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Titel: Einfluss der Kontaktstreckenlänge und des Gleason-Scores am positiven chirurgischen Resektionsrand auf die biochemische Rezidivrate beim organbegrenzten Prostatakarzinom
Sonstige Titel: Impact of positive surgical margin length and Gleason grade at the margin on biochemical recurrence in patients with organ‐confined prostate cancer
Sprache: Deutsch
Autor*in: Antunes Coxilha, Gilberto
Schlagwörter: Resektionsrand
GND-Schlagwörter: Prostatakrebs; Rezidiv; Prostatektomie
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-06-22
Zusammenfassung: 
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Charakteristika eines positiven chirurgischen Absetzungsrands (PSM) beim organbegrenzten Prostatakarzinom auseinander und evaluiert diese im Hinblick auf die Entstehung eines biochemischen Rezidivs. Hierfür wurde ein Patientenkollektiv von 8.770 Patienten, das sich zwischen 2010 und 2016 in der Martini-Klinik einer radikalen Prostatektomie unterzogen hat, retrospektiv untersucht. Die geprüften Parameter des PSM waren der Gleason-Grad, die Kontaktstreckenlänge und die Fokalität.
Ein PSM trat in 6,6 % der Patienten (n=579) mit organbegrenztem Prostatakarzinom auf. Bei diesen zeigte sich nach 72 Monaten ein schlechteres biochemisch-rezidiv freies Überleben als bei Patienten ohne PSM (77,7 vs 89%, p<0,001). Nach Stratifizierung der zu untersuchenden Parameter des PSM konnten signifikante Unterschiede beim Vergleich eines Gleason-Grads 3 vs. ≥4 und einer Kontaktstreckenlänge von <3 vs. ≥3 mm nachgewiesen werden. Präsentierte sich am PSM ein Gleason-Grad ≥4 oder eine Kontaktstreckenlänge von ≥3 mm war dies mit einem ungünstigeren biochemisch-rezidiv freien Überleben assoziiert (77,2% vs. 71,8% (p = 0,03) für den Gleason Grad 3 vs. ≥4 und entsprechend 88,4% vs. 66,3% (p < 0,001) für die Kontaktstreckenlänge <3 vs. ≥3 mm). Ein uni- bzw. multifokaler PSM hatte hingegen keinen signifikanten Einfluss. Nach multivariabler Regressionsanalyse der Subgruppen mit PSM konnte schließlich nur die Kontaktstreckenlänge als ein unabhängiger Prädiktor für das Auftreten eines biochemischen Rezidivs identifiziert werden. Die Fokalität und der Gleason-Grad am PSM waren keine signifikanten Prädiktoren.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die histopathologischen Aspekte des PSM einen unterschiedlichen Einfluss auf die Rate eines biochemischen Rezidivs haben. Insbesondere hat sich die Ausdehnung (Kontaktstreckenlänge) des PSM als ein prognostisch signifikanter Faktor herausgestellt. Obwohl der größte Teil der Patienten mit organbegrenztem Prostatakarzinom trotz eines PSM kein Rezidiv entwickelt, können die Erkenntnisse dieser Arbeit dabei helfen, Patienten zu identifizieren, die ein höheres Rezidivrisiko haben und damit am ehesten von einer frühzeitigen Salvage- Bestrahlung profitieren. Zur Untermauerung dieser Daten sind prospektive Studien und ein längeres Follow-up erforderlich, um weiterführende Ergebnisse zur Überlebensstatistik sicherzustellen.

Positive surgical margins (PSMs) may affect negatively the oncological outcome after radical prostatectomy (RP). The aim of the present study was to investigate the impact of PSM, its length, the focality, and the PSM Gleason, on biochemical recurrence (BCR) in organ-confined RP patients. In order to evaluate this question, we identified 8770 patients who harbored organ-confined (pathologic stage T2 disease) prostate cancer (PCa) and underwent RP between 2010 and 2016. Data were provided by the high-volume center database “Martini Data” from the Martini-Klinik in Hamburg.
Of those 8770 patients, 6.6% (n = 579) harbored PSM. BCR-free survival at 72 months after RP was 77,7% vs. 89,0% for patients with vs. without PSM (p < 0,001). After stratification for each PSM-parameter, we found statistically significant differences regarding the Gleason pattern at the margin and the positive margin length. BCR-free survival rates at 72 months were 77,2% vs. 71,8% (p = 0,03) for Gleason pattern 3 vs. ≥4 at the margin and 88,4% vs. 66,3% (p < 0,001) for <3 vs. ≥3 mm length of margin. Concerning focality of PSM there was no significant difference found between unifocal vs. multifocal PSM (77.4% vs. 73.6%, p = 0,1). In multivariable Cox models PSM was an independent predictor for BCR (hazard ratio [HR] = 2,40, p < 0,001). In subgroups with PSM, only ≥3 mm PSM represented an independent predictor (HR = 1,93, p = 0,04), while focality and Gleason at the margin were no significant predictors.
Our findings clarify that each characteristic of PSM has a different impact on BCR. Gleason ≥4 at the margin and ≥3 mm PSM length were associated with worse BCR- free survival, however only ≥3 mm PSM represented an independent predictor in subgroups with PSM. Although most of the patients with organ-confined PCa and PSM did not harbor BCR, our results help to identify patients who are at higher risk of BCR. Closer surveillance of these patients can indicate those who most likely profit from early salvage radiotherapy. To support these findings prospective studies and a longer follow-up are necessary in order to provide further results regarding survival statistics.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8428
URN: urn:nbn:de:gbv:18-105331
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Tilki, Derya (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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