistance could produce the adverse effects in EMS with high routine in CPR. They, too, may profit from audiovisual assistance if real time chest compression feedback was given by the device.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/7656
URN: urn:nbn:de:gbv:18-91008
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kubitz, Jens (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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