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Titel: Optimierung der Dosierung der Immunsuppressiva nach Herztransplantation für eine verbesserte Therapieadhärenz und Kosteneffizienz
Sonstige Titel: Optimizing the dosage of immunosuppressive drugs after heart transplantation for improved therapy adherence and cost efficiency
Sprache: Deutsch
Autor*in: Goldmann, Marnie Heide
Schlagwörter: Herztransplantation; Immunsuppressivum; Adhärenz; Therapiekosten; Kosteneffizienz; Arzt-Patienten-Beziehung; heart transplantation; immunosuppressor; adherence; cost
GND-Schlagwörter: Herztransplantation; Immunsuppressivum; Kosten
Erscheinungsdatum: 2018
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-01-14
Zusammenfassung: 
Die lebenslange und konsequente Einnahme der immunsuppressiven Medikamente ist für den langfristigen Erfolg einer Herztransplantation mitentscheidend. Diese setzt eine hohe Adhärenz voraus, welche unter anderem von der Tablettenanzahl und vom Visitenabstand abhängig ist.

In dieser retrospektiven Studie erfolgte die Analyse der immunsuppressiven Therapie, der Begleitmedikation sowie der hierdurch entstandenen Kosten aller im Zeitraum von 2009 bis 2014 am Universitären Herzzentrum Hamburg herztransplantierter Patienten. Für CsA wurde eine mögliche Reduktion der Tablettenanzahl mittels systematischer Optimierung der Dosierung anhand dreier Modelle (keine, max. ±5% bzw. ±10% Dosisänderung) untersucht. Dagegen wurde für das Immunsuppressivum TAC eine Einsparung der Tablettenanzahl durch eine Umstellung der Muttersubstanz Prograf® auf das Generikum Crilomus® mit zusätzlichen Dosierungsstärken im Vergleich zu Prograf® analysiert. Sowohl für CsA als auch für TAC erfolgte eine Kostenanalyse nach der Tablettenreduktion. Zudem wurde die Einhaltung der Ziel-Blutspiegel der Immunsuppressiva in Abhängigkeit vom Visitenabstand untersucht.

Das Patientenkollektiv war mit einem Alter von 48,9±11,9 Jahren, einem Anteil von 84,1% männlichen Empfängern und einer dilatativen Kardiomyopathie als Hauptindikation (52,4%) mit aktuellen internationalen und nationalen Datenbanken vergleichbar. Die mittlere tägliche Anzahl aller Tabletten betrug 18,8±3,0 Tabletten (60% Begleitmedikamente, 40% Immunsuppressiva) über den gesamten Studienzeitraum. Die CsA-Modelle führten zu einer Reduktion der Tablettenanzahl zwischen 24,4% (ohne Dosisänderung) und 39,2% (max. ±10% Dosisänderung) ohne eine signifikante Kosteneinsparung. Die Umstellung von Prograf® auf Crilomus® führte zu einer Einsparung der Tablettenanzahl um 20,8% und zu einer Kostenreduktion um 19,2% (528.193,01€ jährlich). Visitenabstände von acht und mehr Monaten korrelierten mit zu hohen Ziel-Blutspiegel der Immunsuppressiva als Zeichen der Überimmunsuppression.

Die Studienziele zur Reduktion der Tablettenanzahl von CsA und TAC wurden durch die Optimierung der Dosierung für CsA und die Verwendung eines Generikums mit zusätzlichen Dosierungsstärken für TAC erreicht. Daraus ergibt sich, dass eine
konsequente Einsparung von Tabletten für die Immunsuppressiva CsA und TAC eine Verbesserung der Adhärenz ermöglicht. Zudem sind zur Vermeidung einer Überimmunsuppression kürzere Visitenabständen zur Kontrolle der immunsuppressiven Blutspiegel unerlässlich. Die Bestätigung unserer Studienergebnisse durch eine multizentrische, prospektive Adhärenz-Studie wäre wünschenswert.

A lifelong and consequent application of immunosuppressive drugs is crucial for the long-term success of a heart transplantation. This requires a high adherence which among others depends on the number of pills and the time between visits.

In this retrospective study, the analysis of the immunosuppressive therapy, the concurrent medication and the resulting costs of all heart transplanted patients between 2009 to 2014 at the University Heart Center Hamburg were analysed. For CsA, a possible reduction in the number of pills was systematically optimized by developing three models (no change of dose, max. ±5% resp. ±10% change of dose). In contrast a reduction of the number of pills for the immunosuppressive drug TAC was achieved by replacing the brand-name drug Prograf® by the generic drug Crilomus® (with additional dosing levels compared to Prograf®). For both CsA and TAC, a cost analysis was performed after pill reduction. Furthermore, the correlation between adherence to the targeted blood levels of the immunosuppressive drugs and the time between visits was analysed.

The patient population was comparable to current international and national databases, with an average age of 48,9±11,9 years, a portion of 84,1% male recipients and a dilated cardiomyopathy as main indication (52,4%). In average the overall number of pills per day was 18,8±3,0 pills (60% concurrent medication, 40% immunosuppressive drugs) over the entire study period. The CsA models resulted in a volume reduction of pills between 24,4% (without change of dose) and 39,2% (max. ±10% change of dose) without significant cost savings. Replacement of Prograf® by Crilomus® resulted in a 20,8% volume reduction of pills and a cost reduction of 19,2% (528.193,01€ annual). Time between visits of eight and more months correlated with excessively high blood levels of the immunosuppressive drugs as a sign of over- immunosuppression.

The study objectives to reduce the number of pills of CsA and TAC were achieved by optimizing the dosage for CsA and using generic drugs with additional dosing levels. A consistent saving of pills for the immunosuppressive drugs CsA and TAC helps to improve the adherence. In addition, to avoid over-immunosuppression, higher frequency of visits to control the immunosuppressive blood levels is necessary. The confirmation of our study findings by a multicenter, prospective adherence study would be desirable.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8031
URN: urn:nbn:de:gbv:18-95616
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Barten, Markus (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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