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Titel: Lebensqualität von Keratokonus-Patienten im frühen Stadium der Erkrankung
Sonstige Titel: Vision-related quality of life in patients with keratoconus at an early stage of disease
Sprache: Deutsch
Autor*in: Bußmann, Nils-Holger
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-07-21
Zusammenfassung: 
Das Ziel der Studie war es die von der Sehfunktion abhängige Lebensqualität
(VrQol) von Patienten mit stabilem und progressivem Keratokonus (KC) in einem frühen Stadium der Erkrankung mit noch guter korrigierter Sehschärfe zu untersuchen. Es wurde ein Vergleich mit einer emmetropen und myopen Kontrollgruppe durchgeführt. Zusätzlich wurden Korrelationen des schlechteren Auges mit der VrQol analysiert. Es wurden 2 Frageninventare genutzt: das RSVP (‚Refractive status and vision profile‘) und das NEI-VFQ-25. 16 Emmetrope, 32 Myope und 56 KC-Patienten wurden eingeschlossen. Bei 26 KC-Patienten lag eine stabile und bei 30 eine progressive Keratektasie vor. Das ‚Frühstadium‘ der Erkrankung wurde funktionell definiert – alle Patienten besaßen mindestens eine CDVA von >0.7 (Dezimal) an mindestens einem Auge. Es konnte ein Gefälle der VrQol von Emmetropen zu Myopen zu KC-Patienten mit einem stabilen Krankheitsverlauf dargelegt werden. Bezüglich psychosozialer Subskalen des NEI-VFQ-25 (z.B. ‚social functioning‘, ‚role difficulties‘ und ‚dependency‘) konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen diesen Gruppen nachgewiesen werden. Bei Patienten mit einem progressiven Krankheitsverlauf zeigten sich hingegen niedrigere Scores in den psychosozialen Subskalen. Nach erfolgtem CXL konnte bezüglich der VrQol keine erneute Besserung der VrQol nachgewiesen werden (zumindest im untersuchten Intervall 3 Monate postoperativ). Die VrQol ist im Wesentlichen unabhängig vom Status des schlechteren Auges. Es konnten jedoch Korrelationen zwischen der CDVA des schlechteren Auges mit der NEI-VFQ-25 Subskala ‚mental health‘, ‚general health‘ und dem RSVP-Gesamtscore herausgearbeitet werden. Sollte es sich bei der Minderung der VrQol nach Progression des KC um einen permanenten Effekt handeln (dies sollte in Langzeit-Studien untersucht werden), müsse man die derzeitigen Behandlungsrichtlinien zur Behandlung des KC mittels CXL überdenken. Derzeit wird ein CXL erst nach topographischem Nachweis einer Progression durchgeführt. Insbesondere bei jungen Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Progression könnte es aber vorteilhaft sein ein ‚prophylaktisches‘ CXL durchzuführen, z.B. nach Progression eines Auges das Partnerauge zeitnah mittels CXL zu behandeln.

The aim of this study was to analyze the vision related quality of life (vr-QoL) in
stable and progressive keratoconus (KC) patients with a still good visual acuity
compared to myopic and emmetropic patients. In addition it was analyzed if in keratoconus-patients the worse eye influences vrqol. The Refractive Status and Vision Profile (RSVP) and the National Eye Institute Visual Functioning – 25 (NEI-25) questionnaire were used in 16 emmetropic, 32 myopic and 56 KC patients, whereby KC patients with a stable (n=26) and patients with a progressive stage (n=30), some of them before and after corneal crosslinking (CXL; n=10) were included. All patients had a CDVA of ≥ 0.7 (decimal chart) in at least one eye. A decline in VrQol could be revealed: Emmetropes scored highest, followed by myopes and then early Keratoconus-patients with stable disease. Concerning psychosocial subscales of NEI-VFQ-25 questionnaire (i.e. “social functioning”, “role difficulties” and “dependency”) no statistically significant differences comparing these groups showed up. In patients with progressive disease lower scoring in these subscales could be revealed. There was no improvement concerning vrqol following CXL (at least in the analyzed period 3 month postoperative). Vrqol is mainly independent of status of the worse eye, nonetheless there were correlations of CDVA in the worse eye with NEI-VFQ-25 subscales ‚mental health‘, ‘general health’ and also RSVP composite-score. If the decline in vrqol due to progression of keratoconus is permanent (which should be analyzed using long-term follow up studies) current strategies of performing CXL only after topographic proof of progression should be reevaluated. Especially in young patients with a high risk of progression it could be reasonable to perform ‘prophylactic’ CXL, i.e. performing CXL on the fellow eye if the other eye progresses.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8477
URN: urn:nbn:de:gbv:18-106287
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Linke, Stephan (Prof. Dr.)
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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