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Titel: Evaluation aktiver Behandlungspfade im Universitären Cancer Center Hamburg
Sprache: Deutsch
Autor*in: Helm, Esther
Schlagwörter: Behandlungspfad; Tumortherapie; UCCH; Lungenkarzinom
GND-Schlagwörter: Krebs <Medizin>; Tumor; Behandlung; Pfad; Norm <Normung>
Erscheinungsdatum: 2018
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-01-25
Zusammenfassung: 
In einer Forschungszusammenarbeit mit Philips- Research wurde im Hubertus Wald Universi-ty Cancer Center Hamburg (UCCH) ein Software-Prototyp für aktive Behandlungspfade ent-wickelt. Ziel war es, Daten bezüglich der Versorgungsrealität in Bezug auf den Prozessablaufs eines Patienten mit Lungenkarzinom durch Diagnostik sowie die Therapie in einem Comprehensive Cancer Center zu erhalten und zu bewerten.
Der klinische Ablauf wurde zunächst aus retrospektiven Daten (n=15) in den Software- Proto-typ eingepflegt (Phase 1). Um die Anwendung unter realen Bedingungen zu testen, wurden prospektiv die Daten von 30 Patienten mit unklarer pulmonaler Raumforderung auf ihrem Weg durch Diagnostik und Therapie parallel zur Standarddokumentation erfasst (Phase 2). Im letzten Schritt (Phase 3) erfolgte ein Feedback des ärztlichen onkologischen Personals hin-sichtlich der Umsetzung des aktiven Behandlungspfads im klinischen Alltag. Es zeigte sich, dass die elektronische Umsetzung eines Behandlungspfades in einen aktiven Pfad möglich ist. In Bezug auf die Datenvollständigkeit zeigte sich der aktive Behandlungspfad sowohl quanti-tativ als auch qualitativ deutlich überlegen im Vergleich zur Aktendokumentation. Die aus den vorhandenen Patientendaten getroffenen klinischen Entscheidungen waren in der retro-spektiven Gruppe (n=15) in 8 Fällen nicht dem Behandlungspfad entsprechend. In der pros-pektiven Patientengruppe (n=30) konnte in 3 Fällen eine vom Behandlungspfad abweichende Entscheidung nachgewiesen werden. Auch unsichere Entscheidungen in den Bereichen Enti-tät und Staging waren in der retrospektiven Patientengruppe häufiger (Entität: 6/15, Staging: 9/15) im Vergleich zur prospektiven Patientengruppe (Entität: 3/30, Staging 4/30). In Bezug auf die getroffenen Therapieentscheidungen ergaben sich für die retrospektive Gruppe 3/15 falsche Entscheidungen (nicht dem Pfad entsprechend) der primären Therapie sowie 2/15 fal-sche Entscheidungen der Anschlusstherapie. In der prospektiven Gruppe gab es 1/30 falsche primäre Therapieentscheidung und 1/30 falsche Anschlusstherapieentscheidung.
An der in Phase 3 durchgeführten Umfrage nahmen 19 Ärztinnen und Ärzte teil. Die Akzep-tanz eines aktiven Behandlungspfads war bei fehlerfreier Softwarefunktion bei den befragten Ärzten vorhanden. Insbesondere in Bezug auf die Verbesserung von internen Prozessabläufen, das Vermeiden von unnötigen Untersuchungen, die Studienrekrutierung sowie das Vor-bereiten und Durchführen der Tumorkonferenz fand der aktive Behandlungspfad Zustim-mung. Durch Nachvollziehbarkeit der Therapieentscheidungen sowie Vermeidung von Fehl-entscheidungen kann eine Verbesserung der Patientenversorgung erreicht werden.

A software prototype for active patient pathways was developed in a research collaboration with Philips- Research at the Hubertus Wald University Cancer Center Hamburg (UCCH). Aim was to evaluate usefulness and practicability of an active patient-care pathway which would enable through guidance from diagnosis to treatment through a patient specific path-way linked to the clinical data system. This was first established, evaluated and optimized for patients with lung cancer comparing real life data with data of patients diagnosed and treated according to the pathway system.
We first analyzed data from patients diagnosed with lung cancer (n=15) and treated at the outpatient department. Data were transferred into the software and missing data or erroneous decisions noted (phase 1).
In order to test the application under real life conditions, prospective data from 30 patients with pulmonary lesions and suspected lung cancer were recorded simultaneously to standard documentation (phase 2) during routine work up. Finally staff of the Department of hematol-ogy/ oncology gave feedback regarding the implementation of the active patient pathway and its potential within clinical practice (phase 3). We showed that the implementation of an active treatment pathway was possible. Diagnosis and treatment decisions were based on more complete data using the pathway application, hence active treatment pathways were clearly superior in principle regards to quantity and quality of data when compared to file documenta-tion. In 8 cases from the retrospective group (n=15) clinical decisions based on patient data were not corresponding to active treatment pathways. In the prospective patient group (n=30) deviating decisions from treatment pathway could be demonstrated in 3 cases. In addition, uncertain decisions in sections of entity and staging were more frequent in the retrospective patient group (entity: 6/15, staging: 9/15) compared to the prospective patient group (entity: 3/30, staging 4/30). Regarding first line therapy decisions 3/15 were not according to treat-ment pathway. 2/15 erroneous decisions of following therapy were found in the retrospective group, 1/30 incorrect first line as well as 1/30 incorrect following therapy decisions were found in the prospective group. In phase 3 nineteen physicians participated in the survey. Ac-ceptance of software was unanimous in this group. This was particularly true for improvement of internal ongoing processes, avoidance of unnecessary diagnostics, recruitment of study patients and organization of tumorboard. After all improvement of patient care seems possible due comprehensibility of therapy decisions as well as avoiding of erroneous decisions.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8084
URN: urn:nbn:de:gbv:18-96355
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Trepel, Martin (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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