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Titel: "Willingness To Go" : Bereitschaft von Patienten Zeit, Kosten und Aufwand für die Anreise zum Arzt zu investieren
Sonstige Titel: „Willingness To Go“ : Under which circumstances are patients willing to accept additional efforts/expenses on their way to medical health care?
Sprache: Deutsch
Autor*in: Bäumer, Ines
Schlagwörter: Psoriasis; medical care; mobility; access
GND-Schlagwörter: Schuppenflechte; Medizinische Versorgung; Mobilität; Zugang; Arztwahl
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-04-23
Zusammenfassung: 
Die „Willigness To Go“ (WTG) beschreibt die Mobilitätsbereitschaft von Patienten im Hinblick auf einen Arztbesuch. Diese wurde bisher nur in ihren Teilbereichen, wie zurückgelegte Distanz, genutzte Verkehrsmittel oder Therapiezufriedenheit, untersucht. Diese Studie soll Hinweise liefern, aus welchen Gründen Patienten mit Psoriasis mehr Aufwand betreiben als nötig, um einen Dermatologen zu besuchen.
Bei dieser Studie handelt es sich um eine Beobachtungsstudie der Versorgungsforschung im Querschnitt. Für die Befragung der Patienten wurde eigens ein Fragebogen entwickelt, der allgemeine und krankheitsspezifische Patientenmerkmale abfragt, sowie Fragen zum Mobilitätsverhalten und Kriterien zur Arztwahl beinhaltet. Es konnten 109 Patienten einer Spezialambulanz für Psoriasis am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in die Studie eingeschlossen werden.
Die Auswertung der allgemeinen und krankheitsspezifischen Merkmale deckte sich annähernd mit den Ergebnissen anderer epidemiologischer Studien.
Menschen mit Psoriasis legten in dieser Studie deutlich längere Distanzen zurück als andere dermatologische Patienten aus verschiedenen Studien. Die empfundene Belastung durch die Anreise steigerte sich signifikant mit der zurückgelegten Distanz. Die Mobilitätsbereitschaft von Psoriasis-Patienten wurde dabei besonders vom Wunsch nach erfolgversprechender Therapie beeinflusst. Aussicht auf bessere Therapie, das Leistungsangebot eines Arztes und die Kompetenz eines Arztes waren die Faktoren, für die die Patienten am weitaus häufigsten bereit waren, eine weitere Anfahrt zur Praxis in Kauf zu nehmen als bisher. Es wurde deutlich, dass besondere Therapien und Medikamente oft den Anreiz für Patienten gaben, weiter für ihre Behandlung zu reisen als zum nächstgelegenen Dermatologen oder Allgemeinmediziner.
Patienten mit niedrigem sozioökonomischen Status legten signifikant längere Distanzen zum behandelnden Arzt zurück als solche mit hohem sozioökonomischen Status. Gleichzeitig gab ein signifikant höherer Anteil derer mit niedrigem sozioökonomischen Status an, dass ihm eine kostengünstige Anreise zum Arzt äußerst wichtig sei.
Im Sinne der Versorgungsplanung sind weitere Studien nötig, insbesondere im Hinblick auf die mögliche Unterversorgung in sozial schwachen Gegenden durch begrenzte Erreichbarkeit von Spezialisten. Auch die therapeutische Versorgung von Psoriasis in dermatologischen Praxen jenseits von Spezialambulanzen sollte genauer untersucht und gegebenenfalls optimiert werden. Weitere Studien müssen zeigen, ob Unterschiede in der Mobilitätsbereitschaft zwischen Psoriasis-Patienten und Patienten mit anderen chronischen Krankheiten bestehen. So könnten Versorgungskonzepte genauer auf ein Krankheitsbild zugeschnitten werden.

The objective of the present study, called „Willingness To Go“ (WTG), was to determine under which circumstances patients were willing to accept additional efforts/expenses on their way to medical health care, and which role sociodemographic, clinical characteristics and personal relations between physican and patient play in this regard.
Data collection was carried out in the context of an cross-sectional observation studie among the University Medical Center Hamburg-Eppendorf. There is a special consultation for patients with psoriasis, in witch data were assessed. Patients (n = 109) with psoriasis were surveyed about their mobility patterns, disease severity and wishings on a physician, by a questionare concepted for this study. Data analysis was performed using descriptive and multivariate methods.
Compared to other epidemiologic studys, there was a good match in personal and clinical chracteristics.
Focused on mobility, participants in this analysis travelled longer distances than other dermatological patients in different studys. The patientssubjektive stress encreased significantly with the travelled distance to health care. The perspective of a better therapy, the physician´s competence and his range of service are responsible for a higher motivation to travel a longer distance to the physician. Patients with low sociodemographic aspects travelled further than those with high sociodemographic aspects, while patients with low sociodemographic aspects found it more important to have low travell-costs.
Further studys are necessary, to exam the mightly medical undersupply in social deprived areas. The options of therapie of patients with psoriasis at office-based physicians should be examed.
Futher analysis must show, if there a differences in WTG in patients with psoriasis and patients with other chronical diseases. This might give the chance to develop a disease-specialised health care system.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8413
URN: urn:nbn:de:gbv:18-105067
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Augustin, Matthias (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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