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Titel: Der 3D-Synopsizer : Ein Instrument zur holistischen Patientenbetrachtung
Sonstige Titel: The 3D-Synpsizer : an instrument for a holistic view on patients
Sprache: Deutsch
Autor/Autorin: Reincke, Mareike
Schlagwörter: Biopsychosoziales Modell; Ausbildungsforschung
GND-Schlagwörter: Verbale Kommunikation; Nichtverbale Kommunikation; Medizin; Ausbildung; Patient
Erscheinungsdatum: 2019
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-05-02
Zusammenfassung: 
In der medizinischen Ausbildung ist das Lernen am Patientenfall ein wichtiger Bestandteil. Dabei sollen Studierende vor allem das Erkennen und Einordnen von Symptomen in Krankheitsbilder erlernen und gleichzeitig soll bei der Bearbeitung das biopsychosoziale Krankheitsmodell zugrunde gelegt werden. Das Prinzip des „shared decision making“ lernen Studierende in der Arzt-Patienten-Beziehung anzustreben Es setzt jedoch auch eine aktive Mitarbeit und Informiertheit des Patienten oder der Patientin voraus. Eine wichtige ärztliche Kompetenz ist daher das umfassende Beraten über Diagnosen und verschiedene Therapiemöglichkeiten sowie das Eingehen auf individuelle Persönlichkeiten und Ansprüche von Patienten und Patientinnen.
Der 3D-Synopsizer ist ein Instrument, das zur holistischen Patientenbetrachtung entwickelt wurde und die Synopse-Elemente Charakter, Konflikt und Lösung enthält. In dieser Arbeit wurde überprüft, ob der 3D-Synopsizer (3D-S) im medizinischen Unterricht eine geeignete Herangehensweise an eine ganzheitliche Patientenbetrachtung bieten könnte. Zur Analyse für den möglichen Einsatz im Unterricht wurden acht Lehrfilme mit Patientenfällen gedreht, die nach dem 3D-Prinzip konzipiert wurden, d. h. in denen ein Patientencharakter immer durch physiologische, soziologische und psychologische Merkmale gekennzeichnet war. Die individuellen Sichtweisen, Lebensumstände und Bedürfnisse der (Schauspiel-)Patienten und Patientinnen führten in den Arzt-Patienten-Gesprächen, die mit insgesamt vier Ärzten und Ärztinnen geführt wurden, zum Konflikt mit der leitliniengerechten Therapie, wenn diese durch die Ärzte und Ärztinnen vorgeschlagen wurde. Aus den Filmen wurde jeweils eine Filmsequenz pro Synopse-Element des 3D-Synopsizers (Charakter, Konflikt, Lösung) ausgewählt und mit Hilfe des EXMARaLDA-Programms transkribiert. Anschließend erfolgte eine Analyse der verbalen,
paraverbalen und nonverbalen Kommunikationselemente in diesen Sequenzen. Es zeigte sich, dass durch die Thematisierung des Konflikts die Ärzte und Ärztinnen teilweise von der Leitlinienempfehlung abweichende Therapiekonzepte vorschlugen, wobei sich zum Teil deutliche Diskrepanzen zwischen dem verbalen Inhalt und der gezeigten Körpersprache fanden. Diese nach dem Prinzip des 3D-Synoptizes konzipierten Filme könnten daher beim Erlernen patientenzentrierter Kommunikation eingesetzt werden, um nicht nur auf Aspekte einer gelingenden verbalen Kommunikation hinzuweisen, sondern um insbesondere wesentliche Aspekte der nonverbalen Kommunikation zu kennen und zu trainieren. Mittels dieser Fertigkeiten könnten Studierende das Prinzip der holistischen Patientenbetrachtung verfeinern und üben, womit schlussendlich in ihrer späteren Arbeiten als Ärzte und Ärztinnen für die Patienten und Patientinnen ein individuelles Therapieangebot gemacht werden kann, was deren persönliche Belange beinhaltet und vermutlich zu besserer Therapietreue führen wird.

In medical education, learning with patient cases is one main component. Students are supposed to learn to identify and integrate symptoms into disease patterns. At the same time, the biopsychosocial model is supposed to be applied to every patient. The principle of „shared decision making“ is supposed to be the doctor-patient-relationship model students should aspire to. However, it needs an informed and active patient who is willing to participate in the decision making process. Therefore, an important competence of physicians is comprehensive counselling about diagnoses and different treatment options as well as being responsive to patients’ individual personalities and demands. The 3D-synopsizer is an instrument which was designed to view patients in a holistic way and which comprises the three synopsis elements character, conflict and resolution. This work aimed to investigate, if the 3D-synopsizer (3D-S) could provide a useful approach to provide holistic viewing of patients in medical teaching. Eight teaching films were made with cases which were designed with the 3D-principle, i. e. that the character is always illustrated by physiological, social and psychological attributes in order to analyze their possible use in medical training. The (simulated) patients’ individual perspectives, circumstances and desires provoked a conflict with therapies according to the guidelines whenever such therapies were suggested in physician-patient communication with four physicians. From every film, one sequence for each synopsis element (character, conflict, resolution) was selected and
transcribed with the EXMARaLDA-programme. Subsequently, the transcripts were analyzed with respect to verbal, paraverbal and nonverbal elements of communication. When the conflict was verbalized, it could be observed that physicians suggested to some extent therapies which deviated from the guidelines, while partially considerable discrepancies between the verbal content and the nonverbal body language could be detected. The 3D-S based films could be used to train patient-centered communication, not only to point out aspects of good verbal communication, but to put a special focus on the knowledge and exercise of nonverbal communication. With these skills, medical students could improve and shape their holistic view on patients. In their future work as physicians, they could use these skills to design individual therapies for their patients which comprise the patients’ personal matters and which could potentially lead to better compliance to therapies.
URI: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8171
URN: urn:nbn:de:gbv:18-97564
Dokumenttyp: Dissertation
Hauptberichter: Harendza, Sigrid (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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