Volltextdatei(en) vorhanden
Titel: Empirische Überprüfung psychosozialer Erklärungsmodelle der Negativsymptomatik von psychotischen Störungen
Sonstige Titel: Empirical test of psychosocial models on negative symptoms in psychosis
Sprache: mehrsprachig
Autor*in: Pillny, Matthias
Schlagwörter: Schizophrenie; Psychose; Negativsymptomatik; Motivation; Anhedonie; Schizophrenia; Psychosis; Negative symptoms; Motivation; Anhedonia
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-07-15
Zusammenfassung: 
Negativsymptome bei psychotischen Störungen sind vor allem durch die Reduktion zielgerichteten Verhaltens gekennzeichnet. Allerdings gelten die Ursachen und die Aufrechterhaltung von Negativsymptomen als weitestgehend unverstanden und daher als therapieresistent. Die vorliegende Dissertation hatte zum Ziel, aufbauend auf den Ergebnissen der bisherigen Forschung, den postulierten Einfluss demotivierender Überzeugungen und sozialer Ausgrenzungserfahrungen auf die Entstehung und Aufrechterhaltung von Negativsymptomen zu untersuchen.
Hierzu wurde zunächst das Konstrukt demotivierender Überzeugungen genauer untersucht (Studie I). In einer weiteren Studie wurde geprüft, ob die Induktion von sozialer Ausgrenzung zu einem unmittelbaren Anstieg von Negativsymptomen führt und inwiefern wiederholte Erfahrungen sozialer Ausgrenzung mit demotivierenden Überzeugungen assoziiert sind (Studie II). Ferner wurde der Einfluss demotivierender Überzeugungen auf die Initiierung zielgerichteter Aktivität im Alltag von PatientInnen mit Negativsymptomen untersucht (Studie III) und getestet inwiefern die Redukton pessimistischer Leistungserwartungen mit einer Verbesserung motivationaler Negativsymptome und des Funktionsniveaus von PatientInnen mit psychotischen Störungen einhergeht (Studie IV).
Demotivierende Überzeugungen wiesen eine Dreifaktorenstruktur auf, von der jeder Faktor signifikant mit Negativsymptomen assoziiert war (Studie I). Es zeigte sich ein kausaler Effekt von induzierter sozialer Ausgrenzung auf den Anstieg motivationaler Negativsymptome sowie eine Assoziation wiederholter Ausgrenzungserfahrungen mit demotivierenden Überzeugungen (Studie II). Zudem moderierten demotivierende Überzeugungen den Zusammenhang zwischen der Intention an sozialen Aktivitäten teilzunehmen und antizipatorischer Freude (Studie III). Der Zusammenhang zwischen der Reduktion pessimistischer Leistungserwartungen und der Verbesserung des psychosozialen Funktionsniveaus war jedoch nicht signifikant (Studie IV).
Die Befunde sprechen dafür, dass soziale Ausgrenzungserfahrungen und die damit assoziierten demotivierenden Überzeugungen eine bedeutende Rolle in der Entstehung von Negativsymptomen einnehmen. Demotivierende Überzeugungen scheinen zudem zur Aufrechterhaltung von Negativsymptomen beizutragen, indem sie die Antizipation von Freude in Bezug auf die Umsetzung persönlicher Ziele im Bereich sozialer Aktivitäten erschweren. Psychotherapeutische Interventionen sollten gezielt an diesen Faktoren ansetzen, um die betroffenen PatientInnen dabei zu unterstützen mehr ihrer persönlichen Ziele zu verfolgen.

Negative symptoms of psychotic disorders are characterized by the reduction of goal-directed behavior. However, the relevant mechanisms underlying the development and maintenance of negative symptoms in patients with psychotic disorders are barely understood and recognized as being fairly resistant to available treatment options. Therefore, based on previous research, the aim of the present dissertation was to investigate the putative link of demotivating beliefs, social exclusion and anticipatory pleasure with the development and maintenance of negative symptoms.
First, the construct of demotivating beliefs was examined in more detail (study I). Another study examined whether the induction of social exclusion leads to an immediate increase in negative symptoms and whether repeated experiences of social exclusion are associated with demotivating beliefs (study II). Furthermore, the impact of demotivating beliefs on the initiation of goal-directed activity in the daily life of patients with negative symptoms was tested (study III). In addition, it was examined whether the reduction in defeatist performance beliefs is associated with a reduction of motivational negative symptoms and an improvement in functioning of patients with psychotic disorders (study IV).
The results revealed a three-factor structure underlying demotivating beliefs and significant associations of each factor with negative symptoms (study I). In addition, there was a causal effect of induced social exclusion on the increase in motivational negative symptoms as well as an association of repeated experiences of exclusion with demotivating beliefs (study II). Demotivating beliefs moderated the association between the intention to participate in social activities and anticipatory pleasure (study III). However, there was no significant relationship between the reduction of defeatist performance beliefs and the improvement in psychosocial functioning (study IV).
The findings suggest that experiences of social exclusion and the associated demotivating beliefs play an important role in the development of negative symptoms. Demotivating beliefs also appear to maintain negative symptoms by impeding anticipatory pleasure for social activities. Psychological interventions should target these factors in order to support the affected patients in pursuing more of their personal social goals.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8451
URN: urn:nbn:de:gbv:18-105656
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Lincoln, Tania M. (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat  
Dissertation.pdf5.49 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Zur Langanzeige

Diese Publikation steht in elektronischer Form im Internet bereit und kann gelesen werden. Über den freien Zugang hinaus wurden durch die Urheberin / den Urheber keine weiteren Rechte eingeräumt. Nutzungshandlungen (wie zum Beispiel der Download, das Bearbeiten, das Weiterverbreiten) sind daher nur im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnisse des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) erlaubt. Dies gilt für die Publikation sowie für ihre einzelnen Bestandteile, soweit nichts Anderes ausgewiesen ist.

Info

Seitenansichten

43
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 13.04.2021

Download(s)

68
Letzte Woche
Letzten Monat
geprüft am 13.04.2021
Werkzeuge

Google ScholarTM

Prüfe