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Titel: Laktat und Laktatclearance bei kritisch kranken PatientInnen mit akut auf chronischem Leberversagen
Sonstige Titel: Lactate and Lactate clearance in critically ill patients with Acute-on-chronic liver failure (ACLF)
Sprache: Deutsch
Autor*in: Landahl, Felix
Schlagwörter: Akut; chronisch; Zirrhose
GND-Schlagwörter: Leber; Leberversagen; Intensivstation; Sterblichkeit
Erscheinungsdatum: 2018
Tag der mündlichen Prüfung: 2018-10-25
Zusammenfassung: 
Hintergrund und Ziele: Das akut auf chronische Leberversagen (ACLF) ist eine lebensbedrohliche Komplikation der Leberzirrhose, die mit einer schlechten Prognose vergesellschaftet ist und einer umgehenden intensivmedizinischen Versorgung bedarf. Neben dem Verständnis der auslösenden Faktoren eines ACLF besteht die Herausforderung in der Identifikation besonders gefährdeter Patientengruppen. Das Ziel der Arbeit war es, den Zusammenhang zwischen Laktat und Kurzzeitsterblichkeit bei PatientInnen mit ACLF zu untersuchen.
Methoden: In dieser Arbeit wurden alle Patienten mit Leberzirrhose, die zwischen 2009 und 2013 an der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf behandelt wurden (n=511), hinsichtlich des Vorhandenseins eines ACLF untersucht. PatientInnen, die der aktuellen EASL-CLIF-Definition eines ACLF entsprachen, wurden in die Auswertung eingeschlossen (n=320). Neben der ausführlichen Charakterisierung der Kohorte erfolgte ein Vergleich der Laktatwerte im zeitlichen Verlauf, mit etablierten Scores (CTP, MELD, SOFA, CLIF-SOFA, CLIF-C-ACLF) im Hinblick auf die Prädiktion der Mortalität. Die Darstellung und Interpretation der prädiktiven Kraft erfolgte als Area Under the Receiver Operating Characteristic (AUROC).
Ergebnisse: Der Laktatwert bei Aufnahme erlaubt eine gute Vorhersage bezüglich der 28-Tage-Mortalität (AUROC 0,709 (95% CI 0,653-0,765), p<0.01), vergleichbar mit dem CLIF-C ACLF Score.
Die Laktat-Clearance war in der Gesamtpopulation wenig prädiktiv hinsichtlich des Überlebens, keine der Clearances (6h, 12h, 24h) erreichte eine AUROC über 0,6.
Laktatwerte ≥ 3 mmol/l bei Aufnahme waren mit deutlich erhöhter 28-Tage– Mortalität vergesellschaftet (OR=3.19 (95% CI 2.02-5.03), p<0.001). Bei diesen PatientInnen mit hohem Aufnahmelaktat, zeigte sich die Laktat-Clearance deutlich prädiktiver (6-Stunden-Laktatclearance AUROC 0,706 (95% CI 0,641-0,798), p<0.01).
Schlussfolgerung: Der Laktatwert bei Aufnahme ermöglicht eine kostengünstige und schnelle Prädiktion der 28-Tage-Mortalität von PatientInnen mit ACLF. Bei Patienten mit erhöhtem Laktat bei Aufnahme (≥ 3 mmol/l) ist die Laktatclearance ein sinnvoller Verlaufsmarker im Hinblick auf die Prognose.

Background and aims: Acute-on-chronic liver failure (ACLF) is a life-threatening complication in patients with liver cirrhosis leading to a poor prognosis and in need of immediate intensive care. The underlying factors of ACLF have yet to be more thoroughly understood, making the identification of at-risk patients a challenge. The aim of this study was to assess the potential association between lactate levels and short-term mortality in ACLF patients.
Methods: Critically ill patients with liver cirrhosis admitted to the department of intensive care at the Medical University of Hamburg were comprised in this retrospective monocentric cohort study. All admissions from 2009 to 2013 were eligible for inclusion in the analysis (n=511). Patients were then assessed according to the current EASL-CLIF definition of ACLF, which lead to a final inclusion of 320 patients.
Clinical characterization of the cohort was achieved through thorough chart review; furthermore, lactate levels at different time points of clinical status were tested as a means of mortality prediction using established scores (CTP, MELD, SOFA, CLIF SOFA, CLIF C ACLF) and displayed as area under the Receiver Operating Characteristic (AUROC).
Results: Lactate levels on admission were identified as a strong parameter for the prediction of 28-day mortality (AUROC 0,709 (95% CI 0,653-0,765), p<0.01). The prognostic value of lactate was comparable to the common CLIF C ACLF score. Lactate clearance, however, was less predictive with regards to mortality within the total cohort; none of the clearances determined (6h, 12h, 24h) displayed an AUROC larger than 0,6. However, patients with lactate levels at admission of ≥ 3 mmol/l or more showed an increased 28-day mortality (OR=3.19 (95% CI 2.02-5.03), p<0.001). Accordingly, lactate clearance in these patients was a suitable predictor of short-term mortality (6h-lactate clearance AUROC 0,706 (95% CI 0,641-0,798), p<0.01).
Conclusion: Lactate levels at admission are a strong independent predictor for the 28-day mortality in patients with ACLF. Moreover, lactate clearance showed good prognostic value in patients with elevated lactate levels (≥ 3 mmol/l) on admission.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/7898
URN: urn:nbn:de:gbv:18-93828
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Fuhrmann, Valentin (PD Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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