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Titel: Psychosoziale Betreuung schwerstkranker Patienten und ihrer Angehörigen auf einer Palliativstation – Eine quantitative Versorgungsanalyse am Beispiel der Palliativstation am UKE
Sonstige Titel: Psychosocial care for seriously ill patients and their relatives in a palliative care unit - A quantitative supply analysis on example of the palliative care unit at the UKE
Sprache: Deutsch
Autor*in: Heiland, Matthias
Schlagwörter: Psychosoziale Betreuung Palliativmedizin
Erscheinungsdatum: 2020
Tag der mündlichen Prüfung: 2020-10-15
Zusammenfassung: 
Ziel der vorliegenden Arbeit war eine Analyse der psychosozialen Symptomlast sowie Art und Umfang der allgemeinen und spezialisierten psychosozialen Betreuung von 428 schwerstkranken Patienten auf der Palliativstation des UKE im Zeitraum eines Jahres. Überdies sollte evaluiert werden, inwiefern soziodemographische, krankheits- und versorgungsassoziierte Charakteristika Einfluss auf den Umfang multiprofessioneller psychosozialer Betreuung nehmen.
Führende psychosoziale Belastungsmerkmale der schwerstkranken Patienten waren Schwäche (96%), Hilfsbedürftigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens (87%), Appetitmangel (83%) und Schwierigkeiten bei der Organisation des eigenen Umfeldes (83%). Dies deckt sich mit der nationalen palliativmedizinischen Datenbank HOPE.
75% der vielfältigen psychosozialen Betreuung erfolgte in Form von direktem Patienten- oder Angehörigengespräch durch Pflegekräfte und Ärzte, was sich auch in der internationalen Studienlage widerspiegelt. Dem gegenüber steht eine Betreuungszeit von 25% durch die spezialisierte psychosoziale Versorgung. Psychosoziale Betreuung findet in ihrem Umfang überdies entgegen allgemeingesellschaftlicher Erwartungen geschlechterunabhängig statt.
Etwa 70% der Patienten konnten sich bei Aufnahme auf die Palliativstation nur unzureichend selbst versorgen, was mit deutlich vermehrter Intensität an Angehörigengespräch einherging. Eine kurze Verweildauer führt zu einem generell hohen psychosozialen Versorgungsumfang; verstirbt ein Patient auf der Palliativstation führt dies zu einem erhöhten Maß an direkten Angehörigengesprächen und spezialisierter Versorgung durch Psychologen, Kunst- bzw. Musiktherapeuten, sowie durch Seelsorger.
Wichtige Erkenntnisse dieser Studie für den klinischen Alltag sind die hohe Bedeutung der psychosozialen Begleitung durch Ärzte und Pflegende auch in diesem multiprofessionellen Setting, was die unbedingte Notwendigkeit deren fundierter Kommunikationsausbildung mit sich bringt; die weitreichende Einbeziehung Angehöriger in das Therapiekonzept, sowie eine konsekutiv weiterführende detaillierte Forschung auf dem Feld der psychosozialen Betreuung Schwerstkranker und derer Angehöriger.

The aim of the present work was to analyze the psychosocial symptom load and the type and scope of general and specialized psychosocial care of 428 critically ill patients on the palliative care unit of the UKE over a period of one year. In addition, the extent to which sociodemographic, disease-related and care-related characteristics influence the scope of multi-professional psychosocial care should be evaluated.
Leading psychosocial stress characteristics of the seriously ill patients were weakness (96%), need for help with activities in daily life (87%), lack of appetite (83%) and difficulties in organizing their own environment (83%). This coincides with the national palliative care database HOPE.
75% of the diverse psychosocial care was provided in the form of a direct patient or family discussion by nurses and doctors, which is also reflected in the international study situation. In contrast, there is a care period of 25% due to the specialized psychosocial care. The extent of psychosocial care is also gender-independent, contrary to general social expectations.
About 70% of the patients were not able to take care of themselves adequately when admitted to the palliative care unit, which was accompanied by a significantly increased intensity of the family discussion. A short stay leads to a generally high level of psychosocial care. If a patient dies on the palliative care unit, this leads to an increased level of direct family discussions and specialized care by psychologists, art and music therapists, and pastors.
Important findings of this study for everyday clinical practice are the high relevance of general psychosocial care by nurses and physicians even in this multiprofessional setting absolutely requiring their comprehensive communication training, especially for nurses and physicians; the extensive involvement of relatives in the therapy concept, as well as consecutive detailed research in the field of psychosocial care for the critically ill and their relatives.
URL: https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/8634
URN: urn:nbn:de:gbv:18-ediss-86616
Dokumenttyp: Dissertation
Betreuer*in: Oechsle, Karin
Enthalten in den Sammlungen:Elektronische Dissertationen und Habilitationen

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