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Titel: Gedächtnisleistung älterer nicht-kardiochirurgischer Patienten im prospektiven Verlauf und Assoziation mit Alter, präoperativen Risiken und Schlafqualität
Sonstige Titel: Memory performance of older noncardiac surgical patients in the prospective course and association with age, preoperative risks, and sleep quality
Sprache: Deutsch
Autor*in: Bäuerle, Larissa
Schlagwörter: POCD; postoperativ; POCD; Memory disorders; postoperative; sleep
GND-Schlagwörter: Gedächtnisstörung; Operation; Anästhesie; Narkose; Schlaf
Erscheinungsdatum: 2018
Tag der mündlichen Prüfung: 2019-04-25
Zusammenfassung: 
Durch die medizinische Entwicklung werden operative Behandlungen für die wachsende ältere Bevölkerung vermehrt zugänglich. Da ältere Patienten ein disponiertes Patientenkollektiv für kognitive Beeinträchtigungen darstellen, kommt auch der postoperativen kognitiven Dysfunktion (POCD) eine wachsende Bedeutung zu.
Im Zentrum der vorliegenden Studie steht die Gedächtnisleistung von älteren Patienten, die sich einem längeren, nicht kardio- und nicht neurochirurgischen Eingriff unterziehen müssen, zu den drei Messzeitpunkten vor, während und drei Monate nach dem stationären Aufenthalt. Es werden die Gedächtnisleistung im zeitlichen Verlauf sowie Zusammenhänge mit demographischen und medizinischen Variablen sowie Schlaf erörtert.

Die Untersuchung basiert auf einer prospektiven Längsschnittstudie. Vor dem klinischen Aufenthalt nahmen n=99 Patienten an der Untersuchung teil, während des stationären Aufenthalts im frühen postoperativen Zeitraum nahmen n=80 Patienten teil sowie drei Monate
nach dem operativen Eingriff n=34.
Zur Erfassung der Gedächtnisleistung wurde eine neuropsychologische Testbatterie genutzt, standardisierte Fragebögen halfen bei der Erfassung von medizinischen Daten und präoperativem Schlaf. Während des stationären Aufenthalts kam als studienspezifisches Messinstrument ein Überwachungsbogen zur detaillierten Erfassung von postoperativem Schlaf zum Einsatz.

Die Teilnahmequoten sind zu den ersten beiden Messzeitpunkten mit 100% und 80,8% als hoch, zum dritten Messzeitpunkt mit 34,3% als noch ausreichend zu bewerten. Die durchgeführten Analysen zeigen weitestgehend eine Repräsentativität der Stichprobe.
Die Ergebnisse weisen auf beeinträchtigte Gedächtnisleistungen der NKNN-Patienten hin. Dabei zeigten sich deutliche Veränderungen der Gedächtnisleistung im zeitlichen Verlauf: Eine Woche postoperativ (während des stationären Aufenthalts) zeigten die Patienten signifikant schlechteren Leistungen in den Gedächtnistests, als vor der stationären Aufnahme. Drei Monate nach dem operativen Eingriff zeigte sich zwar eine deutliche Verbesserung der Gedächtnisleistung, diese erlangte das Ausgangsniveau jedoch nicht. Darüber hinaus zeigten sich statistisch bedeutsame Abweichungen von der Testnorm nach unten zu allen drei Messzeitpunkten, wobei auch hier die stärkste Abweichung während des stationären Aufenthalts beobachtet wurde.
Weitere Erkenntnisse resultieren aus den Untersuchungen des präoperativen medizinischen Risikos und der Schlafqualität sowie deren Zusammenhang mit der Gedächtnisleistung: Es zeigten sich keine Zusammenhänge zwischen dem studienspezifischen präoperativen medizinischen Risikoscore und der Gedächtnisleistung. Ferner zeigten sich keine statistisch bedeutsamen Zusammenhänge zwischen der präoperativen oder postoperativen Schlafqualität der Patienten und deren Gedächtnisleistung zum frühen postoperativen Zeitpunkt.

Auch wenn die vorliegende Untersuchung keine Zusammenhänge zwischen postoperativen Gedächtnisleistungen einerseits sowie dem Alter, medizinischen Faktoren und der Schlafqualität andererseits aufzeigen konnte, ist eine multifaktorielle Ätiologie postoperativer Gedächtnisstörungen anzunehmen. Daher sollten zukünftige Studien mit größeren Patientenkollektiven diese und weitere Faktoren, wie eine starke psychische Belastung durch die Operation, einbeziehen. Dazu ist eine präoperative Erhebung der Baseline des kognitiven Funktionsstatus zur Erkennung von postoperativen Gedächtnisstörungen unbedingt erforderlich. Auch Therapieansätze zur Behandlung von Gedächtnisstörungen sollten Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

Zusammenfassend liefert die Studie wichtige Erkenntnisse zu der Gedächtnisleistung von älteren NKNN-Patienten im postoperativen Verlauf und zeigt vor allem für die Zeit der frühen postoperativen Phase einen vermehrten Handlungsbedarf.

Due to the development of medical treatment and the demographic change of our population, the number of old patients who are getting surgery is growing. This leads to an increasing role of POCD in today’s medical practice.
Focus of the present study was the memory function of elderly patients before, during and 3 months after their hospitalisation, which took place due to a long (>120 min), non-cardiac and non-neurological surgery. Development in memory function and correlation to demographic and medical characteristic such as sleep were analysed.

The research is based on a prospective longitudinal analysis and started with n=99 patients before being hospitalised. During the hospitalisation in the early postoperative period was n=80 patients and 3 months after surgery n=34 patients took part.
Neuropsychological tests and standardised questionnaires were used to measure memory function, medical data and sleep quality pre- and postoperative.

The participant rate of 80,8% during hospitalisation was evaluated as high, participant rate of 34,3% 3 months after surgery was evaluated as still sufficient. The Analyses were evaluated as an almost representative sample.
The results show decreases in patients memory function before and after non-cardiac and nonneurological surgery. One week postoperatively during inpatient stay the patients showed considerably worse performance in the memory tests than before inpatient admission. Three months after surgery the memory function improved again but did not reach the pre-surgery level. In addition, statistically significant downward deviations from the test standard were observed at all three measurement points, with the strongest deviation being observed during the inpatient stay. Analysation of sleeping disorders did not show any correlation between a low sleep quality before surgery and a worse outcome of memory function after surgery. There was also no link between a higher medical risk-score before surgery and declined memory function.

Even though the study could not outline any correlation between the age, and other medical parameters such as sleeping quality, reasons for POCD seem to be multifactorial. Therefore future studies with larger subject numbers should still focus on these parameters and additionally include analysation of the psychological stress surgery has on patients.
For this purpose, a preoperative assessment of the baseline of the cognitive function status for the detection of postoperative memory disorders is absolutely necessary.Therapeutic approaches to the treatment of memory disorders should also be the subject of further investigations.

In summery this study shows important findings about memory function in elderly patients after non-cardiac and non-neurological surgery and leads to the conclusion that especially directly after surgery old patients may suffer from declined memory function and need a more aware treatment.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8257
URN: urn:nbn:de:gbv:18-98586
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Kiefmann, Rainer (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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